04.10.2019 - 22:11 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

"Ich bin in der Oberpfalz besser aufgehoben als da oben"

Felix Frönd stammt aus der Lüneburger Heide und leibt seit gut drei Jahren in der Oberpfalz. Der Brennermeister brennt für seine neue Heimat, die ihn anfangs sehr überrascht hat.

Felix Frönd lebt seit 2016 in der Oberpfalz.
von Julian Trager Kontakt Profil

Der Mann, der Oberpfälzer Whiskey, Gin und Schnaps herstellt, kommt aus Norddeutschland: Felix Frönd (54) stammt, wie er selbst sagt, aus dem "bisschen verschlafenen" Lüchow in Niedersachsen. Seit Februar 2016 lebt er in Reuth bei Erbendorf (Kreis Tirschenreuth). Er ist Brennermeister und Destillateur in der Hausbrennerei Schraml in Erbendorf.

ONETZ: Der Oberpfälzer ist ein Grantler und Sturkopf. Stimmt’s?

Felix Frönd: Mir ist gesagt worden, dass das schwierig werden könnte mit den Oberpfälzern. Die Leute in der Linedance-Gruppe, in der ich hier eingetreten bin, haben sich auch erst gefragt: Wie spricht der denn? Aber es hat nicht lange gedauert, bis das Eis gebrochen war und ich dazu gehörte. Ich bin hier mit offenen Armen empfangen worden.

ONETZ: Mit welchen Vorurteilen und Erwartungen sind Sie in die Oberpfalz gekommen? Und wie lautet jetzt Ihr Fazit?

Entfernte Bekannte aus Weiden hatten mir schon ein bisschen was erzählt. Aber ich hatte keine großen Erwartungen. Ich war überrascht, dass es hier so viele Attraktionen gibt: Linedance, Zoigl, viele Veranstaltungen in Weiden. Ich vermisse hier nichts.

ONETZ: Spielen Sie oft mit dem Gedanken, in Ihre alte Heimat zurückzukehren? Wie oft fahren Sie tatsächlich zurück?

Ich fahre gerne zurück – für ein paar Tage, um meinen ältesten Sohn zu besuchen. Vielleicht gehe ich als Rentner zurück, aber eher nicht. Ich glaube ich bin als Rentner in der Oberpfalz besser aufgehoben als da oben.

ONETZ: Was erzählen Sie dort von Ihrer neuen Heimat? Was würden Sie Ihren Verwandten oder Freunden zuerst zeigen, wenn die zu Besuch in die Oberpfalz kommen?

Meinen Kindern gefällt es hier sehr gut. Zwei Euro für ein Bier – so was finden sie in der Lüneburger Heide nirgends. Ich zeige ihnen die vielen Feste hier, die Kirchweihen, die Serenaden in Weiden. Und wir wandern, im Waldnaabtal oder im Steinwald.

ONETZ: Verstehen Sie Ihre Oberpfälzer Kollegen, wenn Sie mit ihnen nach Feierabend ein Bier trinken?

Ich verstehe alles. Aber reden kann ich es nicht, ich probier es auch nicht.

ONETZ: Fühlen Sie sich bereits als Oberpfälzer?

Schwierig. Als Oberpfälzer würde ich mich nicht bezeichnen und den möchte ich auch nicht spielen. Bin schon noch ein Norddeutscher. Aber ich fühle mich hier gut aufgehoben.

Serie "Zugroast":

In der Kolumne "Zugroast" stellen wir jede Woche Menschen vor, die aus Hamburg, dem Ruhrpott oder Kasachstan in die Oberpfalz gezogen sind - und hier eine neue Heimat gefunden haben.

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