12.12.2018 - 16:17 Uhr
RiedenOberpfalz

In Rieden: Norovirus legt Schule lahm

Zwei Tage lang war die Grundschule Rieden geschlossen - weil hier Dutzende Kinder und auch einige Lehrer am Noro-Virus erkrankt waren. Jetzt soll aber wieder Normalität einkehren.

Zwei Tage war die Grundschule Rieden wegen einer Noro-Infektion bei 60 Kindern geschlossen. Ab Mittwoch läuft hier aber wieder ganz normaler Unterricht.
von Heike Unger Kontakt Profil

Noro-Infektionen sind im Gesundheitsamt regelmäßig Thema, vor allem zur Hauptsaison dieser Krankheit, in den Wintermonaten. Doch das Ausmaß in Rieden hat sogar Amtsleiter Roland Brey überrascht: 60 von insgesamt 165 Schülern wurden krank.

"Das ist schon ziemlich viel", urteilt der Experte im Gespräch mit der Redaktion. Ein Problem sei, dass Betroffene auch dann noch andere anstecken könnten, wenn sie selbst gar keine Symptome mehr spüren. Deshalb sollte man eigentlich noch 48 Stunden nach dem Abklingen der akuten Beschwerden Kontakt zu anderen meiden - und also auch nicht in die Schule gehen. Das scheint in Rieden nicht funktioniert zu haben.

Hintegrund:

Übelkeit, Erbrechen: Auch wenn nicht sofort klar war, dass es sich in Rieden um den Noro-Virus handelte, waren die Symptome doch schon ein sehr deutlicher Hinweis für Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey. Seine Behörde hat regelmäßig mit dem Thema Noro zu tun, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie in Rieden.

Auch wenn diese Erkrankung hoch ansteckend und auch sehr unangenehm sei, so sei sie doch gerade bei Kindern meist nicht allzu folgenschwer. „Was wir fürchten, ist, dass sie in Krankenhäuser oder Altenheime schwappt“, sagt Brey: Hier seien dann ältere oder auch bereits geschwächte Menschen betroffen, was die Sache dann problematischer mache. Auch, weil die Betroffenen wegen der Magen-Darm-Probleme viel Flüssigkeit verlieren.

Deshalb sei seine Behörde auch schon seit Jahren in engem Kontakt mit den Heimen, um diese mit nötigen Informationen zu versorgen.

Dort waren bereits am Freitag 50 Kinder erkrankt, klagten über Übelkeit und mussten sich auch erbrechen. Deshalb wurde der Unterricht bereits um 9.30 Uhr beendet, wie Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger berichtet - in der Hoffnung, dass sich die Situation übers Wochenende stabilisieren würde.

Diese Zeit habe aber letztlich doch nicht ausgereicht, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. "Offenbar wurden auch am Montag Kinder mit Krankheitssymptomen in die Schule geschickt", teilte Hilburger mit. Das, so ergänzt Roland Brey, habe alles dann noch einmal neu angefacht. Und dann in Absprache mit Schule, Regierung und Gesundheitsamt zu der Entscheidung des Schulamts geführt, die Riedener Grundschule zwei Tage lang zu schließen. Dies wurde dann auch genutzt, um die Räume gründlich zu desinfizieren. Alle Eltern wurden laut Hilburger am Montag telefonisch über diese Zwangspause informiert. Wohl wissend, dass diese besonders berufstätige Eltern vor Probleme stellen könnte, habe man eine Betreuung angeboten, die aber niemand in Anspruch genommen habe.

Roland Brey spricht in diesem Zusammenhang von Nöten der Eltern, "die durchaus nachvollziehbar sind": Woher soll man auf die Schnelle eine Kinderbetreuung bekommen, wenn man berufstätig ist? Da komme es schon mal vor, dass auch ein krankes Kind in die Schule geschickt werde. Genau das mache es im Fall einer großen Ansteckungsgefahr wie bei Noro aber auch problematisch, die Ausbreitung eines Virus in den Griff zu bekommen.

In Rieden scheint sich aber nun alles wieder zu normalisieren. Auch der Schulbetrieb soll ab Mittwoch wieder wie gewohnt laufen.

Noroviren:

Das Gesundheitsamt hat zum Norovirus Hinweise parat:

Noroviren sind häufige Ursache von akuten Erkrankungsausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten-, Pflege- und Kinderheimen.

Das Norovirus ist sehr widerstandsfähig und bleibt außerhalb des menschlichen Körpers über Tage ansteckungsfähig.

Die Viren werden zu Beginn der Erkrankung in sehr großer Mengen im Stuhl ausgeschieden.

Die Infektion wird durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen oder über Speisen und Getränke.

Noroviren verursachen Magen- und Darmerkrankungen mit Erbrechen und starken Durchfällen. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Übelkeit, Mattigkeit, Bauch-, Kopf- und Muskelschmerzen.

Erkrankte sind während der akuten Phase und mindestens bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome durch Tröpfcheninfektion ansteckungsfähig. Das Virus kann noch über einen längeren Zeitraum mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden.

Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Erkrankte sollten in der akuten Phase Bettruhe einhalten und bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome Kontakt mit anderen meiden. Gründliches Händwaschen ist wichtig, da die Erreger noch länger mit dem Stuhl ausgeschieden werden können.

Hände nach jedem Benutzen der Toilette gründlich mit Flüssigseife waschen. Einmalhandtücher verwenden; privat auch Stoffhandtücher, personenbezogen, und täglich wechseln.

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