Auch wenn es sich "nur" um eine 650.000-Euro-Baumaßnahme handelte, so sei das doch berichtenswert. Das erklärte Landrat Richard Reisinger bei der Verkehrsfreigabe der Bruckmühlbrücke am Montagvormittag und führte dafür gleich mehrere Gründe an. Sicher sei die Kreisstraße 5 von Schönlind Richtung Schlicht viel befahren. Die Bruckmühlbrücke, die sich auf der Strecke befindet, war von August bis Dezember komplett gesperrt. Es folgte eine Winterpause und anschließend eine halbseitige Sperrung für die restlichen Arbeiten.
"Boom vorbei"
Dass sie nun wieder befahrbar ist, dürfte etliche Verkehrsteilnehmer freuen. Musste viele doch längere Umwege in Kauf nehmen, um ans Ziel zu kommen. Reisinger betonte bei der Zusammenkunft aber auch, dass eine Investition mit über einer halben Millionen Euro nicht selbstverständlich sei. Vor allem zukünftig müsse man überlegen, für was noch Geld ausgegeben wird, wenngleich der Landrat die Brückensanierung zu den Pflichtaufgaben zählte. Bei der Kür sehe es anders aus, dort müssten die politisch Verantwortlichen abwägen. "Wenn ich mich nicht täusche, ist der Boom vorbei", erklärte Reisinger.
Er dürfte damit auf die zahlreichen Krisen angespielt haben, die sich derzeit häufen. Die seit über zwei Jahren vorherrschende Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg sicherlich. Aber auch auf die drohende Änderungen in der Zinslandschaft machte der Landrat aufmerksam. Hebt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins an, wie das die Amerikaner gerade vormachen, gibt es kein billiges Geld mehr. Weder für den privaten Häuslebauer, noch für die Unternehmen. Die Gefahr einer Rezession steigt, weshalb die EZB diesen Schritt bisher vermieden hat. Andererseits zwingt die seit Monaten anhaltende hohe Inflation die Zentralbank eigentlich zum Handeln.
Schäden durch Tausalzwasser
Zurück zur Sanierungsmaßnahme. Die Brücke ist 1966 gebaut worden. Prinzipiell werden solche aus heutigen Gesichtspunkten gebaut und sollen dann 100 Jahre halten, erklärte Rainer Rubenbauer. Der Ingenieur fügt aber an: "Damals (1966; Anm. d. Red.) wussten wir aber noch nicht, dass die Fahrzeuge so schwer werden." Das sei aber nicht das große Problem gewesen. Arbeiten an der Bruckmühlbrücke sind vor allem deshalb notwendig geworden, weil Tausalzwasser Schäden verursachte. Deshalb mussten unter anderem der Beton saniert, die gesamte Abdichtung, die Asphaltschichten, das Geländer und die Schutzplanken erneuert und die Unterseite des Bauwerks mit einem Schutzanstrich versehen werden. Abgesehen von den nun ausgebesserten Mängeln ist die Bausubstanz bei Untersuchungen als grundsätzlich erhaltenswert eingestuft worden.
Sanierung der Bruckmühlbrücke
- Die Brücke wurde im Jahr 1966 erbaut.
- Sanierungsarbeiten starteten im August 2021.
- Kosten für die Sanierung: 650.000 Euro.
- Die Firma Strabag hat nach der Ausschreibung als wirtschaftlichster Bieter die Arbeiten übernommen.













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