13.03.2019 - 17:28 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Was Jugendlichen am Herzen liegt

Das Interesse ist groß: Mehr als 50 Jugendliche folgen der Einladung zur ersten Jugendbürgerversammlung. Es gibt Infos der Gemeinde und im Gegenzug etliche Fragen der Jugendlichen.

Jugendbürgerversammlung Blick in den Raum
von Richard AltmannProfil

Es war ein erklärter Wunsch verschiedener Jugendlicher aus der Gemeinde, doch einmal eine Bürgerversammlung speziell für die Jugendlichen einzuberufen. Bei Bürgermeister Josef Deichl und dem Gemeinderat stieß er auf offene Ohren. Damit alle interessierten Jugendlichen nach Trisching kommen konnten, setzte die Kommune einen Bus zum Gasthaus Pröls ein. Bürgermeister Josef Deichl konnte neben den Jugendlichen und vielen Gemeinderäten auch die beiden Jugendbeauftragten Theresa Dobler und Thomas Wilhelm willkommen heißen.

Neue Arbeitsplätze

Deichl präsentierte die Gemeinde Schmidgaden. Entgegen den Prognosen über die Entwicklung der Bevölkerung auf dem Land konnte die Gemeinde einen Zuwachs erreichen. Dies ist vor allem durch die Ausweisung von neuem Bauland möglich geworden. Aber auch die Arbeitsplatzsituation in der Gemeinde hat sich verbessert. So belegen aktuelle Zahlen, dass in der Gemeinde Schmidgaden von 2013 bis 2018 bedingt durch Neuansiedlungen 173 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Damit liege man im Landkreis Schwandorf an der Spitze. Deichl stellte die öffentlichen Einrichtungen und die Baugebiete der Gemeinde vor. Es gibt 43 Vereine, einen Jugendtreff im Pfarrheim Schmidgaden und im Sommer das Kinderferienprogramm.

Die Gemeindeverwaltung setzt sich aus dem Bürgermeister und den elf Rathausmitarbeitern zusammen, davon zwei Auszubildende. Der Gemeinderat besteht aus 14 Räten und der Bauhof hat sieben Mitarbeiter. Deichl zeigte den Jugendlichen auf, wo sie was in der Gemeinde erledigen können. An Hand von Ortskarten aus dem Jahre 1990 und aktuellen Luftbildern zeigte Deichl die Entwicklung der einzelnen Ortschaften in den letzten 30 Jahren. Auf die Finanzen eingehend, klärte er die Jugendlichen darüber auf, was ein Haushalt ist, wie sich eine Gemeinde finanziert und wo die Einnahmen herkommen und wo das Geld hingeht. Er erklärte den Unterschied zwischen Gebühren und Beiträgen.

Wie funktioniert die Wasserversorgung in der Gemeinde? Deichl skizzierte das Gebiete der beiden Wasserzweckverbände, die das Wasser in den jeweiligen Gebieten zur Verfügung stellen und mit den Abnehmern abrechnen. Hinzu kommen noch die sogenannten Wassergäste. Deichl ging auf die aktuell laufende Erneuerung der Wasserleitung beim Wasserzweckverband Brudersdorfer Gruppe ein. Er schilderte den Werdegang und was bisher geschah. Mit der Erneuerung der Wasserleitung müssen auch bestimmte Straßen in Rottendorf, Inzendorf und Hohersdorf erneuert werden.

In die Zukunft gewandt informierte Deichl weiter über geplante Projekte in der Gemeinde. So wird in diesem Jahr das Baugebiet Schmidgaden West IV erschlossen. In "West III" sind sämtliche Bauplätze bereits verkauft. In Trisching soll bei der Geigergasse eines Baugebiet mit 40 000 Quadratmeter entstehen.

Ein Thema, dass die Gemeinde schon seit einigen Jahren beschäftigt ist der Breitbandausbau. Hier kann nun den Anschließern eine Versorgung mit 30 Mbit garantiert werden. Die noch nicht angeschlossenen Weiler sollen über das Bundesprogramm mit finanziert werden. Natürlich sei ein vollkommener Ausbau mit Glasfaser vorgesehen.

Treffpunkte der Jugend

Was wird momentan für die Jugend getan? Jugendliche bauen sich mit von der Gemeinde gestelltem Material einen Bauwagen in Wolfsbach aus. Nach einer Geländeauffüllung am Kalvarienberg entsteht hier ein Treffpunkt für Jugendliche. Der Jugendraum im Trischinger Vereinshaus soll reaktiviert werden. Es ist geplant, das Freizeitzentrum Magdalenental zu sanieren und entsprechend neu zu beleben. Neben der Mittelschule Schmidgaden soll ein weiterer Kindergarten entstehen, denn der vorhandene Kindergarten kann nicht mehr erweitert werden. Im bestehenden Kindergarten gibt es Nutzungsänderungen, in die Mittelschule zieht auch eine Kindergartengruppe ein.

Bessere Busanbindung

Dann konnten die Jugendlichen sagen, was ihnen am Herzen liegt. Sie möchten eine bessere Busverbindung nach Nabburg - außerhalb der Schulbuslinie.

"Leider ist hier die Gemeinde nicht zuständig", so Bürgermeister Deichl. Ansprechpartner wären der Landkreis und der RBO. Hier sei die Kommune schon mehrmals vorstellig geworden, aber bisher auf taube Ohren gestoßen. Ein weiteres Thema war der Breitbandausbau. Hier forderten die Jugendlichen eine noch größere Übertragungsgeschwindigkeit im Hinblick auf Home-Office-Arbeiten. Zum geplanten Kindergartenbau kam der Vorschlag, ihn doch in der Grundschule Rottendorf anzusiedeln. Dies sei nicht einfach, denn dort wären ebenfalls umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich, wenn ein Kindergarten untergebracht werden soll, so Deichl. Einige Jugendliche sprachen die Erhöhung des Wasserpreises in der Brudersdorfer Gruppe an. Sie plädierten für eine Bremse, ähnlich der "Mietpreisbremse". Kämmerer Hans Werner erläuterte, dass die Preiserhöhung genau dem Finanzbedarf des Zweckverbandes entspreche.

Der Bürgermeister konnte sich abschließend gut vorstellen, dass die Jugendbürgerversammlung zu einer ständigen Einrichtung in der Gemeinde werden könnte.

Etwa 50 Jugendliche waren zur extra für junge Bürger einberufenen Versammlung ins Gasthaus Pröls nach Trisching gekommen. Hier wurde ihnen eine Plattform für ihre Wünsche geboten.
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