Sie war eine Institution im Oberland und darüber hinaus: Maria Haas, die Wirtin von Schleißdorf. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang stand sie hinter der Theke des Gasthauses, saß mit am Stammtisch, hatte für jeden und alles von frühmorgens bis spätabends ein offenes Ohr. Jetzt ist sie im Alter von 91 Jahren gestorben und wurde am Friedhof in Wutschdorf beerdigt.
Im Wirtshaus in Schleißdorf wurde oft gesungen. Bei der Beerdigung erwiesen ihr Stammgäste und Nachbarn eine besondere Ehre: Am offenen Grab stellten sie sich zusammen und stimmten das Lied "Das schönste Bleamal auf der Welt, das ist das Edelweiß" an. Es war ihr Lieblingslied. Ein edles Weiß zierte auch das Haupt der Schleißdorfer Wirtin, die am Mariä-Himmelfahrtstag 1931 in Rückersrieth (Kreis Neustadt/WN) geboren wurde.
Nach dem Krieg übernahm die Familie in Löffelsberg bei Nabburg das landwirtschaftliche Anwesen von kinderlosen Verwandten. 1960 heiratete die junge Frau Franz Haas aus Schleißdorf. Die beiden übernahmen von den Schwiegereltern den Gasthof mit Landwirtschaft. Ihr Mann Franz starb bereits 1997. Maria Haas hinterlässt 4 Söhne und 2 Töchter sowie 16 Enkel und Urenkel.
Die Wirtshausbesucher, die verstorben sind, erhielten bei Maria Haas immer ein ehrendes Andenken. In ihrer Gaststube hat sie seit vielen Jahren die Sterbebilder der Stammgäste gerahmt und an die Wand gehängt. Damit hat sie jedem, der sich an den Wirtshaustisch gesetzt hat, gezeigt: Freud und Leid liegen eng beieinander, der Tod gehört zum Leben. Es ist noch Platz für das Bild von ihr selbst.















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