12.09.2018 - 17:13 Uhr
Oberpfalz

Schärfer als alle Ahnen

Opel bringt den Corsa jetzt auch als GSI mit 150 PS. Doch was hat das mit dem Rallye-Kadett von Heribert zu tun?

Runde um Runde musste der GSI auf der Nordschleife des Nürburgrings drehen, bis Rennfahrer Volker Strycek mit der Feinabstimmung zufrieden war.
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Es ist wohl verjährt, deshalb kann es hier erzählt werden: Heribert aus unserer Straße hatte bereits den Führerschein und ließ den jungen damals schon Autobegeisterten ans Steuer seines – und jetzt kommt’s - „Rallye-Kadett“. Der hatte 60 PS und schnell machten ihn – aus heutiger Sicht – nur die fetten Streifen auf der Motorhaube. Warum wir uns daran gerade jetzt erinnern? Nun, weil im Presseheft („Minimag“) zum brandneuen Opel Corsa GSI eben jener Rallye-Kadett aus den 60er Jahren als einer der Urahnen zitiert wird. Neben den vier Corsa-Reihen natürlich, dem schwarz-gelben Kadett GT/E von Walter Röhrl und diversen anderen Blitz-Autos mit dem „GSI“ am Heck. Der jüngste Spross hat 150 PS und geht 207 Sachen. Damit wäre damals nicht nur Heribert (ab)geflogen.

Räubert durch die Kurven

Genug in der Vergangenheit geschwelgt. Die „Route Cretes“ zwischen Lothringen und Elsass, „Playground“ von Rallye-Serienweltmeister Sébastian Loeb, mit ihren unzähligen Kehren fordert den Corsa GSI. Und der macht seine Sache gut. Trotzt Frontantriebs bleibt der Kleinwagen tapfer in der Spur, nimmt den Tanz um die Kehren gerne auch mit engagierten Bikern – die gibt es hier in rauen Mengen – auf. Dabei macht er akustisch nicht auf dicke Hose, verkneift sich freilich ein paar optische Gimmicks nicht: Carbon am Wabengrill und den Spiegelgehäusen, angedeutete Lufteinlässe und einen Heckspoiler. Den freilich hat man nicht aus Jux und Tollerei montiert, weiß Rennfahrer Volker Strycek, der bei Opel als Direktor der Performance-Abteilung firmiert. Strycek hat den Corsa GSI mit seinem Team auf der Nordschleife des Nürburg-Rings abgestimmt. Mehr als 11.000 Kilometer jagten sie den Kleinen über die Rennstrecke, feilten an Nuancen bei Dämpfern, Stabis, Reifen, bis es unisono hieß: Passt!

Intelligente Dämpfer

Präzises Handling, ein fairer Preis, Effizienz und Umweltverträglichkeit mussten die Opel-Leute unter einen Hut bringen. Agilität erreichten sie durch eine Tieferlegung um zehn Millimeter, eine neue Hinterachse und ein adaptives Dämpfersystem, das nicht elektronisch sondern mechanisch geregelt ist. Es wertet die Anzahl der Schwingungen aus: Je höher die Frequenz desto härter die Einstellung. Serienmäßig rollt der GSI auf 17-Zöllern, optional gibt es 18-Zoll-Felgen, dann bereift mit Michelin-Pilot-Sport-4-Pneus. Für souveräne Verzögerung sorgen vorne 308er Scheibenbremsen. Der 1,4-Liter-Motor stellt das maximale Drehmoment von 220 Newtonmetern zwischen 3000 und 4500 Touren bereit. Für kurzzeitige Spitzen gibt es eine Overboost-Funktion. Freilich tut sich das Motörchen untenrum ein wenig schwer. Es braucht halt Drehzahlen. Der Motor erfüllt dafür aber die strenge Euro 6d-Temp-Norm. Geschaltet wird manuell; die 6 Gänge flutschen kurz und knackig durch die Gassen.

Anständig ausgestattet

Der Corsa GSI kostet ab 19.960 Euro. Er ist schon anständig ausgestattet. Die sehr empfehlenswerten Recaros und ein paar weitere Feinheiten kosten freilich zusätzlich. Einziges Extra für den Rallye-Kadett dürfte wohl ein Radio gewesen sein.

Der Rallye-Kadett aus den 60er Jahren

Bildergalerie Opel Corsa GSI

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp