21.10.2020 - 16:01 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Kritische Stimmen zur Waldrodung

Diskussionen im Gemeinderat gibt es zur geplanten Photovoltaikanlage bei Hartenricht. Dafür wird Wald gerodet.

Auf diesem Gelände soll die Photovoltaikanlage entstehen.
von Richard AltmannProfil

Markus Piehler plant bei Hartenricht eine Photovoltaikanlage. Landschaftsarchitekt Gottfried Blank (Büro Blank&Partner) stellte in der Gemeinderatssitzung den Vorentwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes und der parallel dazu laufenden Änderung des Flächennutzungsplanes vor.

Der Gemeinderat Schmidgaden hatte den Auftrag dazu im November des Vorjahres erteilt. Der Arbeitstitel: „Sondergebiete für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien – Sonnenenergie“. Auf einer Teilfläche von 15.000 Quadratmetern westlich der Firma Buchtal soll eine 750 kW-Photovoltaik-Flächenanlage errichtet werden. Der Aufstellungsbeschluss wurde am 5. Dezember 2019 bekannt gemacht.

Antrag genehmigt

Wie Planer Gottfried Blank nun in der Sitzung erläuterte, sei ein Stück Wald gerodet worden. Zudem verschiebe sich der Standort geringfügig, so dass die Anlage von Hartenricht aus nicht mehr einsehbar sei. Den Rodungsantrag hatte Markus Piehler schon im Vorfeld gestellt, als er noch eine landwirtschaftliche Nutzung beabsichtigte. Der Antrag ist auch genehmigt worden.

Schmidgaden ist ein sonniges Pflaster

Schmidgaden

Gemeinderat Florian Burth empfand es als paradox, wenn man für eine Photovoltaikanlage einen Wald rode, gerade in Zeiten des Klimawandels. Außerdem sei der Gemeinderat bei einer Besichtigung im Herbst nicht darüber informiert worden, dass hier gerodet würde. Gemeinderat Gerhard Schmidl war ebenfalls nicht begeistert davon, dass für eine solche Anlage Wald zu weichen habe. Außerdem äußerte er generell Bedenken zu Freiflächenanlagen, die wertvollen landwirtschaftlichen Grund verbrauchen würden.

Mit Ausgleichsmaßnahmen

Markus Piehler, selbst in der Gemeinderatssitzung anwesend, erhielt Rederecht. Er sagte, dass er beim Ortstermin von der Rodung gesprochen habe. Ausgleichsmaßnahmen seien bereits umgesetzt worden. Es kämen noch weitere neben dem geplanten Photovoltaikgelände hinzu. Die Fläche sei im Vorfeld untersucht worden. Es handle sich um eine Konversionsfläche. Für das Grundwasser bestehe keine Gefahr. Nachdem alle Punkte diskutiert waren, billigte der Gemeinderat die präsentierten Vorentwürfe mit der Maßgabe, keine Geländeauffüllungen durchzuführen. Nun soll die frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung anlaufen.

Christian Pröls aus Rottendorf plant ebenfalls eine Photovoltaik-Freiflächenanlage nahe dem Autobahnrastplatz „Stocker Holz“. Hier beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zur Ausweisung eines Sondergebietes für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien mit paralleler Flächennutzungsplanänderung. Etwaige Kosten der Bauleitplanung sind vom Antragsteller zu tragen.

Der Verkaufspreis für das neue Baugebiet West IV (erschlossen) liegt bei 99 Euro pro Quadratmeter. Vinzenz Dobler wird zum 1.September 2021 seine Ausbildung in der Gemeindeverwaltung beginnen. Seine Zustimmung gab der Gemeinderat zum Bau des Feuerwehrstadels in Rottendorf und zum Anbau an ein Wohnhaus in Trisching.

Hintergrund:

Auftragsvergaben

Bürgermeister Josef Deichl gab einige Vergaben bekannt. Die Photovoltaikanlage im Kindergarten baut die Firma Suntec für 61.572 Euro, die Innenputzarbeiten führt die Firma Trinkerl aus Weiden für 39.925 Euro aus. Der Auftrag für die Fließenarbeiten gingen an Fließen Kreitz für 35.544 Euro, der Trockenbau an die Firma Danner für 72.940 Euro. Für den Bodenbelag sorgt die Firma Wildenauer für 36.048 Euro. Die Stützmauer in Rottendorf baut die Firma Braun mit 28.203 Euro. Einen neuen Heckmulchers liefert die Firma Prifling für 10.137 Euro.

Gottfried Blank stellte den Bebauungsplan vor.
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