24.02.2020 - 19:46 Uhr
Schlicht bei VilseckOberpfalz

Schlichter Senioren-Fasching: Inder-Prinzenpaar gibt den Ton an

"Schlicht – trara", das ist jedes Jahr wieder das Stichwort für einen Senioren-Fasching, der keine Wünsche offen lässt. Bloß mit dem Prinzenpaar war heuer etwas durcheinandergeraten.

Ein absoluter Höhepunkt des Schlichter Seniorenfaschings war der Auftritt des "Inder-Prinzenpaares" mit der Schlichter Altherren-Garde (Mitte, von links: "Prinz" Robin Xavier, "Adjudant" Christian Trummer und "Prinz" Hruday Madanu).
von Autor CTProfil

Mit einem bunten Programm, Stimmungsmusik und nicht zuletzt mit Kaffee, Kücheln, Schmalzgebäck sowie Bowle und herzhaften Happen – alles selbst gebacken und zubereitet – sorgte der Sachausschuss Seniorenarbeit wieder für einen tollen Faschingsnachmittag. Das phantasievoll dekorierte Pfarrheim war bis auf den letzten Platz mit bunt maskierten und originell kostümierten Besuchern besetzt. Bemerkenswert am Schlichter Seniorenfasching war vor allem wieder, dass das dreistündige Programm ausschließlich von Akteuren aus den eigenen Reihen bestritten wurde.

Das „HaKa-Duo“ (Hans Hufsky, Karl Stubenvoll) sorgten mit Unterhaltungs-, Tanz- und Schunkelmusik für beste Stimmung. Diese zeigte sich schon gleich beim lautstarken Mitsingen der Schlichter Faschingshymne "Trara – in Schlicht is heut Seniorenfasching". Da war der in Trauerkleidung erschienene und auf "Seniorenprobleme" vorbereitete Referent (Christian Trummer) fehl am Platz, aber er wurde nicht nur flugs faschingsgerecht umgekleidet, sondern stellte sich auch thematisch schnell auf die tolle Stimmung im Saal um. Diese erreichte einen Höhepunkt, als nicht etwa ein Kinder-Prinzenpaar, sondern ein echtes Inder-Prinzenpaar (Pater Robin und Pfarrvikar Madanu) samt einer Garde S(s)chlichter Herren im gesetzten Alter einzog. Die indisch-bayerische Kooperation gelang prächtig, und die Prinzen kannten sich schon bestens in den Faschingsgepflogenheiten und den örtlichen Gegebenheiten aus, wie die Proklamation ihrer närrischen Gesetze zeigte.

Weniger für Betroffenheit als vielmehr für große Heiterkeit sorgte dann die Klage des Pfarrvikars Hruday Madanu, weil "dieser Senioren-Großsprecher Christian" sich die vertretungsweise Vermeldung absolut nicht aufschreiben wollte und sie dann auch entsprechend durcheinanderbrachte.

Dafür litt das Publikum dann richtiggehend mit bei der von den "Kirchturm-Spatzen" Paula Stubenvoll und Hildegard Trummer überaus gefühlvoll "gezwitscherten" Ballade "Fremder Inder hier in Schlicht", der im letzten Jahr noch so einsam war und allein alle Arbeit tun musste und dann so froh war, als endlich mit Pater Robin ein Landsmann vor ihm stand, mit dem er nun gemeinsam die Pfarreiengemeinschaft "verarztet". Begeisterter Beifall war der Lohn.

Viel Lachen im Saal rief die Reportage von Resi Regler "-Hohenstein" über das tragische Geschehen am Skihang in Unterweißenbach hervor, bei dem bei der Erledigung eines dringenden Bedürfnisses dummerweise die Skier nicht abgeschnallt worden waren. Auch der Sketch "Auf dem Finanzamt", in dem ein gerissener Steuersünder (Hans-Ludwig Adam) bereitwillig zweifelhafte "Steuer-Spar-Tipps" gab, versehentlich aber dem Finanzbeamten, der gerade eine Pause vor seiner Amtsstube machte, kam toll an. Ebenso erntete die Szene "Beim Friseur" mit Pater Robin, der – frisch frisiert – dann in Rom vom Papst bedauert wurde, weil er so einen miserablen Friseur habe, stürmischen Applaus.

Begeistert ging das Publikum auch beim Refrain des Liedes "Was geht das uns (Schlichter ) an" mit, als ein "Projektchor" frei nach dem Motto "Man red't ja nicht, man sagt ja bloß" Begebenheiten und Personen rund um Schlicht in pikanter Weise aufgriff. Für höchstes Vergnügen sorgte schließlich noch eine "Hutmodenschau", bei der Madame Irmgard (Kohl) selbst kreierte und deshalb preiswerte Modelle, wie "Freilandhuhn", "Korkenkrone" oder "Vogelnest" präsentierte und schließlich auch die prominenten Herren im Saal mit passenden Kopfbedeckungen aus aller Welt versorgte. Diese "Gentlemen" revanchierten sich, indem sie an alle Damen im Saal zu deren Freude Rosen verteilten.

Auch Bürgermeister Hans Martin Schertl ließ sich von der tollen Stimmung anstecken, bereicherte sie mit humorigen Worten und hatte auch eine finanzielle Unterstützung parat. Damit zollte er – ebenso wie Pater Robin – den Verantwortlichen, den Mitwirkenden und den Organisatoren hohen Respekt für das vielfältige Programm und die tolle Gemeinschaftsleistung. Er dankte allen für ihren Einsatz, was auch der große Beifall und ein kräftiges dreifaches "Schlicht – trara" aller Besucher noch unterstrichen.

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