28.11.2019 - 17:12 Uhr
RegensburgOberpfalz

Blick nach vorne und zurück

50 Jahre und drei Ausstellungen. Zum runden Geburtstag verspricht das Regensburger Kunstforum Ostdeutsche Galerie ein Programm mit den Merkmalen "zeitgenössisch, diskursiv, bunt".

Peter Weibel ist der Träger des Lovis-Corinth-Preises 2020. Eine Ausstellung des Kunstforums gibt im kommenden Jahr einen Einblick ins Schaffen des Medienkünstlers. Hier ein Blatt aus der „Mappe der Hundigkeit“.
von Susanne WolkeProfil

Das kommende Jahr wird ein besonderes für das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. Seit 50 Jahren gibt es dann das Museum im Stadtpark, das sich mit seinem Fokus auf dem künstlerischen Schaffen im ehemals deutsch geprägten östlichen Europa einen einzigartigen Schwerpunkt gesetzt hat. Dass das Jubiläum mit 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs zusammenfällt, kommt durchaus passend.

"Zeitgenössisch, diskursiv, bunt", so will sich das Kunstforum auch zum Jubiläumsjahr präsentieren. Das Programm für 2020 stellte Museumsdirektorin Agnes Tieze nun gemeinsam mit ihrem Team vor. "Drei Ausstellungen stehen auf dem Programm", kündigte Tieze an. Der Rückblick auf die Geschichte spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen.

Den Anfang macht die Schau "Reisen. Entdecken. Sammeln"vom 22. Februar bis zum 3. Mai. Der Reisende war in diesem Fall Hans-Peter Riese. Der westdeutsche Journalist war zu Zeiten des Eisernen Vorhangs regelmäßig im Osten unterwegs und begegnete dort zahlreichen Künstlern.

Umfangreiche Sammlung

Die dabei entstandene Sammlung befindet sich heute im Wesentlichen im Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Höhepunkte daraus sind nun in der kommenden Ausstellung zu sehen. Die Künstler Barbara Klemm, Günther Uecker, Jií Kolár, Jan Kubícek, Milos Urbásek und Zdenĕk Sýkora sind dabei eingebunden in einen Leitfaden aus Reportagen des Journalisten Riese. Gleichsam geben einige der Werke einen Blick auf das Schaffen abseits der offiziellen Kunst der damaligen Tschechoslowakei. Weiter geht es vom 6. Juni bis zum 13. September mit der Präsentation des Lovis-Corinth-Preisträgers 2020: Peter Weibel, langjähriger Direktor des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe, wirkt prägend in der Medienkunst - und zwar sowohl als Künstler aus auch als Theoretiker.

Die Ausstellung "pus ultra" gibt Einblicke in Weibels Schaffen, das Konzeptkunst und Performance ebenso umfasst wie Experimentalfilm, Videokunst, Computerkunst und Medienkunst allgemein. Einen Schwerpunkt bilden dabei Arbeiten mit Bezug auf Europa. Die Computer-Videoinstallation "Vertreibung der Vernunft" etwa thematisiert die unter Zwang erfolgte Emigration von Künstlern und Intellektuellen Österreichs zwischen 1933 und 1944.

"Grenzen in der Kunst"

Systemkritisch sind die Arbeiten Peter Weibels oftmals. Das gleiche ist von der dritten Ausstellung zu erwarten, die das Ausstellungsjahr des Kunstforums ab dem 14. November 2020 abschließt. "Grenzen in der Kunst - Tschechische Kunst in drei Generationen" heißt es dann.

"Die Ausstellung beschäftigt sich mit Künstlerinnen und Künstlern, deren Kreativität durch die politischen Verhältnisse in der Tschechoslowakei bzw. in Tschechien und durch die Überwindung von Grenzen einen Bruch erfahren hat oder anders geprägt wurde."So lautet die Ankündigung zum Abschlussreigen, dem sich Arbeiten von Marie Cermínová, Magdalena Jetelová und Kristof Kintera anschließen.

Diskursiv und bunt

"Politische Botschaften und Diskussionsstoff übermitteln alle drei Ausstellungen", das ist Direktorin Agnes Tieze dem Programm ihres Hauses schuldig. 50 Jahre Kunstforum, das ist ein Anlass für einen Blick zurück und einen in die Zukunft. Eines steht dabei fest. Es wird "zeitgenössisch, diskursiv und bunt".

In gewohnter Manier werden die Ausstellungen im Kunstforum durch eine Vielfalt an Veranstaltungen, Führungen und Workshops begleitet. Pünktlich zum 50. Geburtstag fallen im Museum auch Baumaßnahmen an. Voraussichtlich Ende 2020 wird im Grafiktrakt, in der Kunsthalle und im Verwaltungsgebäude modernisiert.

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