02.07.2021 - 18:50 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Abwassersituation schlägt Wellen

Arno Diener öffnet den Technikkasten, von dem aus die biologische Kleinkläranlage für das Jugendlandheim Grimmerthal betrieben wird. Er will damit untermauern: "Hier gelangen keine schmutzigen Abwässer in Bach und Badeweiher".

Arno Diener, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, erläutert das System der biologischen Kläranlage des Landjugendheimes Grimmerthal.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Bei der künftigen Konzeption des Naherholungsgebiets Magdalenental gibt es mehrere Eckpunkte zu beachten, so die Abwassersituation. Eine Äußerung von Schmidgadens Kämmerer Hans Werner, den Oberpfalzmedien zum Thema "Naherholungsgebiet" befragt hatte, stößt nun Arno Diener, dem Verwalter des Jugendlandheims Grimmerthal, sauer auf.

Aus dem Blickwinkel der Kommune war die Abwassersituation im Naherholungsgebiet bei Trisching aufgezeigt worden, die dem Badeweiher im Magdalenental zusetzt und schon vor Jahren auf Beschluss des Gemeinderates hin zur Sperrung geführt hat: Baden verboten. In Werners Situationsbeschreibung kam auch das Kläranlagensystem des Jugendlandheims zur Sprache, aus dem Abwasser in den Bach gelange.

Arno Diener sieht darin den Vorwurf an den "Verein zur Förderung der studierenden Jugend", dass aus einer mangelhaften Dreikammerkläranlage schmutzige Abwässer in den Bach und letztlich auch in den Badeweiher geleitet würden. Es sei der Eindruck entstanden, als ob das Jugendlandheim Grimmerthal für die Situation verantwortlich wäre.

Dabei habe das Drei-Kammer-System vor elf Jahren einer vollbiologischen Kläranlage Platz gemacht, die modernen Ansprüchen genüge und jährlich durch ein Ingenieurbüro überprüft werde. Diener zeigt auf den Technikkasten mit Belüftungsanlage, Steuerung und Fernüberwachung. Seit elf Jahren gehe kein Liter Wasser ohne biologische Klärung in den Bach. In einer Wiese gibt es ein natürliches Sickerbett. Dieners Fazit: Das Abwasser werde zu 99 Prozent geklärt und dann "wie Regenwasser" dem Boden übergeben. Die Anlage sei mit der OTH Amberg-Weiden geplant worden und "funktioniert tadellos". Was hat sie zu bewältigen? Die Coronazeit nicht mitgerechnet, zählt der Verein in einem normalen Jahr zwischen 7000 und 10 000 Übernachtungen.

Hans Werner, der die Abwassersituation skizziert hatte, kontert Dieners Vorwürfen. Er habe nicht behauptet, dass schmutziges, ungeklärtes Wasser aus dem Landjugendheim in Bach und Weiher gelange: "Ich habe nicht unterstellt, dass die Abwassersituation nicht funktioniert. Das habe ich zu keinem Zeitpunkt angegriffen". Er habe, wie nachzulesen sei, von "vorgereinigten Abwässern" gesprochen. Die Versickerung in der Wiese sei auch wasserrechtlich genehmigt. Doch Fakt sei ebenso, dass die Wiese an den Bach angrenze. Der Eintrag aus der Landwirtschaft, auch der Fischzucht in den umliegenden Gewässern, das Wasser aus dem Jugendlandheim – all das seien Aspekte, die letztendlich zu einer Überdüngung im Badeweiher beitragen. Der Zulauf aus dem Bach sei nicht für den Badeweiher geeignet. Selbst die beste Reinigung garantiere nicht, dass das Wasser so sauber sei, dass es den Anforderungen für einen Badebetrieb genüge. Das Grundproblem sei der Nährstoffeintrag in den Schwärzerbach.

Die künftige Ausrichtung des Naherholungsgebietes Magdalenental soll in einem Workshop der Kommune mit dem Landschaftsarchitekten und interessierten Bürgern im Herbst erörtert werden. Und was die Kontaktpflege mit dem Jugendlandheim anbelangt, betont Hans Werner, dass die Gemeinde an einer "besseren Zusammenarbeit" interessiert sei.

Spagat zwischen Naturschutz und Nutzung

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Hintergrund:

Das Jugendlandheim Grimmerthal

  • Das KSJ-Jugendlandheim Grimmerthal im Landschaftsschutzgebiet Magdalenental gelegen, wurde 1973 von Studiendirektor Monsigniore Franz Merz am Ort der alten Mühle Grimmerthal als Gruppenhaus für die "Katholische studierende Jugend" Amberg erbaut.
  • Jahr für Jahr kommen über 100 Gruppen in die Anlage. Pro Jahr werden bis zu 10000 Gästeübernachtungen gezählt. Umgeben von Wald, Wiesen bieten drei Häuser und eine Blockhütte Platz für bis zu 88 Personen.
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