Küchelbacken leicht gemacht

Viele junge Hausfrauen trauen sich kein Hefegebäck zu und schon gar keine Küchel. Ulrike Gösl wollte mit ihrem Kurs in Roggenstein bei Vohenstrauß die Hemmschwelle dazu reduzieren.

von Elisabeth DobmayerProfil

Küchel beglücken jedes Damenkaffeekränzchen oder jede Familienfeier und prägten früher auch jede Oma nachhaltig, wenn sie zu Festlichkeiten für ihre süßen Leckereien gelobt wurde: „Niemand kann die Küchel besser als du.“ Die Kunst, die kleinen runden Süßigkeiten zu backen, gehört zum Repertoire jeder guten Hausfrau.

Fachlehrerin und Frauenbundvorsitzende Ulrike Gösl gab die Kunst des Küchelbackens nun an Interessierte im Pfarrheim weiter. Vor allem bei jungen Frauen stieß sie auf großes Interesse. So manche versierte Bäckerin staunte nicht schlecht, mit welchen Tipps Gösl dabei aufwartete. Worauf man achten sollte, wenn man Hefeteig zubereitet, erfuhren die Zuschauerinnen ebenfalls, die im Laufe der Vorführung auch selbst Hand anlegen durften. „Vielfach erkennt man gerade bei den Backwerken die kluge, umsichtige, erfahrene Köchin“, hieß es schon im „Häuslichen Glück“ von den Lehrerinnen der Haushaltungsschule Vohenstrauß der Armen Schulschwestern. Ulrike Gösl schaute sich viel von ihrer Oma ab.

Schon bei der Zusammenstellung des Backteigs müssten Grundregeln beachtet werden. Der Hefepilz kann sich mit Wärme gut entfalten. Auch beim Ausstechen sollte das Küchel keine eckigen Kanten aufweisen. „Sonst wird es niemals mehr rund.“ Staunend verfolgten die Zuschauerinnen, wie die ersten Küchel ins heiße Schmalz wanderten. Zum Umdrehen braucht es ebenso den richtigen Zeitpunkt. Fehler beim Küchelbacken treten besonders deutlich in Erscheinung. Das Gebäck lege deshalb ein Zeugnis der Gewissenhaftigkeit der Bäckerin ab. Bereits früher hieß es zum Hefebackwerk: „Darum, liebes Mädchen, merk dir gut: Beim Backen nimm dich wohl in Hut; denn jeder Fehler groß und klein, wird dir hier zum Verhängnis sein; sie werden offen all erscheinen, da hilft nicht leugnen und nicht weinen! Ja, Köchin, nimm dich wohl in acht, sonst wirst du hier zuschand‘ gemacht! Ein schön‘ Gebäck bringt dich zu Ehren; darum lass wohlweislich dich belehren.“ Die frischen Küchel wurden danach gleich an der Kaffeetafel verzehrt.

Info:

Küchelrezept

1 Würfel Hefe in eine Tasse bröckeln.

1 Teelöffel Zucker darüberstreuen. Etwas warten. Hefe flüssig rühren.

500 Gramm Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken.

40 Gramm Zucker, 1 halbes Fläschchen Buttervanille, 1 Päckchen Vanillezucker, 3 Esslöffel Rum, 1 Prise Salz, 1 bis 2 Eier, auf den Mehlrand geben.

Je 125 Milliliter Milch und Sahne sowie 60 Gramm Margarine lauwarm erhitzen und ebenfalls auf den Mehlrand geben.

Aufgelöste Hefe in die Mulde geben, alle Zutaten mit dem Rührgerät (Knethaken) zu einem glatten Teig verarbeiten. Der Teig ist fertig, wenn er sich vom Schüsselrand löst. Teig an einem warmen Ort gehen lassen, bis er doppelt so groß ist.

Teig etwa einen halben Zentimeter dick auswellen, mit einem Glas Kreise ausstechen. Kreise auf Backpapier legen, zudecken und nochmals gehen lassen.

1000 Gramm Schmelzmargarine oder reines Butterschmalz in einem weiten Topf geben und erhitzen.

Mit einem runden Holzbaustein die Mitte des ausgestochenen Küchels eindrücken und diese mit den Fingern ausziehen. Kücheln im heißen Fett beidseitig golden ausbacken. Beim Umdrehen darauf achten, dass kein Fett in die Küchelmitte kommt. Ausgebackene Küchel auf Kuchengitter abtropfen lassen.

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