17.08.2021 - 09:59 Uhr
Riglasreuth bei NeusorgOberpfalz

Aus altem Vereinshaus wird moderne Tagungsstätte

Die Sanierung des Riglasreuther Kolpinghauses ist abgeschlossen. Was die Mitglieder nach dem Zweiten Weltkrieg einst eigenhändig aufgebaut haben, entspricht nun aktuellen Anforderungen.

von Autor ÖTProfil

Mit der Segnung durch Pfarrer Josef Waleszczuk wurde am Sonntagnachmittag das mit großem Aufwand sanierte Kolpinghaus in Riglasreuth eingeweiht. Zuvor zelebrierte der Geistliche im Beisein von zahlreichen Kolpingmitgliedern und weiteren Gästen im Garten eine Andacht. Der Patenverein Kolpingfamilie Ebnath war mit einer ansehnlichen Abordnung erschienen. Auch Pfarrvikar Paul aus Neusorg besuchte die Feierstunde.

Nach einem einleitenden Marienlied stellte der Priester die Frage, wer die Eheleute Josef und Maria eigentlich waren. Die Antwort darauf gab der Geistliche selbst: Maria habe Jesus in einem Stall zur Welt gebracht und Josef war ihr Bräutigam. Pfarrer Waleszczuk bat anlässlich des Feiertags Mariä Himmelfahrt um den Schutz der Gottesmutter. Gemeinsam beteten die Gläubigen das Gebet der Kolpingfamilie. Die anschließenden Fürbitten trug Walter Pirner, Vorsitzender der Kolpingfamilie Riglasreuth, vor. Nach dem Schlusslied segnete Pfarrer Waleszczuk die Räumlichkeiten.

Berührungspunkt zwischen Gemeinden

Pirner unterstrich danach in seinem Grußwort, dass er stolz auf die Einweihung sei. Sein Dank galt Pfarrer Josef Waleszczuk für die Segnung und den am Vortag zelebrierten Gottesdienst mit gesanglicher Begleitung des Kirchenchors Sankt Wolfgang. Ebenso zollte er dem Patenverein Ebnath Dank für seinen Besuch und vergaß auch nicht, das Neusorger Gemeindeoberhaupt Peter König, Planer Dipl.-Ing. Gerald Braun und den Bauausschuss sowie die vielen freiwilligen Helfer in seinen Dank mit einzubeziehen.

Die Grüße der Gemeinde Pullenreuth, zu deren Pfarrei der Ort Riglasreuth gehört, und des im Urlaub befindlichen Gemeindeoberhaupts Hubert Kraus überbrachte Zweite Bürgermeisterin Christa Bayer. Sie übermittelte herzliche Glückwünsche zur gelungenen Sanierung des Kolpinghauses. Dieses bilde einen Berührungspunkt zwischen den Gemeinden Neusorg und Pullenreuth.

Bayers Dank galt auch Neusorgs Bürgermeister Peter König, der Kirchenstiftung Pullenreuth mit Pfarrer Josef Waleszczuk sowie der Kolpingfamilie und allen Helfern. "Das Haus der Kolpingfamilie ist enorm aufgewertet worden", bekräftigte sie. Sie wünschte viele gute Zusammenkünfte, damit das Haus auch genutzt werde.

Zuschuss von 90 Prozent

Er habe das Amt für Ländliche Entwicklung mit ins Boot gezogen, betonte Neusorgs Gemeindeoberhaupt Peter König. Durch die "Förderoffensive Nordostbayern", mit der auch alte Bausubstanz fit für die Zukunft gemacht werden sollte, war es bei einem Kostenaufwand von 520 000 Euro und 90 Prozent Zuschuss möglich, das veraltete Vereinshaus in eine moderne Tagungsstätte umzubauen.

König dankte dem Gemeinderat, der katholischen Kirchenstiftung Pullenreuth mit Pfarrer Waleszczuk sowie Dipl.-Ing. Gerald Braun. Letzterer habe sich bei der Sanierung des Kolpinghauses über das Normale hinaus engagiert. Der Kolpingfamilie Riglasreuth obliege es nun, das Gebäude zu erhalten und zu pflegen.

Stellvertretend für Vorsitzende Carolin Knott gratulierte für den Ebnather Patenverein Hans Enders zur Segnung des neu gestalteten Kolpinghauses. Er wünschte dem Verband, dass es ein Haus der Begegnung werden soll. Ferner übergab er einen Geldbetrag und ein von Rudi Rubenbauer gestaltetes Bild. Dieser gratulierte anschließend mit einem Gedicht in humoristischer Form zur Weihe des Kolpinghauses.

Für den Pfarrgemeinderat Pullenreuth übermittelte auch deren Sprecherin Irene Ritter Glückwünsche zur Einweihung. Sie wünschte der Kolpingfamilie Riglasreuth eine gute Zeit. Mit einem gemütlichen Beisammensein und der Gelegenheit zur Besichtigung der Räumlichkeiten klang die Feier aus.

Im März sahen sich die Verantwortlichen die Fortschritte bei der Sanierung an

Riglasreuth bei Neusorg
Info:

Geschichte des Kolpinghauses

  • Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Tradition der Kolpingfamilie in Riglasreuth. Eine Gönnerin stellte ein Grundstück kostenlos zur Verfügung. Die Mitglieder errichteten trotz schwieriger finanzieller Kassenlage das Kolpinghaus.
  • Immer wieder wurden angebaut und renoviert. Die Gemeinde Neusorg hat das Nutzungsrecht vom Eigentümer, der Katholischen Kirchenstiftung Pullenreuth, erworben und war Bauherr.
  • Die Kirchenstiftung Pullenreuth beteiligte sich an den Kosten, die auf rund 500.000 Euro gestiegen sind.
  • Auch andere Verbindungen nutzen das Gebäude: Kirchenchor Sankt Wolfgang, Pfarrgemeinderat, Soldaten- und Reservistenkameradschaft.
  • Die alten Stühle und Eckbänke blieben erhalten und wurden mit neuem Stoff überzogen. Die Arbeiten erledigten die Kolpingmitglieder in Eigenregie.
  • Die alte Ölheizung wurde auf Gas umgestellt.
  • Der neue Tank für das Flüssiggas wurde außerhalb des Gebäudes unterirdisch verbaut, im Keller steht mehr Platz zur Verfügung.
  • Neben einem Herren- und einem Damen-WC gibt es auch eine barrierefreie und rollstuhlgerechte Toilette.
  • Eine neu angelegte, gepflasterte Rampe ermöglicht einen stufenlosen Zugang.
  • Der vormals enge Küchenbereich ist großzügiger und offener.

"Das Haus der Kolpingfamilie ist enorm aufgewertet worden."

Pullenreuths Zweite Bürgermeisterin Christa Bayer

 

 

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