Abwasserzweckverband will Sparpotenziale bei Kläranlage nutzen

Schlammersdorf
24.11.2022 - 14:51 Uhr

„Energieeinsparung, Energieeffizienz und Nutzung Erneuerbaren Energien“, diesem „Energetischen Dreisprung“ beinhaltet die Energie- und Potentialstudie für die Kläranlage. Der Abwasserzweckverband Schlammersdorf-Vorbach.

Umfassend und detailliert erläutert Alicia Schober, Energieberaterin am Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, die Energie- und Potentialstudie für die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Schlammersdorf-Vorbach.

Knapp zehn Monate nahm die Erstellung der Energie- und Potenzialstudie für die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes (AZV) Schlammersdorf-Vorbach in Anspruch. Das Ergebnis wurde nun den Verbandsräten in ihrer Sitzung vorgestellt. Der Abwasserzweckverband hatte im Frühjahr vergangen Jahres die Erstellung der Studie durch das Institut für Energietechnik (IfE) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden in Auftrag gegeben. Diese wurde durch den Projektträger Jülich im Rahmen der Kommunalrichtlinie aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Diverse Energiesparmöglichkeiten

In einer umfassenden Präsentation der Ergebnisse durch Energieberaterin Alicia Schober wurde aus energietechnischer Sicht auf relevante Anlagenbestandteile hingewiesen. "In der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage ist beim spezifischen Stromverbrauch ein hohes Einsparpotential vorhanden." Zur Reduktion von Strombezugskosten sei ein hoher Anteil an Eigenstromerzeugung empfehlenswert. Die Energieberaterin verdeutlichte mit einer Fülle von Diagrammen, dass bei einigen Aggregaten eine Erneuerung oder ein Austausch sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll wäre. Nach ihren Worten bietet die Biologie mit einer Gesamteinsparung von knapp 30 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr das größte Einsparpotential.

Mit Blick auf die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes mit einer Fläche von 103 Quadratmetern könne ein jährlichen Ertrag von 17 000 Kilowattstunden erwartet werden. Damit würden knapp 15 Prozent des Gesamtenergiebedarf der Kläranlage gedeckt und somit rund acht Tonnen CO2 eingespart werden. Der Gesamtertrag der PV-Anlage über 20 Jahre wurde auf 17 200 Euro geschätzt und sich bei einer Gesamtinvestition von 25 000 Euro in etwa zwölf Jahren amortisieren. Die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage wurde empfohlen.

Zudem könne durch effizientere, an den Kläranlagenbetrieb angepasste Aggregate der Energieverbrauch gesenkt und somit Kosten eingespart werden. Bei den Aggregaten verwies die Energieberaterin auf das Einlaufhebebecken sowie den Kompressor für das Sandfanggebläse aber auch die Belüftungselemente.

Nicht unerwähnt blieb in der Studie eine regenerative Wärmeerzeugung. Verschiedene alternative Wärmeversorgungsmöglichkeiten würden zur einer Reduktion von Treibhausgasemissionen führen. Wie aus der Studie hervorgeht, sollte eine Umstellung der zukünftigen Wärmeversorgung mittelfristig geprüft und im Rahmen einer geplanten Sanierung umgestellt werden.

48 700 kWh pro Jahr sparen

Die Studie wurde laut Energieberaterin nach der Ist-Situation erstellt. Als Fazit ergab die Studie, dass ein Einsparpotential von mindestens 48 700 Kilowattstunden pro Jahr vorhanden ist, was circa 27 Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. Als kurzfristige Maßnahmen sollte der Austausch der Belüftungskerzen (Lufteintragsmessung), des Gebläses I und II, der Bau von Photovoltaikanlagen zur Stromeigennutzung sowie zusätzliche Regelungsgrößen (Ammoniumnitrat) angestrebt werden. Mittelfristigen Maßnahmen erstrecken sich auf das Einlaufhebewerk, die Erneuerung der Feinrechen und das Sandfanggebläse sowie die Zählerinfrastruktur.

Ergänzend wurde auf eine kontinuierliche Auswertung verwiesen, um bei Veränderungen baldmöglichst eingreifen zu können. Zu den langfristigen Maßnahmen gehört ein wiederkehrendes Energiemanagement. Darauf aufbauend werden potenzielle Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet, welche nach ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten bewertet werden. Durch das Erreichen bestimmter Effizienzparameter können mit Hilfe der Studie Fördermittel aus der Kommunalrichtlinie in Anspruch genommen werden.

Für Bürgermeister Johannes Schmid war die Energie- und Potenzialstudie nach eigenen Worten sehr aufschlussreich. Nach kurzer Beratung wurde die Umsetzung der Ergebnisse von den Verbandsräten befürwortet. Gleichzeitig wurde der Schlammersdorfer Bürgermeister und Verbandsvorsitzender zur Auftragsvergabe in der Beantragung einer Förderung nach den Richtlinien des Kommunalen Klimaschutzes (KommKlimaFör) ermächtigt.

 
 

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