16.09.2019 - 16:53 Uhr
RegensburgOberpfalz

Nach Angriff mit Sushimesser: Sieben Jahre Haft gefordert

Im Prozess um die Attacke mit einem Sushimesser sind die Plädoyers gesprochen worden. Staatsanwalt und Verteidiger bewerten die Tat sehr unterschiedlich.

Symbolbild
von Autor AHSProfil

Ein 57-Jähriger, der seinem Geschäftspartner mit einem Sushimesser die Kehle durchgeschnitten hat, soll für sieben Jahre ins Gefängnis. Das forderte die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussvortrag im Prozess vor dem Landgericht Regensburg.

Der Angeklagte, der in der Regensburger Innenstadt ein Sushi-Lokal betrieb, soll laut Anklage in einer Gesellschafterversammlung seinem Opfer, einem Mitgesellschafter, die Kehle durchgeschnitten haben. Die Schnittwunde war zwei bis vier Zentimeter tief. Eine Arterie, das Zungenbein, Hautnerven sowie ein Knochen wurden durchtrennt. Der Angeklagte sprach von einem Unfall. Das Opfer hingegen zeigte sich davon überzeugt, dass ihn der Angeklagte - wie angekündigt - töten wollte.

Staatsanwalt: War kein Unfall

In seinem annähernd zweistündigen Schlussvortrag zeigte sich Staatsanwalt Denis Biermann davon überzeugt, dass sich der Vorwurf des versuchten Totschlags in der Hauptverhandlung bestätigt hat. Bereits einen Monat vor der Tat habe eine Gesellschafterversammlung stattgefunden. Auch hier waren sich Täter und Opfer in die Haare geraten, und der Geschädigte sei dabei vom Angeklagten gewürgt worden. Der Darstellung des Angeklagten, dass es sich um einen Unfall gehandelt haben soll, erteilte der Staatsanwalt eine klare Absage. Der Angeklagte habe angekündigt, dass er töten wolle. Auch sein Verhalten nach der Tat spreche für sich: Nicht er, sondern sein Sohn, habe sich um das stark blutende und schwer verletzte Opfer gekümmert und auch den Notruf abgesetzt. Von einem vermeintlichen Unfall war auch erstmals fünf Monate nach der Tat die Rede. Biermann sprach sich für eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung aus. Rechtsanwalt Florian Zenger, der das Opfer als Nebenkläger vertritt, schloss sich im Wesentlichen den Ausführungen des Staatsanwaltes an. Anders als dieser sah er jedoch das Mordmerkmal der Habgier erfüllt, verzichtete jedoch auf einen eigenen Antrag.

Verteidiger: Mandant wurde "beschissen"

Verteidiger Michael Haizmann bemängelte in seinem Plädoyer, dass seine Vorredner mit keinem Wort darauf eingegangen waren, warum es zu dieser Tat gekommen ist. Sein Mandant sei vom Geschädigten schlichtweg "beschissen" worden. Mit der geforderten Ablösesumme von 200 000 Euro, die größtenteils bezahlt wurde, sei der Angeklagte "ausgenommen worden wie eine Weihnachtsgans". Dabei sei der Angeklagte dem Geschädigten intellektuell unterlegen gewesen. Dieses Vorgeschehen habe schließlich zur Katastrophe geführt, da sich sein Mandant in seiner Existenz gefährdet fühlte. Haizmann hält eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten für tat- und schuldangemessen, wegen gefährlicher Körperverletzung. Am 25. September will das Gericht sein Urteil verkünden.

Der Vorbericht zum Prozess

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