21.06.2018 - 11:37 Uhr
Rozvadov (Roßhaupt)Oberpfalz

Melodien fürs Herz

Seit 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Waidhaus und Rozvadov. Der Auftakt der Serenaden in der Roßhaupter Kirche gibt einen Vorgeschmack auf das Jubiläum.

Am Ende der Serenade gibt es verdienten Applaus für die Musiker.
von Josef ForsterProfil

Die damaligen Bürgermeister Jindrich Cerveny und Gustl Reichenberger unterzeichneten am 3. Juli 1993 die Partnerschaftsurkunde. Das zunächst für Sonntag, 15. Juli, geplante Fest ist wegen des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland verschoben worden. Neuer Termin ist am Sonntag, 23. September.

Eine herzliche Aufnahme erfuhren die Gäste aus Waidhaus am Mittwoch in der erneut aufgewerteten Ortskirche von Rozvadov. Unter Leitung von Hermann Mack musizierten sich Generationen von Instrumentalisten in die Herzen der mitgereisten Waidhauser und der Gastgeber.

Erstmals vor dem nun an zentraler Stelle wiedererrichteten Altarbild bot das Vereinsorchester des Musikvereins einen bunten Querschnitt seines reichen Repertoires. Die Fahnen beider Länder und beider Kommunen versinnbildlichten den Stellenwert, den das Serenaden-Gastspiel von Beginn an im Nachbarland genoss.

Mack führte in deutscher Sprache durchs Programm, Katerina Moravcová informierte als Dolmetscherin auf tschechisch über Stücke und Komponisten. Bürgermeister Borivoj Vrabec und Gemeindeangestellte Martina Klimpel dankten für die Einbindung in den Waidhauser Serenadenreigen: "Es ist wunderbar, dass wir miteinander in dieser renovierten Kirche feiern" und überraschte seine Amtskollegin Margit Kirzinger mit einem Geschenk.


Große Bandbreite

Melodien aus Bayern, Böhmen und der weiten Welt zogen sich durch das eineinhalbstündige Programm und bewiesen die große Bandbreite des Orchesters, in dem auch Instrumentalisten aus Tschechien mitwirkten. Großer Beifall belohnte das Ensemble nach jedem Stück, wobei traditionelle Märsche und die Nationalhymnen beider Länder nicht fehlten.

Sprache spielt keine Rolle

Mit der Neuauflage des in Böhmen ebenso bestens bekannten Herzschmerz-Hits "Rosamunde" landete das Ensemble einen weiteren Volltreffer, bei dem das Publikum mitklatschte und mitsang. Vor der Europahymne dankte Mack für die "fruchtbare Zusammenarbeit" und gestand: "Wir haben auch dieses Konzert wieder in sehr kurzer Zeit geschafft und auf die Beine gestellt." Dabei habe die Sprache keine Rolle gespielt, nur das Musizieren.

Mit einem Augenzwinkern sagte der Waidhauser Musikerchef: "Vielleicht sollte sich die ganze Welt und ganz Europa daran ein Beispiel nehmen, wie einfach alles ohne viele Worte und dafür mit Musik besser klappen kann." Kirzinger dankte für die freundliche Aufnahme und die unkomplizierte Organisation des Gastspiels. Dann zog sie ein freudiges Resümee: "Das war ein sehr schönes Konzert."

Rund um das Serenadenkonzert bot die Nachbarkommune in einem Pavillon vor der Wenzelskirche Getränke und böhmische Gebäckspezialitäten in unmittelbarer Nähe des neuen Freundschaftskreuzes an. Ein identisches Exemplar des auf einem aus Waidhauser Granit von Steinmetzmeister Thomas Reichenberger stehenden Symbols ist beim tschechischen Künstler Ivo Rudolf in Becov nad Teplou in Arbeit.

Hatte den Granitsockel für das Mahnmal in Rozvadov noch die Gemeinde Waidhaus übernommen und die Kosten der Kunstschmiedearbeit Rozvadov, so soll es beim Gegenstück für Waidhaus nun genau andersherum laufen. Noch ist nicht ganz in trockenen Tüchern, wo das wuchtige Kunstwerk in Waidhaus seinen Platz finden soll. Eine Errichtung noch in diesem Jahr steht schon fest.


Katerina Moravcová informiert als Dolmetscherin auf tschechisch über Stücke und Komponisten.
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