30.08.2018 - 07:18 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Tödlicher Unfall auf der A6

Bei einem schweren Unfall auf der A6 zwischen den Ausfahrten Amberg-Ost und Schmidgaden wurde am Mittwochabend ein junger Mann tödlich verletzt. Bereits am Nachmittag wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt.

Der weiße Kleintransporter krachte in zwei Sattelschlepper am Stauende auf der A6 zwischen Amberg-Ost und Schmidgaden. Der Fahrer hatte keine Überlebenschance.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der erste Notruf erreichte die Rettungskräfte am Mittwoch gegen 16.30 Uhr. Wie es hieß, sei bei Schmidgaden (Kreis Schwandorf), unweit des Rastplatzes Stocker Holz, ein Motorradfahrer verunglückt. Vor Ort zeigte sich, dass der Mann mit seiner PS-starken Yamaha FJ 110 auf der Überholspur unterwegs war, als plötzlich ein tschechischer Lastwagen nach links zog. Der 54-Jährige mit Wurzeln in Sulzbach-Rosenberg konnte nicht mehr ausweichen. Er krachte auf den Laster und verlor die Kontrolle über sein Gefährt. Die Yamaha stürzte, Fahrer und Motorrad schlitterten über die Autobahn Richtung Standstreifen. Der Mann blieb schwer verletzt liegen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Er wird es überleben“, zitierte später ein Polizeibeamter die Aussage eines Arztes, nachdem das Unfallopfer in der Klinik untersucht worden war. Dem Fahrer des Lastwagens passierte nichts, auch seinem Fahrzeug war nichts anzusehen. Das Motorrad erlitt hingegen Totalschaden.

Das war aber erst der Auftakt zur wirklichen Tragödie an diesem Abend. Um 18.11 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr im Landkreis Amberg ein, dass sie sich auf die A6 begeben sollten, nicht weit von dem ersten Unfall. Kreisbrandinspektor Hubert Blödt und Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl sowie viele der Wehrmänner aus sechs Feuerwehren des östlichen Landkreises Amberg-Sulzbach, die zu diesem Einsatz beordert wurden, kamen gerade von der Beerdigung eines hochrangigen Feuerwehrkameraden in Auerbach und trugen unter ihren Einsatzanzügen noch die Uniformen. Sie erlebten zwischen den Anschlussstellen Amberg-Ost und Schmidgaden ein Trümmerfeld. Der 25-jährige Unfallverursacher, der einen Fiat-Kleintransporter mit slowakischen Kennzeichen gesteuert hatte, war bei der Kollision gestorben und durfte nicht geborgen werden, bis nicht der benachrichtigte Staatsanwalt vor Ort war.

Nach ersten Erkenntnissen hatte sich das Unglück so zugetragen: Nach dem Unfall mit dem Motorradfahrer hatte sich ein Stau gebildet, der sich aber schon langsam aufzulösen begann. Der slowakische Fahrer des Fiat SK übersah wohl einen tschechischen Autotransporter, der mit Skodas beladen war. Um eine direktes Auffahren auf das Heck des Sattelzug zu vermeiden, zog der Fiat nach rechts auf die Standspur. Er schrammte an dem großen Lkw vorbei, wobei sich die ganze linke Seite des Kleintransporters abzog und auf die Fahrbahn krachte. Der Fiat schrammte noch an dem Autotransporter vorbei und stieß schlussendlich seitlich gegen einen weiteren tschechischen Lastwagen, der davor stand. Dabei starb der Fiat-Fahrer, der zwischen den Fahrzeugen eingeklemmt wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Amberg wurde zur Klärung der Ursache ein Sachverständiger berufen.

Durch die Bergung und Aufräumarbeiten kam es auf der A 6 in Richtung Prag zwischen den Ausfahrten Amberg-Ost und Schmidgaden zu langen Verzögerungen und Staus, in Fahrtrichtung Tschechien war die Autobahn bis 23.35 gesperrt. Die Polizei schätzt den Schaden auf 80.000 Euro. An der Unfallstelle halfen Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Haselmühl, Diebis, Kümmersbruck, Pittersberg und Ebermannsdorf sowie des THW Amberg und der ABM Lauterhofen.

Der weiße Kleintransporter (ganz vorne, rechts) krachte in zwei Lkw am Stauende auf der A6 zwischen Amberg-Ost und Schmidgaden.

Der weiße Kleintransporter krachte in zwei Lkw am Stauende auf der A6 zwischen Amberg-Ost und Schmidgaden.

Bereits vor dem tödlichen Unfall mit dem weißen Kleintransporter hatte sich in unmittelbarer Nähe ein Unfall mit einem Motorrad ereignet. Dessen Fahrer überlebte schwer verletzt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp