23.06.2019 - 22:32 Uhr
Oberpfalz

"Puzzle & Play": Logistik entscheidet über den Erfolg

Der Erfolg eines Unternehmens im E-Commerce ist oftmals eng mit seiner Logistik verbunden. Von "Puzzle & Play" in Altenstadt/WN können Online-Händler viel lernen.

„Puzzle & Play“-Unternehmensgründer Norbert Weig (rechts) zusammen mit Produktionsleiter Christian Schramek.
von Siegfried BühnerProfil

Wenn beim Wissenschaftstag der Metropolregion Nürnberg am 19. Juli in Weiden im Panel Logistik und E-Commerce über Prozessketten im digitalen Handel gesprochen wird, sollte der Blick auch auf einen seit zehn Jahren bestehenden Onlinehändler aus Altenstadt/WN fallen. Jährliche Umsatzwachstumsraten von 15 bis 20 Prozent sind Beweis für den Erfolg.

Als Nischenanbieter muss "Puzzle & Play" täglich zwar nicht Paketzahlen wie die großen Bekleidungs- oder Elektronikhändlern bewältigen, dennoch innerhalb von 24 Stunden bis zu 10 000 Pakete verschicken. "Von unseren Mitbewerbern setzen wir uns dadurch ab, dass wir dem Kunden den Versand am Tag nach seiner Bestellung garantieren", sagt "Puzzle & Play"-Geschäftsführer Franz Trescher. Gut 70 Prozent der Bestellungen kommen von einem Smartphone. "Heute bestellt, morgen verschickt" lautet das Motto. Wie dies gelingt, erläutert Trescher anhand der Prozesskette. Online-Bestellungen, die während eines Tages eingehen, werden als Datensatz gebündelt und bis 24 Uhr in den unternehmenseigenen Produktionsbetrieb in Planá bei Marienbad übertragen. Dort wird im Nachtbetrieb ein vollautomatischer Prozess ausgelöst, von der Produktion bis zum Versand.

Dass es sich dabei um individualisierte Produkte handelt, erwähnt der Geschäftsführer nicht ohne Stolz. "In den meisten der 18 EU-Länder, in die wir liefern, erhält der Kunde seine Bestellung innerhalb von 48 Stunden", sagt Trescher. Transportfahrzeuge bringen die Pakete über die deutsch-tschechische Grenze zu den Logistikzentren der Paketdienstleister. Geheimnis der schnellen Lieferung sei laut Trescher: "Es darf keinerlei Schwachstellen im Bestellprozess geben, wir müssen einen perfekten Shop anbieten." Professorin Stephanie Abels-Schlosser, Leiterin des Panels "Logistik und E-Commerce" des Wissenschaftstags, sagt, "die Kunden erwarten auch individualisierte Produkte immer schneller". Nicht immer sei es einfach, den Widerspruch zwischen immer größer werdenden Produktdifferenzierung und einer schnellen Lieferung aufzulösen. Als Antwort auf diese Entwicklung habe die OTH Amberg-Weiden auch den neuen Studiengang Logistik und Digitalisierung eingerichtet.

Besucher des Wissenschaftstags können im Panel "Logistik und E-Commerce" vier Vorträge hören. Aus der Region mit dabei: Karl Högen von der Witron Logistik+Informatik GmbH ("Innovative Logistiksysteme im Handel") und Wolfgang Jess, Geschäftsführer der Josef Witt GmbH ("Logistik und E-Commerce").

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