Xavier Naidoo soll am 23. Juli 2021 bei den Schlossfestspielen in Regensburg auf der Bühne stehen. Nach der Absage des Konzerts in Hof macht sich auch Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer für eine Absage stark. Gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung sagt sie: "In dieser Hinsicht stimme ich mit meiner Hofer Amtskollegin Eva Döhla voll und ganz überein."
Weil das Konzert in Regensburg auf Privatgrund stattfinden soll, könne die Stadt aber nicht eingreifen. Maltz-Schwarzfischer appelliert an Veranstalter und Ticketkäufer, „ihre Entscheidung noch einmal gründlich zu überdenken“.
Der Geschäftsführer des Veranstalters Odeon Concerte, Reinhard Söll, betont, dass das Unternehmen einen gültigen Vertrag für dieses Konzert hat. Reinhard Söll: "Diesen Vertrag werden wir natürlich erfüllen." Die Stellungnahme der Regensburger Oberbürgermeisterin kenne er nicht. Aber. "Da es sich um eine private Veranstaltung handelt, liegen alle Entscheidungen ausschließlich bei uns, Odeon Concerte." Söll geht nicht davon aus, dass Xavier Naidoo die Bühne für die Verbreitung persönlicher Meinungen nutzen werde. Vorgaben für Künstler seien in der Branche unüblich. Künstler seien in der Gestaltung eines Konzertes frei.
Bericht bei der Mittelbayerischen
Diesen Vertrag werden wir natürlich erfüllen

















Zu viel der Ehre
Die Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat das unbegrenzte Recht, ihre eigene Meinung kundzutun – als Privatperson. In ihrer Funktion als Amtsträgerin jedoch sollte sie sich nicht in die Planungen eines privat veranstalteten Festivals auf einem Privatgelände einmischen. Nachvollziehbar ist ihre Haltung zu Xavier Naidoo natürlich schon, aber eigentlich ist der ganze Trubel um dessen Geschwätz schon lange zu viel der Ehre. Soll er seine künstlerische Freiheit doch nutzen, um politisch unkorrekt zu sein. So lange er seine Auftritte nicht missbraucht, um eine aggressive politische Agenda zu verbreiten, soll er singen. Das immerhin kann er ja.
Frank Stüdemann