03.09.2018 - 17:40 Uhr
RegensburgOberpfalz

Fünf Jahre Haft für rasenden Liebhaber

Landgericht Regensburg: Mann misshandelt 52-Jährige stundenlang. Die Geschädigte leidet heute noch an den Folgen.

Justiz - Symbolbild.
von Autor AHSProfil

(ahs) Nach einem mehrtägigen Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilte das Landgericht Regensburg einen Angestellten (39) aus der Immobilienbranche wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung sowie Vergewaltigung und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und ordnete seine Unterbringung im Maßregelvollzug an. Durch seine zehnmonatige U-Haft entfällt ein Teil der Freiheitsstrafe.

Täter und Opfer waren Berufskollegen und unterhielten etwa ein halbes Jahr lang eine lockere sexuelle Beziehung. Im November 2017 eröffnete die Geschädigte dem Angeklagten schließlich, dass sie sich mit einer Bekannten treffen will, um über ein mögliches Immobiliengeschäft zu sprechen. Der Angeklagte fühlte sich deswegen ausgebootet und rastete völlig aus.

Damit begann für die Geschädigte ein 16-stündiges Martyrium. Im Kern wurde sie, nachdem er die Wohnungstüre versperrt hatte, geschlagen, geknebelt und gefesselt, sowie mehrmals bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Anschließend zwang er sie zu sexuellen Handlungen. Ihre am ganzen Körper verteilten, massiven Verletzungen erforderten einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt. Noch in der Klinik erstattete sie Strafanzeige gegen den Mann. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler zudem eine geringe Menge von Metamphetamin und Cannabis.

Nach Verlesen des Anklagesatzes wurde auf Antrag der Verteidiger Helmut Mörtl und Hubertus Werner, mit Ausnahme der Urteilsverkündung, die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Tatvorwürfe räumte der Angeklagte ein. In der mündlichen Urteilsbegründung wertete der Gerichtsvorsitzende dieses Verhalten zugunsten des Angeklagten, da damit der Geschädigten eine ausführliche Vernehmung erspart blieb.

Auch ging die Strafkammer von einer Zäsur zwischen den körperlichen Misshandlungen und der Vergewaltigung aus. Damit kam dem Angeklagten zu Gute, dass kein "besonders schwerer Fall der Vergewaltigung" abzuurteilen war. Zu seinen Lasten werteten die Richter, dass sich das Martyrium der Geschädigten über mehrere Stunden hinzog und dabei mehrere Varianten der Misshandlungen angewendet wurden. Auch würde die Geschädigte heute noch psychisch darunter leiden.

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