Coronakrise: Anleitung zum Nähen von Gesichtsmasken

Das Coronavirus hat Weiden im Griff. Doch anstatt tatenlos zuzusehen, hilft Susanne Stoppe, wo sie kann. Seit zwei Tagen näht sie ununterbrochen Gesichtsmasken für die Coronahilfe und zeigt, was Menschlichkeit in diesen Tagen bedeutet.

von Redaktion ONETZProfil
Mundmasken selbst machen:

So funktioniert's

Auch Anfänger können eine Gesichtsmaske selbst nähen, meint die Rothenstädterin Susanne Stoppe – und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Zuvor aber betont sie: "Die Maske ist nicht zum Eigenschutz, vielmehr soll sie andere vor den eigenen Viren schützen! Ich übernehmen keine Haftung für eventuell entstehende Schäden! Eine Vervielfältigung und Weitergabe ist aber erwünscht." Und los geht's (siehe Beschreibung der Schritte in der Bildergalerie oben).

Susanne Stoppe ist es leid, in Zeiten von Corona zu Hause zu sitzen und nichts machen zu können. "Ich habe mir eine Anleitung gesucht, wie man eine Maske selbst näht und einfach angefangen", erzählt die Rothenstädterin. Ihrem langjährigen Hobby Nähen geht sie mittlerweile auch beruflich nach. Sie hat daher eine Menge verschiedener Stoffe zur Verfügung.

Mit einer Maske zur Probe habe sie angefangen. Nach zwei Tagen, in denen sie fast ununterbrochen genäht hat, waren es ganze 90 Stück. "Von der Schildkröte bis zum Herzchenmotiv war alles dabei", sagt Stoppe lachend. Danach machte sie den Praxistest und ging mit der Maske nach draußen.

Reaktionen ganz unterschiedlich

"Ich war als einzige mit einer Maske unterwegs", erzählt die Näherin. Die wenigen Menschen, die Stoppe begegnet sind, hätten beim Anblick ihrer Äffchen-Maske geschmunzelt, andere haben sie ein wenig belächelt. Doch das Wichtigste: "Es gibt doch ein gewisses Sicherheitsgefühl", meint Stoppe.

Das bedeutet nun nicht, dass mit einer Gesichtsmaske keine Ansteckungsgefahr besteht. Gegen Corona schützen nur sogenannte FFP3-Masken. Das Risiko bleibt also weiterhin. Doch könne eine Mund-Nasen-Maske zumindest dazu dienen, andere ein wenig zu schützen, erklärt Stoppe.

"Ich habe für die Maske reine Baumwolle verwendet und den Stoff doppelt genommen", erklärt Stoppe. Zum Test habe sie die zwei Lagen dicht vor den Mund gehalten und normal geatmet. "Wenn man beim Atmen keinen allzu großen Widerstand spürt, ist der Stoff geeignet." Für den Bügel der Maske verwendete sie eine sogenannte starre Leitung, die für den richtigen Halt sorgt.

90 Masken für andere

Was auch wichtig ist: Die Masken sind waschmaschinenfest. Stoppe rät, eine Maske nicht zu lange zu tragen. "Kurz Einkaufen ist in Ordnung. Doch für einen zweistündigen Spaziergang ist es nicht das Optimale, da die Gesichtsmaske recht schnell nass wird." Auch an eine Art Filter hat sie gedacht und dafür Taschentücher oder getrocknete Feuchttücher hergenommen, die sie am Baumwollstoff befestigt hat.

Nach diesem Schema hat die Weidenerin bereits 90 Masken genäht und ist weiterhin am Tüfteln, wie sie diese noch verbessern kann. "Ich will mich daran nicht bereichern", erklärt Stoppe. Die Masken stellt sie als Spende für die Corona-Hilfe her. Stoppe habe auch Anfragen von verschiedenen Seniorenheimen bekommen, doch sie weiß, "dass die Sache dann kein Ende nehmen würde".

"Die ganze Aktion wäre ohne meine beiden Töchter, die sich jetzt um ihren kleinen Bruder kümmern, ohnehin nicht möglich", betont die alleinerziehende Mutter. Ihr Dank geht auch an die Nachbarn. "Einer hat mir den Stoff zugeschnitten, eine andere Nachbarin hat mir verschiedene Stoffe als Spende gebracht", erzählt Stoppe gerührt.

Die Masken dürfen nicht als Mundschutz bezeichnet werden:

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