26.08.2021 - 10:17 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Mönche wachen in Schirmitz über den Wasserpegel

Grüß-Gott-Weg nennen die Schirmitzer einen ihrer Lieblingsspazierwege. Er führt in der Verlängerung der Sandstraße hinauf zur Bechtsriether Höhe. Gleich am Beginn bekommen drei Weiher nun eine besondere Funktion.

Die drei verpachteten gemeindeeigenen Weiher erfüllen zukünftig die Funktion eines Regenrückhaltebeckens, die gepflasterten Flächen auf den Dämmen sind als Überläufe konzipiert. Die Teiche wurden wie der Bachlauf links im Bild in den letzten Wochen mit Baggern ausgeputzt und vertieft und werden wieder bis zu ihrem üblichen Niveau gefüllt.
von Iris Eckert Kontakt Profil

Wer die Sandstraße in Schirmitz bis zum Ende spaziert und sich in Richtung der Weiher aufmacht, kommt zuerst an drei gemeindeeignen Teichen vorbei. Planer haben diesen Weihern durch das oberhalb liegende Neubaugebiet Gladiolenweg nun eine besondere Funktion zugewiesen. Das komplette Regenwasser aus dem Neubaugebiet fließt künftig dorthin ab. "Schmutzwasser nicht. Das wird getrennt abgeleitet", stellt Bürgermeister Ernst Lenk fest und ergänzt: "Die Weiher erfüllen damit die Funktion eines Regenrückhaltebeckens." Dadurch soll verhindert werden, dass Niederschlag aus dem Gladiolenweg zu schnell in die Kanalisation schießt und letztlich die Regenwasserverrohrung in der Bachstraße überlasten würde.

Im Prinzip funktionieren die drei Weiher wie drei große Schüsseln. Ist die erste durch zu viel Regenwasser übervoll, läuft das Wasser über die mittlerweile mit großen hellen Steinen gepflasterten Übergänge auf den Dämmen in die nächste "Schüssel". Ganz so einfach ist die Technik natürlich nicht. Wie Lenk feststellt, handle es sich vielmehr um ein ausgeklügeltes System, in dem drei Mönche eine besondere Rolle spielen.

Der Mönch ist die Stau- und Ablaufvorrichtung eines Teichs. Die neumontierten Teichmönche in den drei Weihern haben ein besonderes Innenleben. Sie lassen ein Anstauen des Wassers bis zu einem gewissen, festgelegten Pegel zu. Steigt nun das Wasser durch den Zulauf aus dem Baugebiet Gladiolenweg im ersten Weiher zu stark an- übrigens der hinterste der drei von der Sandstraße aus kommend - wird es über eine verkleinerte Öffnung im Mönch, eine Art Drosselklappe, langsam wieder abgelassen.

Die gepflasterten Überlaufe auf den Dämmen zwischen den Weihern sind nur für den Fall da, dass der erste Weiher durch zu schnellen und zu viel Zulauf über die Ufer treten würde. Bevor das Wasser also unkontrolliert über die Dämme schwappt, fließt es über die gepflasterten Flächen in den nächsten Weiher. So die Planung. Sollte es derart stark regnen, dass alle drei Weiher überlastet wären, fungiert als letzte "Auffangschüssel" der Bachlauf daneben. Er wurde wie die drei Gemeindeweiher in den letzten Wochen ausgeputzt, die Weiher zusätzlich vertieft, um mehr Wasser fassen zu können. Geplant ist übrigens nach den Worten des Bürgermeisters, auch einen Teil des Regenwassers aus dem nächsten Neubaugebiet "Im Gwend" dorthin abzuleiten.

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Oberhalb der Baumreihe im Hintergrund entsteht gerade das Neubaugebiet Gladiolenweg. Das Regenwasser von dort fließt in die Gemeindeteiche ab.
Hintergrund:

Teichmönch

  • Der Mönch ist die Stau- und Ablaufvorrichtung des Teichs. Mit seiner Hilfe kann die Stauhöhe reguliert und das Wasser aus verschiedenen Zonen abgezogen werden.
  • Der Mönch selbst besteht aus einem Hohlkörper über dem Ablaufrohr mit je nach gewünschter Höhe des Wasserstandes variabel einsetzbaren Staubrettern im Innern.
  • Teichseitig drückt das Wasser durch eine Aussparung in den Mönch, dessen Ablauf je nach Höhe der Staubretter regulierbar ist. Bei Abbau der Staubretter bis auf den Teichboden läuft das Teichwasser ohne Stau in die Ablaufleitung und der Teich fällt somit gänzlich trocken.

 

 

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