23.02.2021 - 12:09 Uhr
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Überbrückungshilfe III: So hilft der Staat bei Fixkosten und Werbung

Corona verlangt den Betrieben viel ab. Über die Überbrückungshilfe III können von der Pandemie gebeutelte Unternehmen fixe Betriebskosten erstattet bekommen – für manche ist das überlebenswichtig.

Viele Geschäfte sind wegen der Corona-Pandemie derzeit geschlossen.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Wer kann die Überbrückungshilfe III beantragen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe, die in einem Monat zwischen November 2020 und Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat 2019 erlitten haben. „Die Antragstellung kann sich also auch für einen Einzelmonat lohnen“, sagt Stefan Vogt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Nürnberger Treuhand. Die Überbrückungshilfe III beantragen können Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro in Deutschland.

Wie hoch sind die Zuschüsse?

Die Höhe der Fixkostenerstattung orientiert sich am Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum entsprechenden Monat 2019, erklärt das Bundesfinanzministerium auf seiner Internetseite. 90 Prozent der Fixkosten werden bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch erstattet, 60 Prozent bei einem Umsatzrückgang von mehr als 50 bis 70 Prozent und 40 Prozent bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 bis 50 Prozent. Möglich ist einer Unterstützung in Höhe von monatlich bis zu 1,5 Millionen Euro.

Wie schnell kommen die Hilfen?

Erste Abschlagszahlungen sind bereits bei Unternehmen in der Region angekommen, sagt Daniela Sehling von der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim. Sie seien für die Betriebe teils „überlebensnotwendig“, etwa für den Einzelhandel, der 2020 auf das wichtige Weihnachtsgeschäft verzichten musste. Abschlagszahlungen sind bis zu 100 000 Euro pro Fördermonat möglich. Die regulären Auszahlungen sollen im März beginnen.

Welche Kosten sind förderfähig?

Berücksichtigt werden unter anderem Mieten und Pachten für Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sind förderfähig, wenn sie für das Jahr 2019 steuerlich abgesetzt wurden. Auch Mietkosten für Fahrzeuge und Maschinen, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Abschreibungen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (in Höhe von 50 Prozent des Abschreibungsbetrages), Ausgaben für notwendige Instandhaltung von Anlagevermögen, für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen, Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben gehören zu den förderfähigen Kosten.

Können auch Werbekosten erstattet werden?

Abhängig vom Umsatzrückgang und weiteren Faktoren können bis zu 90 Prozent der Werbekosten erstattet werden. Betriebe könnten Werbung beauftragen, damit das Geschäft wieder anläuft, und die Kosten dafür teils zurückerhalten, sagt Wirtschaftsprüfer Stefan Vogt. Die maximale Erstattung liegt in Höhe der entsprechenden Ausgaben im Jahre 2019 – bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet wurden, maximal in Höhe der entsprechenden Ausgaben für zwölf Monate in einem beliebigen Zeitraum seit Gründung. Außerdem können unter denselben Voraussetzungen auch Investitionen in Digitalisierung, etwa der Aufbau oder die Erweiterung eines Online-Shops oder Eintrittskosten bei großen Plattformen, einmalig bis zu 20 000 Euro als erstattungsfähig anerkannt werden.

Soloselbstständige haben oft geringe betriebliche Fixkosten. Wird das berücksichtigt?

Soloselbstständige können alternativ zur Fixkostenerstattung eine einmalige Betriebskostenpauschale namens „Neustarthilfe“ in Höhe von 50 Prozent des Vergleichsumsatzes 2019 beantragen. Die Neustarthilfe beträgt einmalig bis zu 7500 Euro für den Zeitraum Januar bis Juni 2021.

Wie werden die Anträge gestellt?

Die Antragstellung erfolgt elektronisch durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte über die Überbrückungshilfe-Plattform. Soloselbstständige können bis zu einem Betrag von 7500 Euro unter Nutzung ihres von der Steuererklärung bekannten ELSTER-Zertifikats direkt – also ohne Beauftragung zum Beispiel eines Steuerberaters – Anträge stellen.

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