30.06.2020 - 10:12 Uhr
Reichenau bei WaidhausOberpfalz

Reichenau: Umgestaltung des "Turnerplatzes" schreitet voran

Mit der Asphaltierung des Areals startet das Schlussdrittel der umfangreichen Maßnahmen. Absehbar ist nun ein Ende der Baustellen im Waidhauser Ortsteil.

Ingenieur Gunther König informiert mit Bauleiter Alois Sorgenfrei und Unternehmer Tobias Baumer vor Ort über den Fortgang der Neugestaltung des Turnerplatzes Bürgermeister Markus Bauriedl und Bauamtsleiter Christian Meier (von links).
von Josef ForsterProfil

Viel Grün und gepflasterte Randbereiche werten das Aussehen der neuen Dorfmitte wesentlich auf. Das Wasser konnte nicht ablaufen und das Parken war nicht geregelt. Zwei von vielen Gründen für die Neuausrichtung des Platzes vor der einstigen Dorfschule. Nachdem die ersten Angebote für die Platzsanierung vor Jahren die Markträte schockierten und das Projekt in die Schublade wanderte, eröffnete der Vorschlag des Amts für ländliche Entwicklung völlig neue Möglichkeiten und bescherte Waidhaus eine Erhöhung auf 57 Prozent Zuschuss.

Befestigung des "Turnerplatzes" in Reichenau kann fortgesetzt werde

Reichenau bei Waidhaus

Mit Spannung verfolgten Bürgermeister Markus Bauriedl und Bauamtsleiter Christian Meier die Asphaltierung. Seit vielen Monaten reihte sich zuletzt Baustelle an Baustelle in dem Ortsteil. Hinzu kamen private Projekte, nachdem unter Federführung der Marktgemeinde das Fördergebiet auf den gesamten Ortsbereich ausgedehnt werden konnte. Als Beispiel verwiesen die Beteiligten auf einen angrenzende Stadel, der in Absprache mit den Fachstellen eine gänzliche neue Fassade erhielt.

Jeder Reichenauer im Fördergebiet kann seitdem eine Beratung durch Architekt Ulrich Greiner aus Neustadt/WN bekommen und einen Antrag auf Privatförderung stellen. Förderfähig sind Verbesserungen an den Gebäuden, Erneuerung von Einfriedungen oder Zufahrten mit Außenwirkung. Einzelheiten dazu erläutere der Architekt oder das Amt für Ländliche Entwicklung jedem Interessierten. Von Dezember 2019 bis jetzt zog sich die Aufwertung des "Turnerplatzes" hin. Zu den von der Kommune in Zusammenarbeit mit dem Amt für ländliche Entwicklung gestarteten Maßnahmen kam die Umstellung der Stromversorgung auf Erdkabeln für die Ortschaft durch den Netzbetreiber. Betraut ist damit das Unternehmern Rudi Netzel aus Weiden.

Die Marktgemeinde sattelte darüber hinaus eine Ausbesserung des Straßenzugs um den Mühlweiher herum drauf. Nicht nur Bauriedl sah deshalb eine „wesentliche Aufwertung für Reichenau“ gegeben. Ein Großteil der geförderten Baumaßnahmen lief unter Federführung des Bauunternehmens Baumer aus Oberviechtach. Inhaber Tobias Baumer informierte mit Bauleiter Alois Sorgenfrei über den Stand und den Ablauf der Arbeiten. Zum Wochenbeginn trugen die Arbeiter die Feinschicht auf. Gunther König vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Weiden erläuterte die Kosten der Maßnahme in einem einfachen Dorferneuerungsverfahren von rund 183.000 Euro für den 1430 Quadratmeter großen "Turnerplatz".

In seinen Planungen seien Busbetrieb und Schwerlastverkehr berücksichtigt, weshalb von Randeinfassungen Abstand genommen sei. Das Areal sei in die Jahre gekommen und verbraucht, die Entwässerung zu regeln, die Zu- und Abfahrten der Anlieger zu berücksichtigen und die Baumbestände zu sichern. Für die Randbereiche sah König eine weitere Bepflanzung mit Stauden oder Sträuchern und einen breiten Pflasterstreifen als Abgrenzung zur Privatscheune. Alle befahrbaren Bereiche erhielten einen Untergrund, der auf eine Einzelachslast von 20 Tonnen ausgelegt sei. Dies gelte ebenso für die mittig platzierte Feuerschale aus einem leicht vertieften Granitpflaster als gestalterisches Platzelement.

Dabei hatten sich zuletzt große Hürden aufgetan. Erst als die Förderstelle die Frist für die Fertigstellung von Ende 2019 um ein Jahr verlängerte, keimte wieder Hoffnung auf. Zuvor musste die Gemeinde davon ausgehen, aus der Förderung zu fallen, weil die Bauarbeiten ins Stocken gerieten. Eine Fertigstellung zum Jahresende 2019 war in weite Ferne gerückt. Als augenfälligstes Merkmal entstand mitten in der Asphaltfläche ein gepflasterter Kreis.

Die ersten Arbeiten beinhalteten die Bodenverdichtung am Weiherdamm bei der Sanierung aller drei Ortsstraßen. Inzwischen verlegten die Arbeiter Lehrrohre für den Breitbandausbau. Die neue Wasserleitung ist bereits in Betrieb. Berücksichtigt wurde ebenso ein starker Wasserzulauf in der Nähe des Spielplatzes. Die Pläne zum Vollausbau der drei innerorts am häufigsten frequentierten Straßen mit einer Länge von fast drei Kilometern datieren bis 2014 zurück. Für drei der fünf Straßenzüge hatte der Marktrat einen Komplettausbau unter Beteiligung des Ingenieurbüros aus Weiden beschlossen. Rund um die Verwirklichung mussten mehrere Hürden genommen werden. Zeitaufwändig gestaltete sich die Suche der Verwaltung nach einem Ingenieurbüro, das die Bodenuntersuchung erledigte. Eine neue Vorschrift forderte diese Vorarbeit. Dazu kam eine umfassende Dokumentation aller Anliegeranwesen mitsamt Zäunen und Gärten noch vor dem Baubeginn.

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