04.02.2020 - 15:45 Uhr
Rottendorf bei SchmidgadenOberpfalz

Bei Waldarbeiten: Mittelalterlicher Burgstall schwer beschädigt

Da hat jemand vollendete Tatsachen geschaffen: Im Wald bei Grimmerthal (Gemeinde Schmidgaden) hat eine Maschine einen denkmalgeschützten mittelalterlichen Burgstall schwer beschädigt. Die Behörden sind alarmiert.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Markus Raum ist nicht nur ein Liebhaber der Natur sondern auch Heimatkundler. Er kennt nicht nur die Biotope im Naabgebirge zwischen Johannis- und Friedrichsberg, sondern auch die Altstraßen, verlassenen Dörfer und die verwüsteten Burgen. Eine längst verlassene Burganlage liegt im Magdalenental, ganz in der Nähe der ehemaligen Mühle Grimmerthal, die als Jugendlandheim der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) bekannt ist.

Am Montag traute Raum seinen Augen nicht, als er bei dem Denkmal nach dem Rechten schaute. "Hier hat jemand ganze Arbeit geleistet", sagt er. Ganze Arbeit - im negativen Sinn. Der Burgstall wurde offensichtlich durch Forstarbeiten schwer beschädigt. "Die Wälle und der Graben wurden zerstört durch irgendein Fahrzeug. Harvester, Raupe oder Bagger, ich weiß es nicht", erklärt Raum.

Als "Mittelalterlicher Burgstall im Bereich Schmidgaden, Rottendorf" ist die Anlage in der im Internet für jedermann zugänglichen Denkmalliste eingetragen.

Der Bayern-Atlas stellt die Denkmal-Daten für den gesamten Freistaat kostenlos zur Verfügung

Raum hat umgehend die Denkmalschutzbehörde in Regensburg informiert, die ihrerseits das Landratsamt Schwandorf eingeschaltet hat. Ein Vertreter der Behörde war bereits vor Ort und hat die Schäden dokumentiert. Der Sprecher des Landratsamtes Schwandorf, Hans Prechtl, bestätigte den Vorgang. Das Landratsamt sei gerade dabei, sich mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen. Auch mit dem Eigentümer des Grundstücks sei mittlerweile gesprochen worden. Seinen Aussagen zufolge sei ihm nicht bekannt gewesen, dass sich auf dem Gelände ein kartiertes Bodendenkmal befindet.

"Die Arbeiten sind abgeschlossen, so dass dort jetzt kein weiterer Schaden angerichtet werden kann", erklärte Prechtl. In Artikel 15 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes heißt es: "Wer widerrechtlich Bau- oder Bodendenkmäler oder eingetragene bewegliche Denkmäler vorsätzlich oder grob fahrlässig zerstört oder beschädigt, ist unabhängig von der Verhängung einer Geldbuße zur Wiedergutmachung des von ihm angerichteten Schadens bis zu dessen vollem Umfang verpflichtet." Bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Verstößen drohen hohe Geldbußen.

Zum Wortlaut des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes

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