01.08.2019 - 11:05 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Heilkraft ganz ohne Nebenwirkungen

Bereits seit April wird an der Glasschleif in Pullenreuth an den Wochenenden fleißig an einem Herbarium mit getrockneten Pflanzen gearbeitet. Cornelia Müller erzählt.

Auf der Kräuterwiese an der Glasschleif wächst vieles, was dem Körper guttut. Wie früher wird sie noch – wie hier von Norbert Reger – mit der Hand gemäht.
von Werner RoblProfil

„Mit Bestimmungsbüchern streifen wir über die Wiese und durchs Unterholz und betrachten diese kleinen und großen Heilmeister.“ Cornelia Müller meint damit all die Pflanzen, von denen man weiß, dass sie lindernde Kräfte besitzen und die man bei den Herbariumwanderungen näher kennenlernen darf. Erzählt werden dabei auch Geschichten und man erfährt von der kulinarischen Verwendung der Pflanzen. „Wenn man sie einmal eindeutig bestimmt hat, dann erkennt man sie wieder und kann so mit dem Kräuter-Grundlagenschatz eine eigene Hausapotheke bestücken und vor allem das Essen um schmackhafte Zutaten erweitern.“

Cornelia Müller wohnt in Tannenhäusel, nur wenige Autokilometer von der Glasschleif entfernt. Ihr Sammelkalender, den sie dort erstellt hat, ist auf die Heimat zugeschnitten. „Aber noch mehr“, betont die Steinwälder Kräuterfrau, die mit Anja Putzer die Veranstaltung leitet: „Es ist eine Kombination von Dokumentation und der Fähigkeit, selbstständig in Wald und Wiese unterwegs zu sein.“ Beim Trocknen der Pflanzen sammle man auch Begriffe und den Wissensschatz zur Pflanzenvielfalt. „Wir freuen uns, wenn wir weitere Pflanzennamen in Erfahrung bringen können, Namen und Begriffe, die man vielleicht heute gar nicht mehr kennt.“ Wer möchte, darf auch Rezepte mitbringen. Gerne können auch alte Geschichten über die Pflanzen erzählt werden. Ziel der Arbeit – so Müller – sei es, dass über die Jahre hinweg ein regionales Kräuterwerk entstehen soll, um das Wissen der Generationen festzuhalten beziehungsweise weiterzutragen. „Pflanzen können uns im Alltag auf vielfältige Weise stärken, unterstützen und kurieren, und das ganz ohne Nebenwirkungen.“ Müller ergänzt: „Mit den Herbariumswanderungen wird nicht nur Wissen weitergegeben, sondern vor allem das Werkzeug an die Hand gelegt, selbstständig die Pflanzen zu verwenden.“

Die nächste Herbariumswanderung ist am Samstag, 3. August, ab 14 Uhr, an der Pullenreuther Glasschleif. Die Veranstaltung dauert rund 90 Minuten. Der Beitrag pro Person beträgt 8 Euro, für Familien 15 Euro. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, betont Kräuterexpertin Cornelia Müller.

Bereits einen Tag später, am Sonntag, 4. August, lädt die Gesellschaft Steinwaldia zur Wiesensafari mit Jürgen Fischer ebenfalls an die Glasschleif ein. Beginn ist um 14 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Im Oktober beginnen dann wieder die Spinnstubenabende. Offen seien jedoch noch der Zeitplan und das Programm, die in Kürze bekanntgegeben werden.

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