17.05.2019 - 10:00 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Im Rhythmus der Skifahrer

Zwischen Warte-, Behandlungs- und OP-Räumen hängen signierte Bilder österreichischer Skiasse. Dr. Harald Aufmesser wohnt in Radstadt direkt neben seiner Klinik mit Blick auf die Pisten – zusammen mit einer gebürtigen Schirmitzerin.

Die gebürtige Schirmitzerin Sieglinde Hanauer lebt mit Dr. Harald Aufmesser zusammen, der in Radstadt und Obertauern viele bekannte österreichische Skirennläufer, aber auch einige Weidener operiert hat, die sich beim Wintersport verletzten.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

"Wir sind eine große, weit verstreute Patchworkfamilie", sagt Sieglinde Hanauer. Das Paar hat insgesamt fünf Kinder aus erster Ehe, sie zwei, er drei. "Harald ist bereits dreifacher Opa und ich werde erstmals Oma." Kennengelernt haben sich die zwei am Chiemsee. "Zusammen sind wir seit 2006."

Mit 19 Jahren hatte Hanauer nach der Fachhochschule die Oberpfalz verlassen und war nach München gezogen. Sie arbeitete als Fremdsprachenkorrespondentin und Sekretärin bei der Allianz, wechselte in die Pharmabranche, studierte Betriebswirtschaft und leitete eine eigene Pharmafirma.

Die Beziehung zu Aufmesser bedeutete drei Jahre lang viele Fahrten. "Im Sommer pendelte er nach München, im Winter fuhr ich nach Radstadt." In der kalten Jahreszeit sieht die 52-Jährige ihren Mann auch heute noch nur selten in Jeans und Hemd. "Es gab Jahre, da habe ich ihn während der Skisaison außer an ein, zwei Tagen nur in Operations- oder Arztkleidung gesehen." Wenn die Pisten und die Praxis voll sind, könne man ein normales Familienleben streichen.

Schnee und der Skisport bestimmen das Leben der beiden, obwohl sie selbst kaum die Bretter gemeinsam anschnallen. "Schnee-Freizeit gibt es für uns nicht." Fünf Monate lang führt das Paar ein Leben auf Abruf. "Man bekommt das ins Gefühl, wann er zum Essen kommt", beschreibt Hanauer den Alltag. "In den ersten Jahren habe ich schon gedacht, ich warte nur auf Dich." Im Sommer ist das anders. Da ist das Paar viel auf Reisen, die Krankenanstalt weitgehend geschlossen.

Aufmesser leitet mit seinem Bruder die vom Vater übernommene Praxis im Wintersportort Radstadt samt Privatklinik und war ärztlicher Leiter des sportmedizinischen Ambulatoriums des mittlerweile geschlossenen Olympiastützpunktes des österreichischen Skiverbandes in Obertauern. Das war die Ära von Skiass Hermann Maier. Aufmesser betreute den "Herminator" aus dem Nachbarort Flachau schon von jung auf. "Er war unkompliziert hat viel Vertrauen in uns gehabt", sagt der Arzt. Die Familien kennen und besuchen sich. Der schwere Motorradunfall des Skirennläufers 2001 mit einem offenen Unterschenkelhalsbruch geschah direkt hinter dem Haus des Mediziners. "Mein Bruder war sofort dort und ich gleich danach. Wir waren gerade beim Abendessen", erinnert sich Aufmesser.

Der Winter bedeutet für den Notarzt, Allgemein- und Sportmediziner Hochsaison. "Bei mir waren auch schon etliche Weidener." Täglich versorgt er mit seinem Team unzählige Brüche, Prellungen und sonstige Verletzungen. Und dennoch: "Im Vergleich zur Anzahl der Skifahrer ist es eine kleine Gruppe, die sich schwer verletzt." Deshalb müsse man niemanden vor diesem Sport warnen. "Im Verkehr passieren mehr Unfälle."

Die Krankenanstalt Radstadt von Dr. Harald Aufmesser liegt in Sichtweite der Pisten, der Ableger in Obertauern direkt neben den Abfahrten.
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