11.09.2018 - 17:06 Uhr

Die Qual der Wahl

Die vollkommene Entscheidung gibt es nicht. Hören Sie doch einfach öfter auf Ihr Bauchgefühl, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Rund 100 000 Entscheidungen treffen wir laut Statistik täglich – und meist wird das umso schwerer, je länger wir uns dabei Zeit lassen. Bild:  Gina Sanders – stock.adobe.com
Rund 100 000 Entscheidungen treffen wir laut Statistik täglich – und meist wird das umso schwerer, je länger wir uns dabei Zeit lassen.

Den Kaffee mit Milch und Zucker? Oder doch lieber einen Cappuccino? Vollkornsemmel oder Brezel? Butter oder Margarine? Honig oder Marmelade? Erdbeere oder Himbeere? Oder doch lieber Nutella? Müsli mit Obst oder ohne? Mit Milch oder mit Joghurt? Es fängt schon am frühen Morgen an. Schon beim Frühstück müssen wir eine Vielzahl von Entscheidungen treffen. Möglichst schnell, versteht sich, schließlich wollen wir ja nun wirklich nicht zu spät zur Arbeit kommen.

Rund 100 000 Entscheidungen treffen wir laut Statistik täglich - und meist wird das umso schwerer, je länger wir uns dabei Zeit lassen. "Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird", erkannte der französische Staatsmann Charles de Gaulle einmal. Abgesehen davon, dass wir diese Zeit, die wir oftmals damit verbringen, nach der perfekten Lösung zu suchen, meistens viel besser nutzen könnten.

Überlegen Sie auch häufig viel zu lang, um zu entscheiden, was Sie heute für das Abendessen einkaufen sollen? Welche Extras das neue Auto braucht und welche nicht? In welcher Farbe Sie das Haus streichen wollen? Ob es Sinn macht, sich einen neuen Rasenmäher zu kaufen? Der Überfluss unserer modernen Zeit ist nicht immer ein Segen. Manchmal bekommt man sogar fast das Gefühl, er treibt manche Menschen nicht nur in eine wahnwitzige Suche nach dem Perfekten, sondern auch immer öfter fast in den Wahnsinn.

Damit kann jedoch schnell Schluss sein. Dann, wenn wir einfach akzeptieren, dass unser Leben gar nicht unbedingt perfekt sein muss. Denn Monsieur de Gaulle hat tatsächlich Recht: Die vollkommene Entscheidung gibt es nicht. Lassen Sie uns doch lieber beschließen, öfter auf unser Bauchgefühl zu hören. Sie spüren ein Kribbeln im Magen, einen Kloß im Hals oder ein befreites Gefühl in der Brust? Diese Zeichen des Körpers kommen nicht von Ungefähr und Sie sollten sie keineswegs ignorieren. Denn unser Bauchgefühl liegt meistens richtig. Ein Entschluss kann noch so logisch erscheinen - wenn er uns aber Bauchschmerzen bereitet, kann er nicht gut sein.

"Ach, hätte ich nur gleich auf meinen Bauch gehört." Wann haben Sie das zum letzten Mal gesagt? Bestimmt ist das gar nicht so lange her. Denken Sie das nächste Mal daran, wenn Sie wieder eine wichtige Entscheidung treffen müssen. Und denken Sie auch daran: Weniger ist dann doch meistens mehr. Wer sich einmal dafür entscheidet, auf Überflüssiges zu verzichten, hat sich schon jetzt viele unnötige Entscheidungen für die Zukunft gespart. Und damit viel Zeit. Zeit, die Sie besser damit verbringen sollten, glücklich zu sein. (ewa)

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