13.08.2020 - 11:51 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

Bürgerhaus soll benutzerfreundlicher werden

Das Thema führt in der Sitzung des Gemeinderats zu einer längeren Debatte: Es geht um behindertengerechte Lösungen für das Bürgerhaus. Zum Einbau eines Treppenliftes gibt es auch Optionen.

Schwerpunktthemen in der jüngsten Gemeinderatssitzung sind Überlegungen zur Barrierefreiheit des Bürgerhauses und Wünsche nach einem strukturierten Nutzungskonzept.
von Robert DotzauerProfil

Die Barrierefreiheit des Bürgerhauses ist dem Gemeinderat wichtig. Besonders eine behindertengerechte Toilettenanlage beschäftigte in der jüngsten Sitzung des Gremiums Bürgermeister Johannes Schmid und die Ratsmitglieder. Nach der Einholung von Angeboten informierte der Sitzungsleiter über den eher unpraktischen Einbau eines Treppenliftes mit Kosten von bis zu 25.000 Euro. Deshalb dachte er auch über Alternativen nach.

Als realisierbar hielt Schmid dabei die Errichtung einer Toiletten-Anlage in Container-Bauweise oder den Bau einer Zugangsrampe zum Bürgerhaus. Für die WC-Anlage im Bereich des Spielgeländes nannte er Kosten zwischen 29.000 und 35.000 Euro. Bedenken äußerte er allerdings über den Aufwand beim künftigen Unterhalt.

Als weitere Option nannte der Bürgermeister den Bau einer behindertengerechten Zuwegung zum Bürgerhaus mit geschätzten Kosten in Höhe von circa 85.000 Euro. „Die wohl beste Lösung“, wie er anmerkte. Als Zuckerl nannte er eine 69-prozentige Fördermöglichkeit aus Dorferneuerungsmitteln und errechnete einen Kostenanteil der Gemeinde von etwa 25.000 Euro. Gleichzeitig verneinte der Rathauschef Zuschussmöglichkeiten beim Bau einer Außenanlage und empfahl einen Förderantrag für die Rampenlösung beim Amt für Ländliche Entwicklung.

Für Gerhard Wiesnet kein endgültiges Credo. Der CSU-Gemeinderat zweifelte an der Verhältnismäßigkeit dieses Lösungsvorschlages: „Nur das Erdgeschoss für 85.000 Euro behindertengerecht zu erschließen, ist verrückt.“ Hans Wiesnet warnte ebenfalls vor begrenzten Nutzungsmöglichkeiten, weil mit einer Zuwegung nur das mittlere Stockwerk erreicht werden könne.

Das Thema war dann auch für zweite Bürgermeisterin Tanja Renner der Anlass, ein strukturiertes Nutzungskonzert für das Bürgerhaus einzufordern – das es teilweise bereits gebe, wie der Bürgermeister feststellte. Johannes Schmid verwies auf gute Ansätze, zum Beispiel die Raumbelegung durch die "Dorfkids" und die Senioren. An einem Konzept zur Entwicklung jugendgerechter Dörfer arbeite auch der Kreisjugendring, berichtete er und bedauerte, dass die Coronakrise viele Veranstalter ausgebremst habe. Ziel sei es nun, das Bürgerhaus verstärkt mit Kursen der Volkshochschule aufzuwerten.

„Die Nutzung des Bürgerhauses hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt“, ergänzte Bürgermeister a.D. Gerhard Löckler. Beispielhaft erinnerte er an 1200 Teilnehmer bei Veranstaltungen der VHS. Auch der Schützenverein habe dort eine Bleibe gefunden. Zudem werde das Haus für Gemeinderatssitzungen und standesamtliche Trauungen genutzt.

Als Seniorenbeauftragter kündigte Löckler eine verstärkte Nutzung durch die älteren Einwohner. Dazu sei ein barrierefreier Zugang unumgänglich. Mit Blick auf die „noch“ hohen Fördermöglichkeiten empfahl er eine rasche Entscheidung: „Wie lange es noch Zuschüsse in dieser Höhe gibt, steht in den Sternen.“

Dagegen empfahl zweite Bürgermeisterin Tanja Renner, alle Projekt-Alternativen durchzuchecken. Es gehe um viel Geld. Es gehe derzeit nur um einen Förderantrag, entgegnete der Bürgermeister.

„Für ein attraktives Bürgerhaus brauchen wir eine Gesamtlösung“, erklärte auch Stefan Lautner. Als Kompromiss schlug Hans Wiesnet vor, die Fördermöglichkeiten und Ratschläge des Amtes für Ländliche Entwicklung für alle drei Lösungsvorschläge abzuklären. In diesem Sinne fasste der Gemeinderat einen einstimmigen Beschluss.

Großen Wert legt die Gemeinde auf ein ausreichendes Baulandangebot. „Jeder, der bei uns bauen möchte, kann unter gemeindeeigenen Parzellen auswählen“, versicherte der Bürgermeister. Ein Signal ist die weitere Bauland-Erschließung. Das Gremium vergab zur Erschließung des Baugebietes „Schlammersdorf Süd III und IV“ die Planung an das Ingenieurbüro Zwick in Weiden. Die voraussichtlichen Planungskosten für den Bau der 105 Meter langen Anliegerstraße und für die Leitungsverlegungen betragen zur Erschließung von 5 Bauplätzen 28.750 Euro.

Gerhard Wiesnet empfahl die Vereinbarung eines zeitlichen Planungsrahmens bis Herbst 2020, um die Bauleistungen im Winter 2020/21 ausschreiben zu können. Unter dieser Bedingung erfolgte die Vergabe der Planungsleistungen einstimmig. Für die Bauplätze gebe es bereits Interessenten, teilte Johannes Schmid mit und kündigte weiteren Grunderwerb an.

Durch den im Aufstellungsverfahren befindlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan der Marktgemeinde Kirchenthumbach für den „Solarpark Altzirkendorf“ werden Belange der Gemeinde Schlammersdorf nicht berührt, stellte der Bürgermeister dann fest. Das Gremium hatte deshalb im Zuge des Beteiligungsverfahrens keine Einwände.

Im Informationsteil der Sitzung unterrichtete Schmid das Gremium über die Standort-Festlegung der im Zuge des Regionalbudgets der Integrierten Ländlichen Entwicklung geförderten „Mitnahmebänke“. Aufgestellt werden die Sitzgelegenheiten in den Ortschaften Ernstfeld, Menzlas, Moos, Naslitz und Schlammersdorf. Die Hauptschüler der fünften Klasse werden im nächsten Schuljahr die Teilhauptschule in Kirchenthumbach besuchen, gab der Rathauschef weiter bekannt. Der Bustransfer sei sichergestellt.

Gemeinderat und Kirchenpfleger Josef Thaller bedankte sich für die am nördlichen Kircheneingang durch ein Rasenschutzgitter optimierte Rasenfläche. Damit werde auch den Wünschen von Rollstuhlfahrern Rechnung getragen.

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