27.02.2020 - 14:11 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Auf das Auge kommt es an

Dr. Siegfried Steinkohl fotografiert seit seinem 16. Lebensjahr. Seine Bilder leben von den Farben einer beeindruckenden Natur. Der frühere Arzt aus Friedenfels und leidenschaftliche Bildermacher ist viel unterwegs.

Den ersten Preis beim Bilderrätsel, das in Band 27 „Wir am Steinwald“ vorgestellt wurde sicherte sich Jochen Weidner aus Pullenreuth. Zum 2. Preis gratulierte Vorsitzender Norbert Reger dem Friedenfelser Fotograf und Naturfreund Siegfried Steinkohl (im Bild von rechts).
von Werner RoblProfil

„Um eindrucksvolle Bilder machen zu können, muss man manchmal sehr früh aus den Federn“, erzählte Steinkohl in der Pullenreuther Glasschleif. Der Naturliebhaber und Fotograf war zu Gast bei der Gesellschaft Steinwaldia, um einige Einblicke in die Naturschätze der nördlichen Oberpfalz zu geben. Bevor Steinkohl aber loslegen durfte, bat Steinwaldia-Vorsitzender Norbert Reger zwei seiner Gäste nach vorne. Reger hatte versprochen, das Bilderrätsel auf Seite 154 im Band 27 „Wir am Steinwald", an diesem Abend aufzulösen. Gezeigt wurde darin ein rätselhafter Schaum im Glasschleifbach. Gefragt wurde, wie er entsteht und wann die Erscheinung auftritt. Eine wissenschaftliche Erklärung hatte der Pullenreuther Jochen Weidner eingeschickt. Damit sicherte er sich den ersten Preis in Form eines Gutscheines und eines Buches. Weidner verriet: „Der Schaum entsteht durch Moorsäure bzw. Tenside, die zum Beispiel im Seifenkraut enthalten sind.“ Aufgrund der Verwirbelungen im Bach komme dann zur Schaumbildung. Den zweiten Preis holte sich der Referent Siegfried Steinkohl. Dessen Antwort aber zielte in eine deutlich andere Richtung. Steinkohl bezeichnete den Bachlauf als "Zoiglwasser". „Die Antwort kann man gerade mal noch durchgehen lassen“, dankte Norbert Reger für die humorvolle Antwort, die ebenfalls mit einem Gutschein und einem Buch belohnt wurde.

Steinkohl, mit einem Lächeln in den Augen, bat nach der Preisverleihung, das Licht auszumachen. „Wir beginnen mit unserem Ausflug am Reisneggerfelsen unweit des Waldhauses bei Pfaben“, erklärte der Friedenfelser Bildermacher, der danach Landschaften und farbenreiche Sehenswürdigkeiten folgen ließ, die jedem bekannt sind: Dazu gehörte der Schlossberg bei Waldeck, unter anderem auch die Burgruine Flossenbürg. Später folgten auch die Basaltkegel Parkstein oder der Rauhe Kulm im Kemnather Land. Die zahlreichen Zuschauer fanden sich am Steinbruch „Dürrer Schlag“ bei Thumsenreuth wieder. „Ein richtiger Naturschatz“, fügte der Referent hinzu und bat um Sorgfalt beim Durchwandern der naturnahen Flecken und um Verständnis, dass manche davon für die Besucher nur zu manchen Zeiten geöffnet werden.

Schmetterlingsraupen, Insekten, Kreuzottern, bunte Schmetterlinge, seltene und weniger seltene Vogelarten wechselten sich ab. „Feuersalamander gibt es bei uns auch. Ich verrate aber nicht wo“, kommentierte Steinkohl eines seiner Naturbilder, aus denen, dank einer guten Ausrüstung, mehr aber wegen seines geschulten Auges, Fotoschätze wurden. „Schleimpilze findet man genügend. Aber man muss am Boden kriechen“, gab er auch Tipps, um es ihm einmal nachzumachen. „Manche Pflanzen können auch im Winter zu kleinen Farbtupfern werden. Sofern sie wachsen“, verwies er auf den Bilderreigen, der in der kalten Jahreszeit aufgenommen wurde, um sie dem Glasschleifpublikum vorstellen zu können. Steinkohl durchstreifte auch den Föhrenbühl bei Erbendorf. „Wir bewegen uns jetzt am Meeresboden“, erklärte er fachkundig. Landschaftsbezeichnungen wie „Doost“ oder der in der Region eher bekannte „Teichelberg“ folgten. Als die „wohl schönste Blume“ bezeichnete Steinkohl die Orchideen, deren Vielfalt auch bei uns bewundert werden kann.

Steinkohl, fast am Ende seiner „Wanderung“ angelangt, empfahl, bestimmte Pflanzen im Garten stehen zu lassen, um Lebens- und Bruträume zu schaffen. Mit dem Teichfrosch endete der Exkurs in Steinkohls bunte Bilderwelt, mit der er rund 90 Minuten lang sein Publikum zu begeistern wusste.

Siegfried Steinkohl fotografiert seit seiner Jugend. In der Glasschleif stellte er eine Auswahl seiner Naturbilder vor.
Dr. Siegfried Steinkohl war Gast in der Glasschleif, um bei der Gesellschaft Steinwaldia seine Fotos zu präsentieren.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.