22.02.2021 - 16:57 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

Raiffeisenhalle Wurz: Streit zwischen Onkel, Neffe und Gemeinde geht weiter

Das Tauziehen um die künftige Nutzung des Raiffeisengeländes in Wurz geht in eine neue Runde. Nun geht der Püchersreuther Gemeinderat in die Offensive.

Das Raiffeisenlagerhaus Wurz ist inzwischen ein hart umkämpfter Zankapfel zwischen dem Gemeinderat und den derzeitigen Pächtern.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Andreas Schopper (27) ist der Neffe des Püchersreuther Bürgermeisters. Im stillgelegten Raiffeisen-Lagerhaus in Wurz betreibt er eine kleine Maschinenbaufirma. Zusammen mit zwei Brüdern ist er Pächter des Geländes.

Andreas Schopper rechnete fest damit, auch Käufer des Areals zu werden. Doch die Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz liebäugelt mit einem Verkauf an die Gemeinde. In einem Brief appellierte der Jungunternehmer daher an die Gemeinderäte, einen Rückzieher zu machen, sonst stehe seine berufliche Existenz auf dem Spiel (wir berichteten).

In diesem Hickhack sieht sich Rudolf Schopper, der Bürgermeister, als „böser Onkel“ des Pächters zu Unrecht an den Pranger gestellt. Zumal in der Zwischenzeit ein Unterstützer Andreas Schoppers in einem Leserbrief nachgelegt hat und von einem Kauf der Immobilie seitens der Gemeinde abrät.

Rathauschef Schopper hat nun ebenfalls Truppen um sich geschart: den Gemeinderat. In nichtöffentlicher Sitzung formulierte er einen Brief, in dem er sich gegen „Erpressungsvorwürfe“ verwahre. Was damit genau gemeint ist, bleibt offen. Es gehe um ein Schreiben von zweien der aktuellen Nutzer des Geländes. In dem werde einem Gemeinderatsmitglied gedroht, wenn es für den Kauf durch die Gemeinde stimme, würden in einem Brief „private Informationen“ über diese Person an die Öffentlichkeit durchgesteckt. „Hier wurde bewusst eine Grenze überschritten“, heißt es aus dem Rathaus. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien sei diese Stellungnahme mit allen Mitgliedern des Gremiums abgestimmt.

Auf dem Areal seien viele Nutzungen denkbar, entschieden sei aber gar nichts. Wer künftiger Eigentümer werde, liege in der Hand der Volksbank-Raiffeisenbank. Was in dem Leserbrief suggeriert werde, sei dagegen „nicht durchdacht“. So sei keineswegs eine kulturelle Nutzung geplant, die der Oschnitthalle in der Nachbarschaft Konkurrenz mache. Das hätten die Hallenbetreiber bestätigt. Auch Bauhoflärm sei in Wurz im Falle eines Umzugs des Geräteparks kaum zu erwarten. Im Übrigen hätten sich auch die Anlieger am jetzigen Bauhof-Standort in Püchersreuth nicht beschwert.

Die Gemeinderäte machen ein weiteres Fass auf, das nicht direkt mit dem Raiffeisenkonflikt zu tun hat. In den vergangenen Jahren hätten sie rund 45 Bauanträge durchgewunken. „Probleme gab es nur bei den jetzigen Nutzern der Lagerhalle.“ Dabei sei es um Vorhaben auf freier Wiese und um ein Fünffach-Reihenhaus in einer Siedlungslücke gegangen. Darüber hinaus habe Andreas Schopper nie angefragt, ob er die Halle weiter nutzen dürfe, falls die Gemeinde sie kaufe.

Der Ton des Schreibens wird zum Schluss hin richtig scharf. „Falsche Darstellungen oder Verleumdungen“ würden künftig juristisch geprüft und zur Anzeige gebracht.

Die Vorgeschichte zum Hickhack um das Raiffeisen-Lagerhaus

Püchersreuth

 

 

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