11.07.2019 - 20:49 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Regenwasser darf versickern

In der vorangegangenen Sitzung gab es noch ein Patt über den Ausbau des Lilienweges in Rottendorf. Die Mehrheit im Gemeinderat spricht sich jetzt dafür aus, ohne eine Wasserführung zu bauen.

Der Lilienweg wird nach dem Willen der Gemeinderatsmehrheit ohne Wasserführung ausgebaut. Das Niederschlagswasser versickert weiterhin in einem Grünstreifen.
von Richard AltmannProfil

Eigentlich sollte schon in der letzten Sitzung darüber entschieden werden, wie der Lilienweg in Rottendorf ausgebaut werden soll. Damals entspann sich eine Diskussion, ob ohne oder mit Wasserführung mittels eines Granit-Einzeilers als Ablauf. Bei der anschließenden Abstimmung ergab sich ein Patt, weshalb das Thema erneut auf die Tagesordnung der Sitzung kam.

Anwohner für Versickern

Bürgermeister Josef Deichl bezifferte die Gesamtkosten auf 75 536 Euro, davon entfielen auf die Wasserführung 19 670 Euro. Bisher war dieses Ableiten des Oberflächenwassers nicht erforderlich, denn es lief in einen Grünstreifen, der der Gemeinde und privaten Eigentümern gehört. dort ist das Wasser bisher versickert. Die Anlieger sprachen sich alle gegen eine Wasserführung aus. Im Gemeinderat herrschte zwar immer noch die Meinung, es müsse mit Wasserführung gebaut werden. Aber am Ende stimmte die Mehrheit der Räte für die Variante mit Versickern im Grünstreifen.

Im März des nächsten Jahres finden Kommunalwahlen statt, als Gemeindewahlleiter bestimmte der Gemeinderat Geschäftsleiter Martin Janz und zur Stellvertreterin Ramona Baar. Die Gemeinde plant in der Geigergasse in Trisching die Ausweisung eines Baugebietes. Dazu fasste der Gemeinderat den Beschluss zur Erstellung eines Bebauungsplanes.

Kobelhof erweitert

Der Bürgermeister informierte anschließend darüber, dass im Baufreistellungsverfahren folgende Bauanträge eingereicht und weitergeleitet: Firma Heldwein im Gewerbegebiet Trisching auf Errichtung eines Firmengebäudes und einer Carportanlage; Neubau eines Wohnhauses mit Garage in der Weidenstraße in Schmidgaden sowie zwei Bauanträge mit je zwei Offenställen am Kobelhof in Trisching.

Eingegangen ist ein Antrag der Freiwilligen Feuerwehren aus Trisching, Rottendorf und Gösselsdorf zur Gründung einer Kinderfeuerwehr für Kinder ab dem 6. Lebensjahr. Darin inbegriffen ist die Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Rottendorf. Der Antrag wird in der nächsten Sitzung behandelt.

Am Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage zwischen Kögl und dem Firmengelände Buchtal ist die Gemeinde am Auslegungsverfahren beteiligt. Anders verhält es sich in Littenhof, wo sie direkt betroffen ist. Ein Investor will dort Solarstrom produzieren. Nach den Worten von Josef Deichl sollen dies vor allem die Bürger vor Ort entscheiden. Zweiter Bürgermeister Andreas Altmann wird mit den Littenhofern sprechen. Die Verwaltung hat ermittelt, dass für eine Förderung von Kanalbaumaßnahmen (Reparaturen) nach den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) 2018 noch etwa 1,3 Millionen Euro an Investitionen nötig sind, um die Förderschwelle von rund 7,5 Millionen Euro zu erreichen.

Nach wie vor gibt es in der Gemeinde Probleme mit der Breitbandversorgung, auch wenn die Baumaßnahme der Telekom längst abgeschlossen ist. 30 Mbits/s sind zum Beispiel dem Rathaus vertraglich zugesichert, aber nur 6 Mbit/s stehen tatsächlich zur Verfügung. Bürgermeister Josef Deichl ist verärgert und hat sich darüber bereits bei der Telekom beschwert, ließ er das Gremium wissen.

Wasserzweckverband:

Aktennotiz des Geschäftsführers

Bürgermeister Josef Deichl verlas in der Gemeinderatssitzung eine Aktennotiz des Geschäftsführers des Zweckverbands „Brudersdorfer Gruppe“, Hans Werner, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder gefertigt werden musste. Sie zeige, dass nach wie vor Unkenntnis, Misstrauen und Blockadehaltung in der Bevölkerung vorhanden sei. Bei der Aktennotiz zwischen Werner und einer Mitarbeiterin des Bayerischer Gemeindetags (Fr. Thimet) sei es um einen fachlichen Austausch wegen eines zu erstellenden Hausanschlusses, der ablehnenden Haltung des Grundstückseigentümers und den Vollzug der Wasserabgabesatzung gegangen. Der Vorsitzende lobte das Engagement Werners und zollte ihm Respekt wegen seiner duldsamen Ausübung der Tätigkeiten. Kein Verständnis habe er mehr für Bürgerreaktionen, weil seit 1992 bekannt sei, dass in das marode Leitungsnetz investiert werden müsse und nun – nach zig Jahren – auf die Verantwortlichen losgegangen werde, obwohl die Sanierung des Netzes überfällig geworden sei.

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