30.08.2018 - 11:40 Uhr

Sand, Schweiß und eine Prise Selbstüberwindung

Sandsäcke schleppen, laufen, schwimmen, Bob fahren und Liegestütze zur Strafe - der "Blaster Run" am Monte Kaolino ist nichts für Weicheier. Florian Sperber ist am Start gewesen.

Florian Sperber, hier bei den Straf-Liegestützen, nachdem er am Hangelhindernis abgerutscht war, kam als 46. ins Ziel. Bild: Andreas Brückmann
Florian Sperber, hier bei den Straf-Liegestützen, nachdem er am Hangelhindernis abgerutscht war, kam als 46. ins Ziel.

(brü) Den eigenen Körper an seine Leistungsfähigkeit bringen, eigene Grenzen überwinden und dabei Spaß haben? Das geht auch in der Oberpfalz. In Hirschau, im Freizeitpark am Monte Kaolino. Seit mittlerweile fünf Jahren an einem Tag im Jahr. Dann steigt der "Blaster Run", eines der führend-fordernden Hindernisrennen in Deutschland, bei dem es auf einer Strecke von 18 Kilometern mehr als 20 Hindernisse zu bewältigen gilt.

In diesem Jahr haben sich gut 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland und gut einem Dutzend weiterer Nationen wieder der Herausforderung gestellt. Unter ihnen auch der 28-jährige Florian Sperber aus Hohenburg (Landkreis Amberg-Sulzbach). Sperber selbst hatte in diesem Jahr unter anderem an den vergleichbaren "X Letix"-Lauf und dem "Spartan Race", jeweils in München, erfolgreich teilgenommen. Das Heimspiel in der Oberpfalz war für ihn aber erstmals eine neue Herausforderung.

Volles Programm

Seine Bilanz: "Ich hasse Sand. Zumindest die nächsten Wochen", sagt er grinsend im Ziel. Angetreten war er dabei im sogenannten Challenge-Run. Dieser umfasst das volle Programm auf der 18 Kilometer langen Strecke. Wer sich weniger zutraut, konnte im sogenannten Fun-Run antreten, der lediglich über sieben Kilometer geht. Für Sperber natürlich keine Option: "Wenn dann schon das volle Programm."

Um an den Start zu kommen, musste man dafür erst einmal den Monte erklimmen, sozusagen als leichtes Warmmachen: "Nach dem Start hieß es den Monte Kaolino so schnell wie möglich wieder runter zu laufen. Geht übrigens im Vergleich zum Aufstieg super leicht und angenehm, um ihn danach wieder zu erklimmen, also das erste Mal im Rennen." Das ist übrigens eine 220 Meter lange und mit 35 Grad steile Strecke aus feinstem weißen Quarzsand.

Loser Quarzsand

Und der Sand verzeiht nichts. "Endlich wieder oben ging es dann zum langen Sandbag-Carry." Wie der Name sagt: Sandsack schleppen. Weiter führte die Strecke über die Auffahrt des Monte hinunter und durch die Bogenschießanlage auf einem schönen Trail zurück zur Auffahrt und wieder hoch. "Zum Glück befestigt und nicht nur loser Quarzsand."

Dann ging es den Monte wieder hinab mit einem Zipfelbob. "Die erste Runde habe ich mich eingegraben und die zweite Runde war Blindflug mit Sandstrahlung in der Hoffnung: Bitte lass mich das Becken treffen." Das Becken ist ein Wassergraben am Fuße des Bergs, auf den man mit entsprechend hoher Geschwindigkeit auf dem Bob trifft. Anschließend führt der Weg weiter ins Freibad. Hangelhindernisse gilt es dort zu bewältigen. "Wenn du dabei abrutscht, heißt es Straf-Liegestützen zu machen, da bin auch ich nicht drum herumgekommen."

Durchtauchen

Das Unterwasserhindernis im Springerbecken des Freibads war "eine tolle Idee und bisher einzigartig für mich", so Sperber. Sprung vom Dreimeterbrett, durchtauchen, Gegenstand an die Oberfläche bringen. Und dies in einem Zug. Weiter ging es auf einem wunderschönen Trail durch den Wald den Buchberg hinauf. Für den Hohenburger war es eine weitere Herausforderung. "Der Sand in den Schuhen in Verbindung mit Wasser war eine blöde Mischung zum Laufen und wie Beton. Auf der zweiten Runde brachten mich zwei Jungs vom ,Crossfit Grafenwöhr' auf die tolle Idee, am Anfang vom Wald den Weiher zu nutzen und die Schuhe auszuwaschen. Da muss ich schon mal danke sagen dafür."

Tempo rausnehmen

Der Challenge-Run setzte sich aus zwei Runden zusammen. "Auf der zweiten musste ich einfach das Tempo rausnehmen, da bemerkte man den Freitag, wo ich bei einem langen und anstrengenden Feuerwehreinsatz gefordert wurde. Aber das war mir vorher klar und ich wollte trotzdem starten. Dementsprechend war die Zeit nicht so gut und der zweite Aufstieg nur noch mit Seil möglich. Aber es hat Spaß gemacht."

Mit einer Zeit von 3 Stunden und 48 Minuten kam Florian Sperber ins Ziel, landete auf Platz 46 von 51 im Ziel angekommenen Läuferinnen und Läufern. Schnellster war Manfred Seebauer, der für die Strecke lediglich eine Stunde und 59 Minuten benötigte. Als schnellste Frau war Kerstin Kastl zwei Stunden und 56 Minuten auf der Strecke unterwegs.

Auf der Fun-Run-Strecke von sieben Kilometern gab es einen gemeinsamen Zieleinlauf der Erstplatzierten. Mit einer Zeit von jeweils einer Stunde und acht Minuten überquerten Christian Föller und Florian Gintschel bei den Herren zusammen mit den Damen Marina Mutzbauer und Saskia Pöller die Ziellinie. Nach gut fünf Stunden war dann auch der letzte Läufer im Ziel, hatte seinen Körper an die Grenzen gebracht, und damit auch Gutes getan. Wie im vergangenen Jahr ging eine Spende aus den Startgebühren an den Förderverein Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum St. Marien in Amberg, "Flika", der sich heuer über 2500 Euro freuen durfte. Auch für das kommende Jahr steht der Lauf wieder an - und zwar bereits am 1. Juni 2019. Wenn nichts dazwischen kommt, dann auch wieder mit Florian Sperber am Start.

Ergebnisse:

Challenge Run Männer:

1. Manfred Seebauer, 1.59 h.

2. Angel Garcia, 2.13 h.

3. Andreas Wichser, 2.15 h.

Challenge Rund Frauen:

1. Kerstin Kastl, 2.56 h.

2. Stefanie Fleck, 3.18 h.

3. Andrea Meier, 4.14 h.

Fun Run Männer:

1. Christian Föller und Florian Gintschel, 1.08 h (zeitgleich).

2. Thomas Dörr, 1.10 h.

3. Sven Scherhaus, 1.12 h.

Fun Run Frauen:

1. Marina Mutzbauer und

Saskia Pöller, 1.08 h

2. Nina Fitzgerald, 1.16 h.

Gemeinsam anspornen. Bild: Andreas Brückmann
Gemeinsam anspornen.
 
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