14.04.2019 - 18:23 Uhr
RiedenOberpfalz

Ziel: Im Alter möglichst lang selbstständig bleiben

"Das Seniorenmosaik ist eine anerkannte Koordinationsstelle für Angebote im Alltag": Das betonte Barbara Hernes, Koordinationsleiterin des Seniorenmosaiks im Naturpark Hirschwald beim VdK in Rieden.

Eine Knöpfhilfe hilft dabei, sein Hemd zuzuknöpfen, wenn man nur eine Hand benutzen kann. Nach einem Schlaganfall kann das der Fall sein und Betroffenen das Leben schwer machen.
von Hubert SöllnerProfil

"Unterstützungs- und Hilfsangebote im Alter" war ihr Vortrag überschrieben. Beim Hirschenwirt hörten ihn VdK-Vorsitzender Josef Niebler, zahlreiche Mitglieder, aber auch Gäste.

Wenn es jemandem schwer falle, allein zurechtzukommen kann laut Hernes gezielte Unterstützung dazu beitragen, das er länger zu Hause, in der gewohnten Umgebung, bleiben kann. Ziel sei es, möglichst lang aktiv und selbstständig leben zu können. Aus diesem Grund sei das Seniorenmosaik ins Leben gerufen worden. Seine Aufgabe: Angebote zur Unterstützung im Alltag als ergänzender Baustein in den Versorgungsnetzwerken für alternde und/oder pflegebedürftige Menschen in der Region.

Hilfe von A bis Z

Pflegende Angehörige sollen durch Betreuung stundenweise entlastet werden. Aktivierungsangebote sollen die vorhandenen Fähigkeiten der Pflegebedürftigen so lange wie möglich erhalten. Das Seniorenmosaik berate und informiere von "A" wie Alltagsbegleiter oder Alltagshilfen bis "Z" wie Zahlungsbefreiung, sagte die Referentin. Die Ansprechpartner beraten beispielsweise beim Beantragen der Pflegeeinstufung, bei Leistungen der Pflegekassen, aber auch bei der Vorbereitung auf MDK-Besuche. Sie vermitteln Unterstützung wie Essen auf Räder, helfen bei der Suche nach Tages- oder Kurzzeitpflege. Rat zur Sicherheit zu Hause gehört auch zum Angebot.

"Eigenständigkeit bewahren schafft im Alter eine hohe Lebensqualität", betonte Hernes. Dazu gehörten auch der Hausnotruf, technische Pflegehilfsmittel (häufig als Leihgabe oder zur Miete) und selbstverständlich das Erkennen und Beheben der Sturzgefahr. Das bedeute oft, dass Teppiche oder Läufer weggeräumt werden müssen. Auch Haltegriffe oder Handläufe gäben Sicherheit, im Bad oder auf Treppen.

Große und kleine Hilfe

Detailliert stieg Barbara Hernes in die Wohnraum-Anpassung und deren Finanzierungsmöglichkeiten ein, informierte zu Landespflegegeld und Zuzahlungsbefreiung. Nach einem Hinweis auf die eigene Vorsorge durch Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament stellte sie noch sogenannte Alltagshilfen vor. Zum Beispiel ein extra leichtes Besteck mit einem dicken Griff - zur besseren Handhabung bei Bewegungs-Einschränkungen oder Erkrankungen der Hand- und Fingergelenke (Arthrose). Ebenfalls hilfreich sei ein "Relieve-Messer": Seine spezielle Griff-Form erleichtert das Zerkleinern von Gemüse mit einem geringen Kraftaufwand. Ein "Strumpfanzieher" hilft beim Anziehen der Strümpfe bei Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule oder der Beine. Eine Knöpfhilfe ermöglicht das Knöpfen, wenn wie nach einem Schlaganfall nur eine Hand genutzt werden kann.

„Eigenständigkeit bewahren schafft im Alter eine hohe Lebensqualität“ betonte Barbara Hernes, Koordinationsleiterin des Seniorenmosaiks im Naturpark Hirschwald.
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