01.12.2019 - 15:12 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Urige Gedichte und flotte Musik

Die Adventslesung des Kulturkreises im nahezu ausverkauften Bürgersaal des Rathauses wird zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Dafür sorgen Geschichten und Anekdoten, gepaart mit urwüchsigem Humor und besonderen Klängen.

Eine besondere Adventslesung erlebten die Zuhörer im Bürgersaal mit der Mundartdichterin Anna-Elisabeth Gleißner (links) sowie Sängerin Stefanie Derdon und Gitarrist Günter Hagn (rechts).
von Norbert DuhrProfil

Kulturkreischef Franz Hermann Beckmann freute sich nicht nur über den guten Zuspruch, sondern besonders darüber, dass es gelungen war, erstmals die Mundartdichterin Anna-Elisabeth Gleißner aus Bechtsrieth zu einer Lesung nach Schirmitz zu gewinnen. Andreas Pöppel hatte sich um die Verpflichtung eines besonderen Musikduos verdient gemacht. Wie Beckmann ankündigte, werden Sängerin Stefanie Derdon und Gitarrist Günter Hagn aus Weiden diesmal ganz besondere Akzente setzen. Alle drei Vortragskünstler begeisterten mit ihren Beiträgen und ernteten viel Beifall.

Gleich zur Eröffnung des Abends führte das Akustik-Duo Steffi und Günter das Publikum auf ihre Musik ein, die von teils flotten, aber auch gefühlvoll vorgetragenen Soul- und Rockklassikern der besonderen Art geprägt war. Eindrucksvoll setzten die Sängerin mit ihrer charismatischen Stimme und der Instrumentalist mit seinem virtuosen Gitarrenspiel an diesem Abend die musikalischen Höhepunkte. Dabei brachten sie im Zusammenwirken große Harmonie zum Ausdruck.

Der Gast aus der Nachbargemeinde stellte sich dagegen als bodenständige Dichterin und Erzählerin uriger und auch nachdenklicher Begebenheiten aus dem Alltag vor. Dabei kam der seit 50 Jahren schon in Bechtsrieth ansässigen Poetin ein reicher Lebens- und Erfahrungsschatz zugute, aus dem sie mit zahlreichen selbst verfassen Gedichten nach dem Motto ihres Büchleins "Genauer betrachtet" die Zuhörer vortrefflich amüsierte. Lange Jahre hatte sie schon Vorlesungen beim Arbeitskreis Mundart Weiden absolviert. Der gebürtigen Stiftländerin merkte man bei ihren Vorträgen den heimatlichen Slang sogar noch an.Sie führte das Publikum mit Gedichten wie "Post vom Lebkuchen-Schmidt" oder "Mei Plätzla" gleich passend in die Vorweihnachtszeit ein.

An die frühere "staade Zeit" erinnernd meinte Gleißner, dass es davon heute ruhig noch "a bisserl mehr geben könnte". Mit den Reimen über den "Josef in der Kripp'n" leitete die Erzählerin über zu humorvollen und urigen Texten wie "Da Weyding", " As Leb'n", "Unterhaltung am Morgen", "Der Optimist" oder "s' Klassentreffen". Eine Hommage galt dem Bechtsriether Gotteshaus mit "as Kircherl as Stoa". Die Lacher auf ihrer Seite hatte sie mit der Inschrift "Oberweichenwärterswitwe" auf einem Friedhofskreuz.

Gleißner bot den Zuhörern natürlich auch ernste und besinnliche Beiträge an mit Versen wie "Es reihen sich die Tage, wie lange noch, das ist die Frage" oder "Es kummt wia's kummt" oder "Grenzenlos". Auch die Gedichte "A' jeder muss sei Pack'l trog'n" oder "Die Zeit wird knapp" gingen in diese Richtung. Heiterer wurde es wieder bei den Erzählungen aus Kindermund oder über Erlebnisse in der Schule. Als es Zeugnisse gab, sagte der Maxl: "Opa, du kannst de g'freia, des Zeugnis kummt dir heier gar net teia".

Nach einer Pause, in der die Besucher vom Veranstalter mit einem Glas Wein und einem kleinen Imbiss bewirtet wurden, setzte die Bechtsrietherin ihren humorvollen Part der Mundartlesung fort, ohne das allseits gegenwärtige Thema "Flüchtlinge" auszulassen. Kulturkreischef Beckmann dankte den Vortragenden am Schluss unter dem kräftigen Applaus der Zuhörer mit kleinen Präsenten.

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