08.08.2018 - 13:55 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Wiesensafari im Steinwald

Eine Wiese - klar, die kennt jeder. Aber Hand aufs Herz, kennen wir sie tatsächlich? Erst, wenn man sich ihr richtig nähert, entdeckt man die Vielfalt und den kleinen Reichtum dort.

Jürgen Fischer (Zweiter von rechts) am Sonntagnachmittag auf der Glasschleif-Wiese.
von Werner RoblProfil

(wro) Auf der großen Glasschleif-Wiese - dem Exkursionstreffpunkt am Sonntag - leben viele nützliche Nachbarn. Die einen kennt man, andere wiederum hat man noch nie gesehen. Zeit, über die vielen kleinen Steinwaldbewohner mehr zu erfahren.

Auf der Glasschleif-Wiese, wo sogar noch einige wilde Blumen blühen und seltene Gräser wachsen dürfen, können sich die schützenswerten Tiere noch wohlfühlen. Bunte Schmetterlinge sind dort genauso anzutreffen wie Frösche und Kröten. Sie alle haben dort ein schönes Zuhause gefunden. Um all dies zu entdecken, mehr aber noch schätzen zu lernen, hatte die "Steinwaldia" den Wunsiedler Biologen und Naturkenner Jürgen Fischer und interessierte Hobby-Biologen zu sich eingeladen. Ziel der Exkursion in unberührter Natur war es, all das ins Blickfeld zu rücken, was da so kreucht, fleucht und hüpft. Bei der Veranstaltung mit dem Titel "Wiesensafari" war es auch möglich, weniger bekannten Pflanzen zu sehen.

Einen halben Sonntagnachmittag lang streiften die Safari-Kursteilnehmer zusammen mit dem Fichtelgebirgler aus der oberfränkischen Kreisstadt und Vorsitzendem Norbert Reger kreuz und quer durchs Gelände. Jeder hatte ein Bestimmungsbuch, ein Schauglas - oben drauf eine Becherlupe - und einen kleinen Kescher in die Hand gedrückt bekommen. Fischer informierte zu den Libellen, Käfern und Schmetterlingsraupen. Danach wurden die Krabbler, die sich als für die Umwelt wichtige Tiere "vorstellten", in die Freiheit entlassen, damit sie auf der Wiese munter weiterarbeiten konnten.

Die Glasschleif-Wiese ist ein von der Zivilisation noch verschont gebliebenes Fleckchen Erde. Dort wird noch per Hand gemäht und Heu geerntet. Die Vielfalt der Flora und Fauna ist nicht zu übersehen. Nur einen Steinwurf entfernt liegt der Naturweiher. Weiter oberhalb träumt der geheimnisvoll dunkle Schützweiher vor sich hin. Daneben dreht sich das eine, weiter unterhalb das andere große Wasserrad. Die historische Ruine der alten Glasschleif, das Museum und der Wetzsteinbruch laden zum Anschauen, die Biertische zum Verweilen ein. Dort - am Steinwaldrand nahe Arnoldsreuth - ist die Welt freilich noch in Ordnung. Einen Anteil daran hat zweifelsohne auch die von Jürgen Fischer am Sonntagnachmittag erklärte kleine Tierwelt, in der es - wie der Wunsiedler Biologe erklärte - mehr Nützlinge gibt als man glauben möchte.

Eine Wanderung mit Jürgen Fischer (rechts) ist immer ein Erlebnis, bestätigten auch „Steinwaldia“-Vorsitzender Norbert Reger (Zweiter von rechts) und die anderen Teilnehmer.
Zusammen mit Jürgen Fischer aus Wunsiedel (Fünfter von rechts) zogen die Exkursionsteilnehmer die Glasschleif-Wiese hinauf und hinüber, um deren kleinen Bewohner näher kennenzulernen.
Jürgen Fischer ist Biologe und passionierter Naturschützer. Auf seiner Hand fühlt sich die kleine Kröte sehr wohl.
An der Glasschleif ist die Welt noch in Ordnung. Dort fand am Sonntagnachmittag die Wiesensafari der „Steinwaldia“ statt.
Der Oberfranke kennt jeden der kleinen Wiesenbewohner beim Namen. Kein Wunder Jürgen Fischer ist Biologe und Naturfreund.
Interessiert verfolgen die Safariteilnehmer – unter ihnen auch „Steinwaldia“-Vorsitzender Norbert Reger (Zweiter von rechts) – die Erläuterungen Jürgen Fischers.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.