10.10.2019 - 13:02 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

Alles dreht sich ums Abwasser

Das Wissen erweitern, neue Informationen vermittelt bekommen und von den Erfahrungen der Kollegen profitieren: Dazu dient der Nachbarschaftstag für das Betriebspersonal der Kanalnetze und Kläranlagen.

Bei einer von drei jährlichen Fortbildungsmaßnahme treffen sich die Klärwärter aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN beim Abwasserzweckverband (AZW) Schlammersdorf-Vorbach. Im Bild die Teilnehmer an den mit dem Zweckverbandsvorsitzenden, Bürgermeister Gerhard Löckler, und Diplom-Ingenieur Michael Füg (vorne, von links).
von Redaktion ONETZProfil

Die Veranstaltung zur Fortbildung der 18 Klärwärter aus dem westlichen Landkreis Neustadt/WN war nach 2012 wieder beim Abwasserzweckverband (AZW) Schlammersdorf-Vorbach zu Gast. Über die Organisation und Ziele der dreimal jährlich stattfindenden Fortbildung des Betriebspersonals der Kanalnetze und Kläranlagen informierte umfangreich Diplom-Ingenieur Michael Füg vom Wasserwirtschaftsamt Hof.

Den Auftakt der Fortbildungsveranstaltung bildete eine Betriebsführung auf der Kläranlage des AZW Schlammersdorf-Vorbach mit Johannes Zinnbauer, Abwassermeister bei den Stadtwerken Grafenwöhr. Ergänzend dazu stellte der Technische Leiter der Stadtwerke Grafenwöhr, Gerhard Maier, die Abwasserentsorgungsanlage vor.

Das jährliche Aufkommen an Klärschlamm betrage dort etwa 1750 Kubikmeter, teilte er mit. Durch eine Entwässerung vor Ort werde eine Mengenreduzierung um 90 Prozent erreicht. Mit Blick auf die Klärschlammverwertung kam zum Ausdruck, dass nach der Düngemittelverordnung keine Überschreitung der Grenzwerte zu verzeichnen seien. Die stoffliche Verwertung erfolge in der Kompostierung und im Landschaftsbau.

Weiter informierte der Technische Leiter über die erfolgte Umstellung der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik. Damit stehe im Vergleich zu der bisher verwendeten Speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) jetzt ein kompakteres Programm zur Verfügung.

Zum zweiten Teil der Klärwärterfortbildung ging es im Anschluss ins Bürgerhaus. Dabei erläuterte Diplom-Ingenieur Michael Füg vom Wasserwirtschaftsamt Hof das breite Spektrum der durch den Nachbarschaftstag angestrebten Ziele. Es gelte zum einen, das Betriebspersonal aus seiner Isolation herauszuführen, erklärte er. Zum anderen gebe es bei der Fortbildung auf konkrete Fragen vor Ort praktische Antworten, der Wissensstand werde erweitert und die neuesten Informationen werden vermittelt.

Darüber hinaus werde das Personal durch Besuche anderer Abwasseranlagen zur kritischen Beurteilung der eigenen Arbeit befähigt, merkte Füg an. Gleichzeitig werde die bestmögliche Wirkung der Kläranlagen angestrebt. Ebenso dient die Veranstaltung dazu, die Abwasseranlagen wirtschaftlich zu betreiben, die vorgeschriebene Eigenüberwachung selbstständig vorzunehmen und deren Realisierung zu organisieren.

Der "Nachbarschaftslehrer" vermittelte außerdem, dass mit Blick auf das Abwasserabgabengesetz der Gemeinde zu einer günstigeren Abgabe verholfen werde. Ein weiterer Punkt sei, dass durch den jährlichen Leistungsvergleich das Betriebspersonal das Ergebnis der eigenen Anlage zu beurteilen vermag. Zu den Kernthemen des Nachbarschaftstages gehörten auch die Auswertung der internen Qualitätskontrolle (IQK), das Sammeln von Erfahrungen mit der Fremdwasserbestimmung, die Ermittlung von Fremdwasser mittels des „Gleitenden Minimums“ und die Dichtheitsprüfung von Abwasserkanälen.

Als Gastgeber hob Bürgermeister Gerhard Löckler in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes die vorbildliche Arbeit der Klärwärter hervor. Er würdigte mit anerkennenden Worten deren enorme Leistungen.

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