12.02.2021 - 17:36 Uhr
RiedenOberpfalz

Pfarrer Schubach geht nach Weiden: "Natürlich ist der Abschied hart"

Nach über 20 Jahren verlässt Pfarrer Gottfried Schubach die Pfarreien in Rieden und Vilshofen. In Weiden findet er eine neue Wirkungsstätte. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam und was ihm besonders fehlen wird.

Pfarrer Gottfried Schubach verlässt Rieden und Vilshofen.
von Autor MMAProfil

ONETZ: Herr Pfarrer, wie lange
waren Sie in Rieden und
Vilshofen tätig?

Pfarrer Gottfried Schubach: Im September sind es 22 Jahre hier, in den beiden Pfarreien Rieden, Mariä Himmelfahrt, und Vilshofen, St. Michael.

ONETZ: Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Pfarrer Gottfried Schubach: Ich bin hier nun kräftig verwurzelt und habe so viele Menschen kennen- und schätzen gelernt. Natürlich ist da der Abschied hart. Bei meinem Kommen habe ich jedenfalls nicht geglaubt, so lange hier zu bleiben. Rieden und Vilshofen sind richtig schöne Pfarreien.

ONETZ: Welche gute Erinnerungen werden Sie mitnehmen?

Pfarrer Gottfried Schubach: Zuerst die Erinnerung an die Menschen. Nach einer so langen Zeit sind da so viele Dinge, die mich mit großer Freude erfüllt haben, die auch richtig Spaß gemacht haben. Da sind die Gottesdienste, die Ausflüge, Wallfahrten, Feste, die Musik, so viele Aufgaben. Aber da sind eben auch Erlebnisse tiefen Ernstes und Leides, auch Enttäuschung. Alles bunt und ziemlich vielseitig. Unter dem Strich bin ich Gott sehr dankbar für die Jahre hier.

ONETZ: Durch die Corona-Krise ist das Pfarreileben – wie in allen Pfarrgemeinden – sehr beschnitten und droht noch weiter zerstört zu werden.

Pfarrer Gottfried Schubach: Mein Wunsch wäre es, sich von den Schäden nicht entmutigen zu lassen und kräftig neu zu starten, sobald das halbwegs wieder möglich ist. Wir haben viele sehr engagierte Gläubige hier. Bauvorhaben und sind ziemlich abgeschlossen und am Ende nicht so wichtig.

ONETZ: Wann ist Ihre Installation in Weiden Herz Jesu und für St. Johannes?

Pfarrer Gottfried Schubach: Das hat Zeit und wird schon noch geplant werden.

ONETZ: Was wünschen Sie sich von Ihrer neuen Gemeinde?

Pfarrer Gottfried Schubach: Gleich einen kräftigen gegenseitigen Vorschuss an Vertrauen, Offenheit, Wohlwollen und einen frohen Glauben.

ONETZ: Haben Sie schon bestimmte Neuerungen und Änderungen in dieser Pfarrei vor?

Pfarrer Gottfried Schubach: Bei einem Kurzbesuch habe ich den Eindruck gewonnen, dass die beiden Pfarreien hervorragend und liebevoll geführt sind. Daher ist das erste Anliegen, diese Fäden aufzunehmen. Wichtig ist das Kennenlernen der Menschen und das Wahrnehmen der wesentlichen Zusammenhänge. Ansonsten gilt es auch hier, mit den Folgen der Corona-Krise zurechtzukommen. Ein paar Kilometer habe ich schon auf dem Tacho und daher Erfahrungen, die ich hoffentlich positiv einbringen kann.

ONETZ: Vom Land in die Stadt: Wie hat Ihre Familie reagiert?

Pfarrer Gottfried Schubach: Der Wechsel vom Land in die Stadt ist nicht das Problem, denn ich kenne beides. Wobei ich die Freiheiten des Landlebens doch sehr schätze. In Weiden hatte ich meine erste Kaplanstelle in St. Elisabeth und kenne die Stadt daher noch etwas. Meine sieben Geschwister haben sich, soweit ich höre, positiv geäußert, leben aber mit ihren Angehörigen alle ziemlich weit weg, so wie es die Berufe mit sich gebracht haben. Meine betagten Eltern wollen in Vilshofen wohnen bleiben.

ONETZ: War Ihre Versetzung Ihr persönlicher Wunsch oder wurden Sie vom Bischof gebeten?

Pfarrer Gottfried Schubach: Selbst gemeldet habe ich mich nicht. Aber ich freue mich auf die neue, große Aufgabe und will sie nun wohlgemut angehen. Nach so langer Zeit ist ein Wechsel sinnvoll und kann neue und gute Impulse in die Pfarreien bringen. Von daher verstehe ich den Wunsch des Bischöflichen Ordinariats, dass die Priester die Pfarrei nach mehreren Jahren wechseln sollen. Ein großer Wunsch von mir ist, Rieden und Vilshofen weiterhin gut versorgt zu wissen.

ONETZ: Wie sehen Sie die Zukunft der katholischen Kirche? Was überwiegt? Die Ängste oder die Hoffnungen?

Pfarrer Gottfried Schubach: Ist das eine große Frage und an mich. Ich denke: Alle spüren, unsere Gesellschaft ist in einem epochalen Wandel. Wohin der geht? Im Jargon der Theologen gesagt: Die Kirche schwimmt darin mit herum, wird derzeit stark hin- und hergeworfen und hat so manches Leck von außen und beschämenderweise leider auch von innen her geschlagen bekommen. Das besorgt und macht tief traurig. Sicher ist: Angst und Kleinglaube sind für Christen wirklich keine Lösung. Und ich denke, ein Herumschrauben wird eher spaltend wirken und zumindest am Ende frustrieren. Die Meinungen gehen da leider sehr auseinander.

ONETZ: Wie kann man da gegensteuern?

Pfarrer Gottfried Schubach: Ich denke, wir sollten uns doch wohlgemut an den Rat vieler Heiliger halten. So in etwa: Wenn du die Welt verändern willst, dann fange zuerst bei dir an. Und ich vermisse die Fragen, die auf das Wesentliche gerichtet sind: Wie können wir den Glauben an Christus wiederfinden und ihn vertiefen? Wie können wir ihn in dieser Zeit und ihren Bedingungen leben? Und: Wie können wir ihn heute glaubhaft weitergeben?

Weidener Pfarreien freuen sich auf Pfarrer Gottfried Schubach

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.