09.01.2020 - 12:54 Uhr
RegensburgOberpfalz

Dicker Fisch auf der Anklagebank

Taxifahren reichte ihm nicht. Ein 29-jähriger betrieb Drogengeschäfte im großen Stil, jetzt sitzt er vor Gericht. Aber da sitzt er nicht allein auf der Anklagebank

In Regensburg sitzt ein Drogenhändler vor Gericht.
von Autor AHSProfil

Seit Mittwoch muss sich ein 29-jähriger Taxifahrer vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Matthias Clausing wegen bewaffneten unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Mit auf der Anklagebank sitzt sein 62 Jahre alter Chef, dem Beihilfe vorgeworfen wird.

Im April vergangenen Jahres war der 62-Jährige bei der Polizei erschienen. Den Beamten erzählte er, dass ihn sein Mitarbeiter vor zwei Tagen gebeten hatte, bei ihm verschiedene Päckchen zu deponieren. Man möge diese doch in Augenschein nehmen, da er vermute, dass es sich um Rauschgift handelt. Tatsächlich fanden die Beamten in dessen Wohnung 793 Gramm Amphetamin, 227 Gramm Heroin, 264 Gramm Kokain, 4096 Gramm Marihuana und 3486 Gramm Haschisch vor, die zum Weiterverkauf bestimmt waren.

Bei der Suche in der Wohnung des 29-Jährigen entdeckten die Beamten dann weitere 93 Gramm Haschisch und einen 4,2 Gramm schweren Heroinstein. Unter einem Sofakissen lagen ein CO2-Revolver und eine Feinwaage. Auf dem Fensterbrett lagen insgesamt 5390 Euro Bargeld. In einer angrenzenden Abstellkammer lag eine zweite CO2-Pistole. Der Taxifahrer wurde festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sein Chef blieb auf freiem Fuß. Da er jedoch zwei Tage verstreichen ließ, ehe er zur Polizei ging, sieht darin die Staatsanwaltschaft eine Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln.

Vor der Strafkammer räumte der 29-jährige über seinen Verteidiger Jan Bockemühl ein, dass er seinem Chef die im Anklagesatz aufgelistete Menge an Betäubungsmittel zur Aufbewahrung übergeben hatte. Die in seiner eigenen Wohnung aufgefundenen Mengen seien für seinen Eigenkonsum bestimmt gewesen. Damit würde insoweit der strafverschärfende Vorwurf, seine Geschäfte bewaffnet betrieben zu haben, entfallen. Rechtsanwalt Johannes Büttner erklärte für seinen Mandanten, dass sein Mandant nichts über den Inhalt der Päckchen wusste, er habe "lediglich eine Ahnung" gehabt. Der Prozess dauert an. Insgesamt sind drei Verhandlungstage geplant.

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