Regensburg
31.01.2019 - 11:05 Uhr

Betonpfahl auf Gleis: Tatverdächtiger ermittelt

Zwischen Regensburg und Schwandorf lag im Dezember ein Hindernis auf den Gleisen: Ein Betonpfahl. Nun konnte die Bundespolizei einen Tatverdächtigen ermitteln. Ein Jugendlicher soll nicht nur für dieses Vergehen verantwortlich sein.

Der Betonpfahl durchschlug den Schienenräumer. Bild: Bundespolizeiinspektion Waldmünchen
Der Betonpfahl durchschlug den Schienenräumer.

Ein zunächst unbekannter Täter hatte in der Nacht von Samstag, 8., auf Sonntag, 9. Dezember, einen etwa 80 Kilogramm schweren, mit Baustahl armierten Betonpfahl in das Bahngleis zwischen Regensburg und Weiden gelegt. Wie die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen berichtet, war der Pfahl mit den quadratischen Außenmaßen von 10 mal 10 Zentimetern und einer Länge von 380 Zentimetern auf der Hauptstrecke bei Bahnkilometer 3100 deponiert.

Dieses Hinderniss erfasste der Personenzug ALX auf der Fahrt von Schwandorf nach Regensburg mit dem Räumschild des Triebfahrzeuges. "Dabei wurde das Räumschild auf der rechten Seite durchschlagen, zu einer Entgleisung des Zuges kam es glücklicherweise nicht", schildert Polizeihauptkommissar Josef Pongratz. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 3500 Euro.

Beamten des Bundespolizeireviers Regensburg ist es nun gelungen, einen Tatverdächtigen zu ermitteln. Es handelt sich dabei um einen Jugendlichen aus der westlichen Oberpfalz. "Anfängliche Befürchtungen, es könnte sich bei diesem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr um einen terroristischen Anschlag gehandelt haben, konnten im Zuge der Ermittlungen gänzlich ausgeschlossen werden", heißt es in der Pressemitteilung.

Doch es ergaben sich Anhaltspunkte für weitere Straftaten. Derselbe Jugendliche wird auch verdächtigt, bereits am Samstag, 24. November, bei Bahnkilometer 3400 einen Einkaufswagen im Gleisbereich abgestellt zu haben. Trotz eingeleiteter Schnellbremsung gelang es der Triebfahrzeugführerin damals nicht, den Regionalexpresszug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Dadurch entstand ein Schaden von etwa 700 Euro am Triebfahrzeug, der Schaden am völlig zerstörten Einkaufswagen belief sich auf zirka 85 Euro. Personen kamen auch in diesem Fall nicht zu Schaden.

Ebenfalls tatverdächtig ist der Jugendliche der vorsätzlichen Zerstörung von Holzbohlen auf dem Fuß- und Radweg der in unmittelbarer Nähe befindlichen Eisenbahnbrücke. Das zuständige Tiefbauamt bezifferte hier den Schaden auf über 1000 Euro.

Die entsprechende Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Störung öffentlicher Betriebe und gemeinschädlicher Sachbeschädigung wird der Staatsanwaltschaft Regensburg vorgelegt. Weiter werden dem jungen Mann die Ordnungswidrigkeiten "unbefugtes Betreten von Bahnanlagen" sowie " betriebsstörende Handlungen" nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) vorgeworfen.

Regensburg10.12.2018
Auch für diese beschädigten Holzbohlen soll der Jugendliche verantwortlich sein. Bild: Bundespolizeiinspektion Waldmünchen
Auch für diese beschädigten Holzbohlen soll der Jugendliche verantwortlich sein.
Der Betonpfahl wurde bei dem Zusammenstoß zerstört, der Zug entgleiste glücklicherweise nicht. Bild: Bundespolizeiinspektion Waldmünchen
Der Betonpfahl wurde bei dem Zusammenstoß zerstört, der Zug entgleiste glücklicherweise nicht.
Die Stahlarmierung des zerstörten Betonpfahls. Bild: Bundespolizeiinspektion Waldmünchen
Die Stahlarmierung des zerstörten Betonpfahls.
 
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