11.07.2021 - 11:52 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Stichstraße zur Blütenstraße bereitet in Schirmitz Kopfzerbrechen

Eine Entsorgungssünde der Vergangenheit holt die Gemeinde Schirmitz bei der Sanierung der Blütenstraße ein. Im Erdboden finden sich zum Teil Produktionsrückständen der Porzellanindustrie.

Die Stichstraße, die zwischen den Hausnummern 28 und 34 von der Blütenstraße abzweigt, bereitet Planern und Gemeinderat Kopfzerbrechen. Sie ist zumindest in Teilbereichen in der Vergangenheit vermutlich mit Produktionsrückständen der Porzellanindustrie aufgefüllt worden.
von Norbert DuhrProfil

Bürgermeister Ernst Lenk informierte den Gemeinderat über den aktuellen Sachstand der Sanierung der Blütenstraße. Zwischen der Hauptstraße bis zum Kiesweg sind die Kanal- und Wasserleitungsbaumaßnahmen abgeschlossen. Die Randeinfassungen sind gepflastert, und im Fahrbahnbereich ist bereits die Asphaltschicht eingebaut. Derzeit werden die Gehwege und Seitenstreifen gepflastert.

Im Teilbereich zwischen der Einmündung Kiesweg und dem Rosenweg ist der Kanalbau bis zur Blütenstraße 34 vorangeschritten. Die Wasserleitung ist bis zur Kreuzung Ginsterweg verlegt und bereits in Betrieb. Nach Auskunft von Bauleiter Siegfried Frankerl werden die förderfähigen Kanal- und Wasserleitungsmaßnahmen bis Herbst abgeschlossen sein, so dass rechtzeitig die Fördermittel für die Gemeinde noch nach den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben abgerufen werden können.

Im Bereich der Stichstraße zwischen den Hausnummern 28 und 34 wurde bei der Verlegung des Kanals festgestellt, dass in der Vergangenheit vermutlich Produktionsrückstände der Porzellanindustrie zur Auffüllung verwendet wurden. Zur ersten abfallrechtlichen Deklaration dieses Auffüllmaterials wurde das Material separiert, zwei Haufwerke gebildet, von der Protect Umwelt GmbH in Sulzbach-Rosenberg Proben entnommen und im Labor untersucht. Bürgermeister Lenk unterrichtete den Gemeinderat über verschiedene weitere Untersuchungen. In der Stichstraße ist die Einfriedung entlang der Grenze zum Grundstück Flur-Nummer 656/70 bereits vor der Beweissicherung durch die Landesgewerbeanstalt Bayern erkennbar gewesen.

Für den Ausbau dieser Stichstraße zeigte der Bürgermeister drei Varianten auf. Zwei Möglichkeiten hätten einen kompletten Bodenaustausch in der Stichstraße nötig gemacht sowie das Setzen von L-Stein-Mauern, um unterschiedliche Höhen zu angrenzenden Grundstücken aufzufangen. Beide Varianten hätten Mehrkosten von bis zu 200.000 Euro verursacht, also fast zehn Prozent der Gesamtsanierungskosten für die Blütenstraße. Variante drei lässt den aufgefüllten Untergrund im wesentlichen unangetastet, aus abfallrechtlicher Sicht kein Problem, wie Lenk erläuterte. Die Straße wird auf ein unbedingt notwendiges Maß verschmälert (etwa 3,50 Meter, geplant waren ursprünglich 4,50 Meter), der Einfahrtsbereich von der Blütenstraßen her bleibt groß genug, um Lkws die Ein- und Ausfahrt zu ermöglichen. Abgeschlossen wird die Sanierung mit einer stärkeren Asphalttragdeckschicht.

Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens, der erheblichen Mehrkosten durch Bodenaustausch und hoher Entsorgungskosten befürwortete der Gemeinderat die von Lenk vorgeschlagene Variante 3. Die technische Machbarkeit ist mit allen Beteiligten noch zu besprechen. Sollten Änderungen notwendig werden, wird der Bürgermeister ermächtigt, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Die Gewährleistung durch die Firma Strabag aus Maxhütte-Haidhof wird bei dieser Variante allerdings ausgeschlossen, weil wegen des Unterbaus Risse in Zukunft nicht ausgeschlossen werden könnten.

Ferner ging es um die Ausgestaltung des Fuß- und Radwegs zum Asternweg. Nach Darlegung des Sachverhalts durch den Sitzungsleiter beschlossen die Räte einstimmig, der geänderten Ausführung, wie im Ausführungsplan Deckenhöhenplan 5 (Fußweg) dargestellt, zuzustimmen. Der Zugang zum Grundstück Flur-Nummer 652/38 wird nicht gepflastert. Die Grünfläche ist hier durchgehend anzulegen. Zwei Bauherren im Baugebiet "Gladiolenweg" wurde das Einvernehmen mit den beantragten Abweichungen vom Bebauungsplan in Aussicht gestellt. Die Bauvorlage der Wohnbau Koller Bauträger GmbH zum Neubau einer Eigentums-Wohnanlage mit 8 Wohnungen und Stellplätzen auf Flur-Nummer 19 diente dem Plenum zur Kenntnis.

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