14.10.2019 - 19:48 Uhr
RegensburgOberpfalz

Neues Zentrum in Regensburg soll Händler fit fürs Netz machen

Das Internet ist nicht der Feind der Einzelhändler. Ein neues Zentrum in Regensburg soll Händlern helfen, die neuen Möglichkeiten für sich zu nutzen.

Georg Wittmann ist einer von zwei Geschäftsführern des 4.0-Kompetenzzentrums Handel. Bild: gib
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Konzerne habe eigene Abteilungen, die sich um die Digitalisierung kümmern. Kleine und mittlere Unternehmen tun sich da schwerer. Ein neues Kompetenzzentrum mit Hauptsitz in Regensburg unterstützt künftig mittelständische Händler dabei, in Zeiten des Onlinehandels zu bestehen.

Die Räume des "Mittelstand-4.0-Kompetenzzentrum Handel" sind noch leer. Georg Wittmann führt durch den dritten Stock eines Bürogebäudes am Galgenberg. Bald sollen hier Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung stattfinden. Eine Wand soll so gestaltet werden, dass Ideen aufgeschrieben werden können. In einem Kreativraum sollen Teilnehmer mit Legosteinen ihre Betriebsabläufe nachbauen und Verbesserungspotenzial ausfindig machen können. "Das klingt erstmal seltsam, funktioniert aber", sagt Wittmann. Er ist einer von zwei Geschäftsführern des neuen Kompetenzzentrums Handel.

Das Zentrum ist Teil des Förderprojekts "Mittelstand Digital", mit dem das Bundeswirtschaftsministerium die Digitalisierung unterstützt. 26 Kompetenzzentren sind in den vergangenen Jahren entstanden, die meisten für die Industrie. Regensburg soll nun Anlaufstelle für Groß- und Einzelhandel werden. Ein Konsortium übernahm den Aufbau: der Handelsverband Deutschland in Berlin, die beiden Kölner Handelsinstitute IFH und EHI und die ibi Research an der Universität Regensburg. Bei letzterer ist das Kompetenzzentrum angesiedelt.

An den vier Standorten werden bis zu 15 Mitarbeiter das Kompetenzzentrum mit Leben füllen. Regensburg wird die Anfragen aus Süddeutschland übernehmen. In zwei Schauräumen in Langenfeld und Köln können Händler sich neue Kassensysteme oder virtuelle Regale ansehen. Live-Schaltungen dorthin sind möglich. Das "Digitalmobil" bringt Ideen für moderne Ladenkonzepte an jeden Ort. Das in Köln stationierte Fahrzeug hat Handelsinnovationen an Bord. Am 28. Oktober wird es in Regensburg haltmachen: Dann wird bei der IHK der Auftakt des Kompetenzzentrums gefeiert.

Für individuelle Fragestellungen wird es Unternehmenssprechstunden mit Experten geben. Wichtig ist es Wittmann, Positivbeispiele aufzuzeigen. Auf einer Webseite werden kleine und mittlere Handelsunternehmen in Texten, Podcasts oder Videos vorstellen, wie sie Digitalisierung zum Vorteil ihres Unternehmens nutzen. "Wir wollen die Händler in der Fläche erreichen", betont Wittmann. Deshalb werde es auch Veranstaltungen an kleineren Orten und zu speziellen Themen geben, die auch mal wenige Besucher haben.

Kammern und Verbände hätten positiv reagiert, berichtet Wittmann. Wenige kritische Äußerungen habe es von digital erfahrenen Händlern gegeben, die sich noch tiefergehende Angebote etwa zum Thema künstliche Intelligenz gewünscht hätten. Es gehe dem Kompetenzzentrum jedoch eher um die "digitalen Basics", sagt Wittmann. Grundsätzlich gelte für die Digitalisierung im Handel: "Es gibt kein Allgemeinrezept." Dafür seien die Voraussetzungen der Händler zu unterschiedlich. Auch blinder Aktionismus nach dem Motto "Dann bau ich mir halt einen Onlineshop" helfe nicht weiter, sagt Wittmann.

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