Roding im Landkreis Cham
03.03.2021 - 12:06 Uhr

Durchsuchungen im Landkreis Cham nach zwei Todesfällen

Am Mittwochmorgen durchsuchen Polizei und Staatsanwaltschaft sieben Wohnungen im Landkreis Cham. Der Grund: Es hat zwei Todesfälle in der Stadt Roding im Zusammenhang mit Drogen gegeben.

Im Landkreis Cham fanden am Mittwochmorgen Durchsuchungen statt. Symbolbild: Patrick Seeger/dpa
Im Landkreis Cham fanden am Mittwochmorgen Durchsuchungen statt.

Im Landkreis Cham durchsuchten am Mittwochmorgen, 3. März, Polizei und Staatsanwaltschaft sieben Wohnungen nach Beweismitteln. Denn im Januar und Februar diesen Jahres kam es in der Stadt Roding laut Pressebericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz zu zwei Todesfällen "nachweislich und mutmaßlich aufgrund von Fentanyl-Intoxikationen".

Eine 21-Jährige ist am Samstag, 30. Januar, in ihrer eigenen Wohnung in Roding verstorben. Laut Pressebericht hielt sie sich zusammen mit einer weiteren Person in der Wohnung auf und beide atmeten Fentanyl ein. Eine Überdosierung führte bei der jungen Frau zum Tode.

Einen Tag später, am Sonntag, 31. Januar, wurde ein 25-Jähriger in einer anderen Rodinger Wohnung bewusstlos aufgefunden und musste reanimiert werden. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, jedoch ist er aus noch unklarer Ursache fünf Tage später, am 5. Februar, verstorben. Das Polizeipräsidium Oberpfalz gibt bekannt: "Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kann ein Fentanyl-Konsum nicht ausgeschlossen werden, rechtsmedizinische Gutachten dazu stehen noch aus." Unter enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg seit mehreren Wochen intensive gegen mehrere Personen wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung und verschiedener Betäubungsmittelverstöße, wie dem unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Bei den Durchsuchungen der Wohnungen stellte die Polizei geringe Mengen an Betäubungsmittel sicher. Die Beamten durchsuchten Beschuldigte und Zeugen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren. Ein vom Amtsgericht Regensburg erlassener Haftbefehl gegen einen 22-Jährigen, wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, wurde vollzogen, heißt es weiter im Pressebericht. Der Mann kommt in eine Justizvollzugsanstalt.

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Hintergrund:

Fentanyl

Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das als Schmerzmittel in der Anästhesie (bei Narkosen) sowie zur Therapie akuter und chronischer Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika ausreichend behandelt werden können, eingesetzt wird. Es ist in der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) gelistet und verschreibungspflichtig. Eine nicht fachgerechte Anwendung kann zu schweren Gesundheitsschäden oder zum Tod führen.

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