31.05.2021 - 00:01 Uhr
RegensburgOberpfalz

Initialzündung in den 80er Jahren: BMW verändert die Region

1986 schrieb BMW in der Oberpfalz Wirtschaftsgeschichte: Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung nahm das Werk Regensburg seinen Betrieb auf. Die Ansiedlung war eine Initialzündung für die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Ostbayern.

1986 rollte im Regensburger Werk der erste BMW vom Band.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Dass das Werk in Regensburg eröffnet wird, war nicht von Anfang an klar. Ende der 70er-Jahre waren die Fahrzeugwerke in München und Dingolfing an ihre Grenzen gestoßen, so dass sich BMW auf die Suche nach einem weiteren Produktionsstandort machte. Als das bekannt wurde, setzte ein regelrechter Run ein: 120 Angebote aus dem In- und Ausland gingen bei BMW ein, von denen 26 näher untersucht wurden – mit dabei war Regensburg.

Die Stadt hatte dem Autobauer ein Gelände an der Autobahn A3 nördlich des Stadtteils Harting angeboten, doch Zuschnitt und Untergrund entsprachen nicht den Vorstellungen von BMW. Mitte 1982 brachte die Stadt dann ein anderes Areal südlich von Harting ins Spiel. Das Problem: Nur die Hälfte des 140-Hektar-Geländes gehörte der Stadt, der Rest musste aus Privateigentum zugekauft worden. Die Preisvorstellungen zwischen Stadt und Eigentümern gingen auseinander, schon schien das gesamte Projekt am seidenen Faden zu hängen.

Doch Regensburg griff tief ins Stadtsäckel, erwarb die Grundstücke und unterzeichnete 1983 einen Ansiedlungsvertrag mit BMW. Den Ausschlag für Regensburg hatte vor allem das Arbeitskräftepotenzial in Stadt und Umland sowie die Infrastruktur gebracht. Dann rückten die Bagger an. Vor dem Baubeginn fand ein umfangreicher Bodenaustausch statt, da der Untergrund für die schwere Produktionsanlagen zu weich war. Vier Millionen Kubikmeter Humus und Löß wurden durch Kies ersetzt. Im April 1984 legte der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß symbolisch den Grundstein.

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Regensburg

Nach nur zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Werk im November 1986 eröffnet. Anfangs produzierten 1300 Mitarbeiter etwa 200 Autos täglich. Heute fertigen 9000 Mitarbeiter über 1000 Fahrzeuge pro Tag. Nach dem Produktionsstart wurde das Werk kontinuierlich erweitert. Seit 1986 hat BMW 5,5 Milliarden Euro in den Standort Regensburg investiert. Mehr als 7,5 Millionen Fahrzeuge liefen bisher vom Band. Mittlerweile setzt das Werk auch auf elektrifizierte Modelle.

Die gesamte Region profitierte von der BMW-Ansiedlung in Regensburg. Nach und nach entstanden Zuliefererfirmen mit neuen Arbeitsplätzen, auch die Infrastruktur verbesserte sich weiter. Zum Standort Regensburg gehört der Innovationspark Wackersdorf (Kreis Schwandorf). Auf dem 55 Hektar großen Gelände sind neben BMW als größtem Arbeitgeber weitere Firmen ansässig. Das Areal hat eine besondere Geschichte. Hier hätte die Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Wackersdorf entstehen sollen. Doch nach massiven Protesten der Bevölkerung wurde der umstrittene Bau 1989 eingestellt – und BMW kaufte einen Teil des Geländes.

Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß legte 1984 symbolisch den Grundstein für das Regensburger BMW-Werk.
Auf einem 140-Hektar-Gelände im Regensburger Stadtteil Harting entstanden die BMW-Hallen.

 

 

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