06.09.2020 - 12:36 Uhr
RiedenOberpfalz

Generalsanierung des Freibads Rieden beginnt

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Wenn am Sonntag, 13. September, die Saison im Freibad Rieden endet, geht es dort erst richtig los: Die Generalsanierung wird eine der teuersten Baumaßnahmen der Gemeinde. Kosten von 3,4 Millionen Euro sind veranschlagt.

Einen imposanten Blick hat Bürgermeister Erwin Geitner von der Terrasse des Badcafés über die Anlage. Fast ein halbes Jahrhundert war das Freibad in Rieden „die“ Anlaufstelle für Freizeit und Erholung. Jetzt wird es generalsaniert.
von Paul BöhmProfil

Die Planung für die Generalsanierung des Riedener Freibades sei abgeschlossen, berichtet Bürgermeister Erwin Geitner: „Die vorbereitenden Schritte haben wir mit dem Architekten, dem Statiker und anderen Fachleuten abgearbeitet.“ Dazu gehörten auch ein Bodengutachten, Statik, Brandschutz und eine Vermessung des gut 7000 Quadratmeter großen Geländes.

Baugenehmigung liegt vor

Wenn Bademeister Max Wagner und Bürgermeister Erwin Geitner zum Saisonende am 13. September die Tore des Freibades schließen, soll es gleich losgehen mit den ersten Arbeiten für die Generalsanierung. Wie Geitner anmerkt, war eine Bürger-Infoversammlung geplant, doch die konnte wegen Corona nicht stattfinden. Da für die Sanierung auch Fördermittel des Bundes bereitgestellt werden, muss man laut Geitner noch das Okay der Landesbaudirektion Bayern Nürnberg abwarten: „Doch sobald der Bescheid vorliegt, werden die Ausschreibungen erfolgen.“ Die Baugenehmigung des Landratsamtes liege bereits im Rathaus.

Sanierung in zwei Schritten

Erste Schritte sind Rückbaumaßnahmen und die Räumung der bestehenden Gebäude. Gegliedert ist die Generalsanierung in zwei große Abschnitte. Im ersten werden der Sanitärbereich, der Kiosk, die Umkleidekabinen, der WC-Bereich, die Aufenthaltsräume und der Eingang neu gestaltet. Dies soll Ende des ersten Halbjahres 2021 erledigt sein, so dass das „alte“ Bad im nächsten Jahr noch einmal genutzt werden kann. Wenn die Saison 2021 im September beendet ist, will die Gemeinde den zweiten Bauabschnitt anpacken – mit der Sanierung der Wasserbecken. Mit einer Gesamtfertigstellung rechnet Geitner bis Ende des ersten Halbjahres 2022.

Eine wesentliche Veränderung ist die Vergrößerung des Kleinkinderbereiches, während das Springerbecken zurückgebaut wird. Etwas Besonderes werden laut Erwin Geitner die Breitbahnrutsche und der Kinderbereich mit einer eigenen kleinen Wasserrutsche. Entgegen vieler anderslautender Aussagen wird das 50-Meter-Becken erhalten. Auf einen barrierefreien Zugang zu den Becken, Umkleidekabinen, WC-Anlagen bis hin zum Eingangsbereich werde besonderer Wert gelegt.

Kein Corona-Fall im Freibad

Die geplanten Baukosten liegen bei etwa 3,4 Millionen Euro netto. Einen Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro hat der Bürgermeister bereits. „Uns ist es wichtig, dass trotz aller Baumaßnahmen und Veränderungen der familiäre Charakter erhalten bleibt“, betont Geitner. Dies sei auch die Leitmaxime der Planung. In seine Begeisterung darüber, dass die Sanierung bald beginnen kann, mischt sich auch Freude über die nun endende Saison 2020, die unter Corona-Vorzeichen eine ganz andere gewesen sei als sonst: Der Disziplin der Badbesucher, die die ausgesprochenen Schutzmaßnahmen eingehalten hätten, und dem Einsatz des Personals sei es zu verdanken, „dass wir in unserem Freibad keinen Corona-Fall hatten“.

Jetzt kann die Sanierung des Freibads Rieden angepackt werden

Rieden
Im Blickpunkt:

Das ist geplant

Die Generalsanierung bringt viele technische Veränderungen. So wird das Freibad künftig über zwei Luftwärmepumpen und Wärmetauscher mit insgesamt 370 KW Leistung beheizt. Die Energieversorgung der Luftwärmepumpen stellen weitere Photovoltaik-Flächen auf den Gebäuden sicher.

Durch die vorrangige Nutzung von Eigenstrom kann ein sehr großer Anteil der notwendigen Energie selbst erzeugt werden.

Die Gesamtwasserfläche des Schwimmerbeckens beträgt 685 Kubikmeter. Beim Erlebnisbecken sind es 463, beim Kinderbecken 213 Kubikmeter Wasser. Das Fassungsvermögen der Becken liegt bei etwa 1700 Kubikmetern, also 1,7 Millionen Liter Wasser.

Das Überschwallwasser wird künftig aufgefangen und nach einer Aufbereitung wieder in die Becken zurückgeleitet. „Dadurch kann der Wasserverbrauch minimiert werden und das bereits erwärmte Wasser läuft nicht in einem Kanal ab“, betont Bürgermeister Erwin Geitner.

Barrierefreiheit macht die Einrichtung künftig auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich.

Die neuen Becken werden aus Edelstahl sein – um den Aufwand für die Pflege und Wartung zu minimieren“, sagt der Bürgermeister. Die bisherigen jährlichen Frostschäden an den Fliesen gehören damit der Vergangenheit an.

Im Eingangsbereich werden automatische Kassensysteme errichtet und der gesamte Bereich wird auch erweitert.

Die Grünflächen sind etwa 4900 Quadratmeter groß. Die Summe der befestigten Flächen mit Treppen und Rampen machen 1435 Quadratmeter aus.

Zwischen den Becken werden zusätzliche Liegebereiche geschaffen. Hier ermöglicht eine neue Stützmauer zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken eine Aufweitung der Flächen.

Das Nichtschwimmer-/Erlebnisbecken wird zur Liegewiese hin mit einer Breitbahnrutsche aufgepeppt.

Im hinteren Bereich des Nichtschwimmerbeckens ist ein geringfügiger Anbau zur Beckenerweiterung mit einer Größe von 5 x 9 Metern vorgesehen. Dieser Anbau ist laut Geitner notwendig, um einen gefahrlosen Auslauf der Wasserrutsche zu gewährleisten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.