Durch Wald und Wasser ging die Führung mit dem Revierförster der Bayerischen Staatsforsten, Wolfgang Schödel. Er erzählte spannendes über Biber, Moore und Wald. Dazu führte er die Teilnehmer in einen ehemaligen Torfstich. Dieses Moor war vor Jahrzehnten entwässert worden. Bis nach dem Krieg wurde Torf zum Heizen gestochen.
Die ersten Versuche, das Moor wieder herzustellen waren nicht erfolgreich. Dann zog der Biber ein und baute einen fast 70 Meter langen, sehr stabilen Damm. So eine Renaturierung war schon geplant, sie hätte 15 000 Euro gekostet.
Diese Kette von Nassflächen entstand nicht nur kostenlos, es hat auch viele Vorteile. Das gestaute Wasser verhindert Trockenschäden auf einer Fläche von 20 bis 30 Hektar. Der Moorkörper kann sich wieder aufbauen und speichert dort große Mengen an Kohlendioxid.
Hochwasser wird viele Tage zurückgehalten und versickert zum großen Teil. So werden Überschwemmungen vermieden und die Grundwasser-Speicher werden aufgefüllt. Außerdem bietet es Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere.
Schödel betreut eine Fläche von 2200 Hektar, davon sind etwa 30 Hektar Biberflächen. Abgenagte Weiden und Pappeln nimmt er gern in Kauf, für ihn ist der Biber ein kostenloser Bautrupp für Feuchtbiotope. Etwa 12 000 Biber gibt es mittlerweile in Bayern. Die Anzahl der Tiere bleibt fast stabil, denn nur etwa ein Viertel aller Jungen überleben. Nachdem neuer Nachwuchs ansteht, werden die jungen aus dem Vorjahr aus dem elterlichen Bau vertrieben und müssen sich ein eigens Revier suchen. Doch fast alle Biber-Reviere sind schon besetzt und werden vehement verteidigt. So kommen die meisten Jungtiere um. Seit zehn Jahren darf der Biber auch entnommen werden, dort wo er Schäden verursacht. Ansonsten ist er streng geschützt und darf nicht gejagt oder gefangen werden.
Zur Schadensregelung gibt es den bayrischen Biberfonds, von z. Zt. 450.000 Euro. 2017 wurden damit fast 70% der Biberschäden beglichen. Würde der Freistaat den Fond auf 900.000 Euro jährlich erhöhen, könnten sämtliche Biberschäden beglichen werden. Dies sieht nach viel Geld aus, doch zum Vergleich erklärt Schödel, dass Rehe in Bayern durch Verkehrsunfälle den Kaskoversicherungen täglich einen Schaden von 191.000 Euro verursachen, wobei die Kosten der Personenschäden hier noch nicht berücksichtigt sind.
Es gäbe viel weniger Schäden, wenn alle Gewässer unbewirtschaftete Uferrand-Streifen von 20 Metern Breite hätten. In allen Bundesländern ist das so, außer in Bayern. Er nannte den Biber einen Urbayern, der in den meisten Fällen sehr nützlich sei und nur dort bekämpft werden sollte, wo Konflikte mit der Infrastruktur auftreten oder die Existenz der Grundstückseigentümer bedroht würde.













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