"Ich habe leider keine Zeit ..." Wann haben Sie das letzte Mal diesen Satz gesagt - und gleichzeitig bereut, dass Sie schon wieder nicht am Treffen mit alten Freunden teilgenommen, einen Spaziergang nicht gemacht oder das Konzert, auf das Sie eigentlich so gerne gegangen wären, nicht besucht haben? "Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen." Das erkannte Lucius Annaeus Seneca schon vor rund 2000 Jahren. Denn Fakt ist doch: Wir haben alle die gleiche Zeit. Das sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr. Und es ist ganz allein unsere Entscheidung, wie wir diese Zeit nutzen oder für was wir uns diese nehmen.
Es gibt keine grauen Herren wie in Michael Endes Roman "Momo", die unterwegs sind, um uns die Zeit zu stehlen. Das tun wir meistens schon selbst - und zwar, indem wir Zeiträuber wie Smartphones, Tablets oder Fernseher in unser Leben holen. Wann wollten Sie das letzte Mal nur "kurz im Internet was nachschauen" und haben Stunden später bemerkt, dass Sie immer noch am Rechner sitzen? Wann haben Sie wieder einmal den ganzen Abend vor dem Fernseher verbracht, nur um danach festzustellen, dass die Doku-Soap oder Gameshow nun wirklich keine Bereicherung für Ihr Leben war? Sehen Sie, so geht sie dahin, die kostbare Zeit. Diese hätten Sie auch einfach sinnvoll verplempern oder verträumen können - oder eben mit etwas verbringen, das Ihnen richtig gut tut.
Aber fragen Sie sich auch manchmal, wie das nun hat wieder passieren können? Wo die ganze Zeit denn so schnell hingekommen ist? Die Wissenschaft weiß: Ein Organ für Zeitwahrnehmung gibt es in unserem Körper nicht, deswegen lässt sich diese wohl auch so leicht manipulieren. Wenn wir ganz stark auf die Zeit schauen - zum Beispiel beim Warten auf den Bus oder den Zug - dann scheint sie überhaupt nicht zu vergehen. Wenn wir uns aber auf eine bestimmte Tätigkeit konzentrieren, wie etwa beim Musizieren oder beim Sport, dann verfliegt die Zeit scheinbar geradezu. Forscher haben nun herausgefunden: Vor allem die Körperwahrnehmung spielt hier eine Rolle. Wer wenig auf sich selbst achtet, hat leichter das Gefühl, keine Zeit zu haben.
Atmen Sie also mal wieder in Ruhe durch, meditieren Sie, essen Sie gesund - und vor allem in Ruhe. Sie werden schnell merken, dass es richtig gut tut, sich nicht unnötig hetzen zu lassen. Machen Sie sich bewusst: Jede Stunde hat 60 Minuten. Und das sind schließlich 3600 Sekunden. Entscheiden Sie selbst, für was Sie diese nutzen. Und genießen Sie jede einzelne davon. Denn wie sagte Peter Ustinov einmal so schön: "Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen." (ewa)













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