Schmalnohe bei Edelsfeld
31.05.2019 - 14:34 Uhr

Erst in die Kirche St. Otto, dann ins Wirtshaus Zum Blechernen Reiter

Am Ortsrand von Schmalnohe liegt die kleine Kirche St. Otto. Sie hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Die erzählt die Führung "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" am Sonntag, 2. Juni. Das Wirtshaus heißt diesmal Zum Blechernen Reiter.

St. Otto in Schmalnohe: Wissenswertes über das Kirchlein erfahren Interessierte am Sonntag ab 16 Uhr bei Kirche und Wirtshaus mit Pfiff. Bild: exb
St. Otto in Schmalnohe: Wissenswertes über das Kirchlein erfahren Interessierte am Sonntag ab 16 Uhr bei Kirche und Wirtshaus mit Pfiff.

St. Otto gehört heute zur Pfarrei Schlicht, Schmalnohe zur Gemeinde Edelsfeld. Bis in das 18. Jahrhundert hinein war dieses Kirchlein dem heiligen Martin geweiht. Daraus erschließt sich, dass sie wohl im 8./9. Jahrhundert gegründet wurde, heißt es in einer Pressemitteilung der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg zum Termin. Als man den vermeintlichen Bau von 1722 im Jahr 1969 renovierte wurden unter dickem Putz mittelalterliche Wandgemälde aufgedeckt, dazu zwei schmale, zugemauerte Fenster, die auf eine weitaus frühere Entstehungszeit hindeuten.

Jahrhundertelang war die Kirche mit dem Kloster Michelfeld verbunden. 1556 wurde in Schmalnohe der evangelische Glaube eingeführt. Als die Oberpfalz zu Bayern kam, wurde die evangelische Bevölkerung 1628 gezwungen katholisch zu werden. 1669 übernahm dann wieder das Kloster Michelfeld die Seelsorge an der Martinskirche in Schmalnohe. Der Abt des Klosters ließ die alte baufällige Kapelle abreißen und eine neue auf den Grundmauern – mit manchen der alten Wände – erstehen.

Mit der Weihe der fertig gestellten Kirche bekam sie den Namen St. Otto, benannt nach dem Bamberger Bischof. Auffälligstes Stück der Innenausstattung ist der barocke Hochaltar mit den vergoldeten Akanthusranken, in dessen Mitte sich als geschnitzte Holzfigur (um 1490) der heilige Otto befindet. Diese ist viel älter als der Altar selbst. Neue Ausgrabungen an der Kapelle brachten wichtige Ergebnisse für die Entstehung und die Besiedelung von Schmalnohe.

Nach der Kirchenführung, die um 16 Uhr beginnt, geht es ins Wirtshaus Zum Blechernen Reiter in Sigras. Ursprünglich stand an der Stelle des heutigen Gasthauses bereits im 16. Jahrhundert ein Wirtshaus mit demselben Namen. Dieser kommt von den berittenen Landsknechten, die im Volksmund „blecherne Reiter“ genannt wurden. Als Besitzer ist im 16. Jahrhundert die Familie Wolff erwähnt, im 17. Jahrhundert die Familie Thonauser. Mitte des 18. Jahrhunderts taucht der Name „Ottman“ als Wirt von Sigras auf, der heute noch als Besitzer geführt wird.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde immer wieder renoviert, an- und umgebaut, bis Familie Ottmann 1972 das alte Gebäude abriss, um neu zu bauen. Heute ist der Gasthof Zum Blechernen Reiter ist nicht zuletzt wegen seiner Spezialitäten bekannt: gebackene Karpfen und Schlachtschüssel.

Das Projekt Kirche & Wirtshaus mit Pfiff der Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg wird gemeinschaftlich getragen von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und dem Evangelischen Bildungswerk (EBW) Amberg-Sulzbach sowie den Städten Amberg und Auerbach, dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE).

Auffälligstes Stück der Innenausstattung ist der barocke Hochaltar mit den vergoldeten Akanthusranken und einer geschnitzten Holzfigur (um 1490) des heilige Otto. Bild: Konrad Schornbaum
Auffälligstes Stück der Innenausstattung ist der barocke Hochaltar mit den vergoldeten Akanthusranken und einer geschnitzten Holzfigur (um 1490) des heilige Otto.
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