23.09.2021 - 18:10 Uhr
RegensburgOberpfalz

Kommentar zur Bischofskonferenz: Die Kirche hat nichts begriffen

Die Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz zeigt, eine immer tiefere Kluft trennt die katholische Kirche vom Rest der Gesellschaft. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, (hinten Mitte), winkt beim Auszug nach dem Eröffnungsgottesdienst der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Der Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, muss schon qua Amt eine positive Bilanz der Herbsttagung ziehen. Doch zwei Sätze zeigen, dass Teile der katholischen Hierarchie auch elf Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle nichts begriffen haben. Wenn Bätzing betont "das Thema Missbrauch lässt uns nicht los" und mahnt "wir können angesichts dieses dunkelsten Kapitels nicht zur Tagesordnung übergehen" zeigt dies, dass einige genau das gerne täten.

In der katholischen Kirche gilt, Geschieden-Wiederverheiratete finden auch nach Jahrzehnten einer gelungenen zweiten Ehe keine Gnade. Gleichgeschlechtliche Paare sowieso nicht. Andererseits findet ein Bischof selbst dann Vergebung und Barmherzigkeit in Rom, wenn er früher Missbrauchsopfer im Stich gelassen und Täter gedeckt hat.

Der Entschluss von Papst Franziskus, den Rücktritt des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße abzulehnen, zeigt: Völlig egal wie schäbig sich Bischöfe verhalten oder verhalten haben, Verantwortung brauchen sie nicht zu übernehmen. In so einer Kirche zählt die Sicherung der Macht, nicht aber Seelenheil und Wohlergehen der Menschen. Auf diesem Weg wird die katholische Kirche zur Sekte und verliert endgültig ihre Relevanz.

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Achim Bühl

Anmerkungen eines Nicht-Katholiken: Eine Lösung zum Erhalt der Relevanz in der Gesellschaft kann nicht darin bestehen, in immer mehr Fragen wie zB der Abtreibung aber auch der Bewertung homosexueller Partnerschaften dem Zeitgeist zu folgen. Man würde dann vielleicht etwas weniger anecken. Die Akzeptanz als "religiöser Dienstleister" bei Lebensereignissen wie zB einer Heirat mag vielleicht auch etwas steigen. Gleichzeitig würde eine Kirche dadurch auch zunehmend irrelevant. Denn das, was viele zu diesen Themen gerne hören möchten, sagt man ihnen auch anderswo.

24.09.2021
Achim Bühl

Anmerkungen eines Nicht-Katholiken: Eine Lösung zum Erhalt der Relevanz in der Gesellschaft kann nicht darin bestehen, in immer mehr Fragen wie zB der Abtreibung aber auch der Bewertung homosexueller Partnerschaften dem Zeitgeist zu folgen. Man würde dann vielleicht etwas weniger anecken. Die Akzeptanz als "religiöser Dienstleister" bei Lebensereignissen wie zB einer Heirat mag vielleicht auch etwas steigen. Gleichzeitig würde eine Kirche dadurch auch zunehmend irrelevant. Denn das, was viele zu diesen Themen gerne hören möchten, sagt man ihnen auch anderswo.

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Achim Bühl

Anmerkungen eines Nicht-Katholiken: Eine Lösung zum Erhalt der Relevanz in der Gesellschaft kann nicht darin bestehen, in immer mehr Fragen wie zB der Abtreibung aber auch der Bewertung homosexueller Partnerschaften dem Zeitgeist zu folgen. Man würde dann vielleicht etwas weniger anecken. Die Akzeptanz als "religiöser Dienstleister" bei Lebensereignissen wie zB einer Heirat mag vielleicht auch etwas steigen. Gleichzeitig würde eine Kirche dadurch auch zunehmend irrelevant. Denn das, was viele zu diesen Themen gerne hören möchten, sagt man ihnen auch anderswo.

24.09.2021