02.08.2019 - 18:05 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

Klärschlamm-Entsorgung wird erheblich teurer

Die Ausgaben steigen, die Rücklagen sinken: Mit dem Haushalt 2019 beschäftigen sich die Verbandsräte des Abwasserzweckverbandes Schlammersdorf-Vorbach. Insbesondere die Kosten für die Entsorgung des Klärschlammes erhöhen sich massiv.

Auch heuer sind im Haushalt des Abwasserzweckverbands Schlammersdorf-Vorbach verschiedene Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen in der Kläranlage eingeplant.
von Redaktion ONETZProfil

Die Beratung und Verabschiedung des umfangreichen Zahlenwerks war der zentrale Tagesordnungspunkt der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes (AZV) Schlammersdorf-Vorbach unter dem Vorsitz von Bürgermeister Gerhard Löckler (Schlammersdorf). Michael Eisner, der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kirchenthumbach, stellte den Haushalt mit seinen Eckdaten vor.

Der Gesamtetat beläuft sich auf 361 400 Euro gegenüber knapp 300 000 Euro im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahr wachsen die Ausgaben im Verwaltungshaushalt um 29 300 auf 265 850 Euro an, im Vermögensetat steigen sie um 33 050 auf 95 500 Euro. Zur Finanzierung der Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind Zuführungen aus dem Vermögensetat in Höhe von 33 550 Euro veranschlagt.

Der sich daraus ergebene ungedeckte Finanzbedarf im Verwaltungsetat beläuft sich auf 230 000 Euro, ein Plus von 15 750 Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Betrag ist von den beiden Kommunen entsprechend ihrer Einwohnerzahl zum 30. Juni 2018 aufzubringen. Demnach beläuft sich das Umlagesoll für die Gemeinde Schlammersdorf mit 865 Einwohnern auf 106 010 Euro, für die Gemeinde Vorbach mit 1017 Einwohnern auf 124 639 Euro.

In den nächsten drei Jahren könne über Entnahmen aus der Rücklage und Zuführungen zum Verwaltungshaushalt das Umlagesoll konstant gehalten werden, erläuterte der Kämmerer. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass keine unvorhergesehenen Ausgaben auftreten.

Der Rücklagenstand belief sich zum Jahresanfang auf 246 329 Euro und wird sich unter Berücksichtigung einer geplanten Entnahme in Höhe von 95 550 Euro auf 150 800 Euro zum Jahresende vermindern. Für Eisner ist der Zweckverband dennoch finanziell gut aufgestellt. Er verwies in diesen Zusammenhang auf die weitsichtige Planung.

Im Verwaltungshaushalt sind für Unterhaltungsmaßnahmen Mittel in Höhe von 40 000 Euro bereitgestellt. Neben der üblichen Instandhaltung sind mehrere kleine außerordentliche Projekte vorgesehen. Der größte Posten dabei ist der Austausch der Hebeschnecken, der mit circa 20 000 Euro veranschlagt ist. Zudem stehen die Prüfung der "ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel" und die Jahresinspektion der Sonderbauwerke durch die Stadtwerke Grafenwöhr an.

Kräftig erhöhen - um fast 50 Prozent - werden sich aufgrund gesetzlicher Änderungen die Entsorgungskosten für den Klärschlamm. Dabei stehe ein neuer Vertragsabschluss bevor, wobei sich die Steigerung bereits abzeichne, merkte der Kämmerer an.

Investiert werden soll im Hochbau in die Erneuerung der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik sowie die Anschaffung einer neuen Garage. Beides schlägt im Vermögensetat zu Buche. Für eine im nächsten Jahr anstehende Erneuerung der Belüftungsanlage, laut einer Kostenschätzung der Stadtwerke Grafenwöhr für etwa 60 000 Euro, sind die entsprechenden Mittel im Finanz-/Investitionsprogramm vorgesehen.

Die Verbandsräte stimmten dem Etatentwurf ohne Einwände zu. Gleiches galt für den Finanzplan und das Investitionsprogramm, jeweils für die Jahre 2018 mit 2022.

Im Blickpunkt:

Keine Einwände gegen Jahresrechnung 2017

Der Beratung mit Beschlussfassung des Haushalts für 2019 des Abwasserzweckverbandes Schlammersdorf-Vorbach gingen der Bericht der örtlichen Rechnungsprüfung und die Feststellung der Jahresrechnung 2017 durch Johann Wiesnet, den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, voraus. Dabei wurden keine Einwände erhoben.

Bei der Feststellung des Ergebnisses beläuft sich die Summe bereinigter Solleinnahmen und -ausgaben im Verwaltungshaushalt auf knapp 231 000 Euro, im Vermögenhaushalt auf 55 146 Euro. Somit betrug das Gesamtvolumen des Etats 2017 insgesamt 286 111 Euro. Die Verbandsräte nahmen die Feststellungen zur Kenntnis.

Von der Beschlussfassung zur Entlastung der Jahresrechnung 2017 war Zweckverbandsvorsitzender Gerhard Löckler wegen persönlicher Beteiligung nach der Gemeindeordnung des Freistaats Bayern ausgeschlossen. Nachdem sein Stellvertreter, der Vorbacher Bürgermeister Werner Roder, verhindert war, übernahm dessen Stellvertreterin Angelika Thurn den Vorsitz. Die von ihr beantragte Entlastung zum festgestellten Ergebnis der Jahresrechnung wurde einstimmig erteilt. (br)

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