01.11.2019 - 21:20 Uhr
RegensburgOberpfalz

Nach 3:1: Jahn Regensburg zittert sich gegen Osnabrück zu Remis

Der VfL Osnabrück erkämpft sich in der zweiten Hälfte verdient ein 3:3: Jahn Regensburg muss zum Schluss froh sein, dass das Abwehr-Desaster nicht noch zur Niederlage führt.

Jubel nach dem 3:3 Ausgleich für VFL Osnabrück: Doppelpack von Moritz Heyer.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Zwei völlig verschiedene Halbzeiten: Ein enttäuschender Aufsteiger hat dem SSV Jahn in Hälfte 1 wenig entgegenzusetzen: Regensburg führt verdient durch Jan-Marc Schneiders Fallrückzieher (34.) und Marc Grüttners 2:0 (43.) nach perfektem Konter.

Im Tiefschlaf lädt Regensburg die Gäste dann gleich nach der Pause zum 2:1-Anschlusstreffer durch Alvarez (48.), bei dem sechs Rot-Weiße ehrfürchtig zuschauen. Der Sicherheitswechsel – Tim Knipping für den Gelb-Rot-gefährdeten Correia zahlt sich nicht aus. Der nächste Konter scheint für die Gastgeber alles wieder ins Lot zu bringen: Okoroji knallt die Kugel aus zehn Metern zum 3:1 (53.) unter die Latte.

Was dann folgt, ist ein Offenbarungseid für die Oberpfälzer Abwehr: In der Regenschlacht vor 9000 Zuschauern spielen nur noch die Niedersachsen. Beim 2:3 darf der gerade eingewechselte Felix Agu den zweiten Ball von links ungestört auf Heyer servieren, der diesmal nichts anbrennen lässt, 3:2 (63.). Neun Minuten später humpelt der sichtlich angeschlagene Heister links nur hinterher, in der Mitte hat Moritz Heyer alle Zeit der Welt zum 3:3 einzulochen (72.). Viel zu lange dauert es, bis mit Alex Nandzik endlich Ersatz für den verletzten Rechtsverteidiger kommt (75.). So trifft auch der bislang harmloseste Sturm der Zweiten Liga – und hätte in der Folge den ersten Auswärtsieg seit Karlsruhe eintüten können.

Regensburg zunächst aktiver

Erstes Oberpfälzer Lebenszeichen: Besuschkows Freistoß im Mittelfeld auf Grüttner, der Schuss aufs kurze Eck rüttelt am Außennetz (5.). Riesenchance für Regensburg: Lais schickt Stolze, Parade von Keeper Philipp Kühn, Nachschuss geblockt (7.). Nach schwacher Ecke von Okoroji (9.). jetzt auch die erste von Osnabrück: genauso ungefährlich.

Nächste gute Gelegenheit für die Gastgeber, Solo links außen, der Pass in die Mitte kommt nicht an (16). Schöne Kombination, die Heister aus 17 Metern abschließt, sichere Beute für Keeper Kühn (18.). Der gleiche Heister sieht Gelb für eine Aktion, die man auch als einwandfreies Tackling werten kann (19.). Regensburg im Ansatz die aktivere Mannschaft – aber wenn Schneider die Bälle im Mittelfeld so abschenkt, kann selbst Osnabrück gefährlich werden: die Flanke in die Mitte verfehlt ihr Ziel (21.).

Jahn feiert doppelt: Erst Schneiders Fallrückzieher, dann Grüttners Konterabschluss.

Superassistent Stolze

Abseits„tor“ für den Jahn, der Schiri lässt lange laufen, obwohl schon Grüttner als erste Anspielstation ins Abseits lief – nach der dritten Abgabe geht die Fahne hoch (25.). Überzogenes Gelb auch für Correia (28.). Das darf nicht wahr sein: Starker Pass von Schneider in die Gasse, Grüttner allein vorm Keeper, der Kapitän schiebt links vorbei (30.). Dann macht‘s der Schneider eben selber: Kopfballstafette mit Besuschkow und Stolze im VfL-Strafraum, Schneider mit Fallrückzieherchen, 1:0 (35.).

Auch diese Ecke hätte Folgen haben können: Osnabrück bekommt die Kugel erst im dritten Anfassen weg (36.). Die nächste Granatenchance, Okoroji spritzt in den Rückpass, der Ball rollt Richtung Linie, gerade noch von der Linie gekratzt (41.). Dann eben mit Konter: Die halbe Jahn-Mannschaft kombiniert sich vom eigenen Strafraum nach vorne, Stolze legt quer auf Grüttner, der die Lücke zwischen zwei Violetten findet, 2:0 (43.). Zum Schluss der ersten Hälfte muss auch Meyer mal abtauchen, erster konstruktiver Vorstoß der Gäste (45.).

Jahn muss den Deckel draufmachen

Sicherheitswechsel von Mersad Selimbegovic: Für den Rot-gefährdeten Correia kommt Tim Knipping. Einladung angenommen: Die gesamte Jahn-Abwehr guckt zu, wie Marcos Alvarez zum 2:1 einnetzt (34.). Endlich macht Okoroji mal den Nandzik: Solo über links, Abzug aus zehn Metern unter die Latte, 3:1 (53.). Zweite Ecke VfL: Den zweiten Ball pariert Meyer, noch eine Ecke (56.). Nächster Konter für den Jahn, Schneider an den Pfosten, Okoroji setzt den Abpraller von der Strafraumkante drüber (57.).

Diese Abwehrreihen! Heyer kann sich die Kugel auf den richtigen Fuß legen, Meyer mit der Faust dran, die Ecke holt er runter wie nichts (61.). Beim VfL kommt Felix Agu für Wolze und fast zeitgleich der Anschlusstreffer: Erst pariert Meyer, der zweite Anlauf über den eingewechselten Agu auf Heyer, der diesmal nichts anbrennen lässt, 3:2 (63.). Und dann darf auch noch Blacha im 16er draufhalten, übers Kreuz (66.).

Harakiri-Abwehr verschenkt den Heimsieg

Der Jahn spielt jetzt Harakiri, Bälle donnern in den Strafraum, die Regensburger hauen die Bälle nur noch blind weg. Gaga-Ball: Heister humpelt hinterher, offensichtlich verletzt, die Gäste haben allen Platz und alle Zeit der Welt, wieder darf Heyer das Ding in die Maschen dreschen, 3:3, (72.). Nächste Ecke für Osnabrück und endlich reagiert auch mal der Jahn-Trainer und bringt Nandzik für den angeschlagenen Heister (74.).

Freistoß VfL drei Meter vor der Strafraumkante: in den Himmel (78.). Albers stoppt den Konter gelbwürdig (79.). Konteransatz auf Grüttner, der holt immerhin die dritte Ecke (80.) – zuvor kommt Erik Wekesser für Stolze: ein Schrei, der vergellt, und schon ist die Kugel wieder weg. Bei den Gästen ebenfalls der letzte Wechsel, Niklas Schmidt für Ouahim (83.). Der Jahn immer wieder mit defensiven Aussetzern, Schmidt gleich mal ans Außennetz (84.).

Wenn in der zweiten Hälfte jemand aufs Tor schießt, dann der Gast – inzwischen schon 17 Mal, einmal drüber (90.). Zum Schluss steht ein 3:3, mit dem keiner zufrieden sein kann.

Jahni hofft vor dem Spiel auf drei Punkte gegen den VfL Osnabrück.
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